Start Equal Pay Day Kampagne 2021

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Der nächste Equal Pay Day ist auf den 14. März 2021 datiert. Unter dem Motto „Game Changer – Mach dich stark für equal pay!“ ist am 2. November 2020 in Berlin die Kampagne mit einer Kick-off-Veranstaltung gestartet.

Uta Zech, die Präsidentin des Business and Professional Women (BPW) Germany e.V., der seit 2008 den Equal Pay Day initiiert, stellte in der Online-Veranstaltung das neue Motto der Kampagne vor: Game Changer sind mutige, kreative, moderne Macherinnen und Macher. Menschen, die aktiv und innovativ sind und mit neuen Ideen das Spiel und damit die Gesellschaft zum Positiven verändern. Die Kampagne zeigt anhand von Vorbildern, wie die deutsche Lohnlücke von 20 Prozent geschlossen werden kann. Uta Zech präsentierte erste Testimonials, die bereits einen Beitrag zu einer gleichberechtigteren Gesellschaft leisten und die Kampagne mit Fotos, Videos und Zitaten unterstützen. Darunter sind die Moderatorin und Schauspielerin Collien Ulmen-Fernandes, Moderator Jo Schück, Regisseur und Drehbuchautor Titus Selge und Game Changer aus der Zivilgesellschaft. Uta Zech ist sich sicher: „Um den Gender Pay Gap zu verringern, muss sich gleichzeitig an vielen Stellen in unserer Gesellschaft etwas bewegen. Game Changer verändern die scheinbar unveränderlichen Ursachen der Entgeltungleichheit: Männer, die als Vorreiter sechs Monate Elternzeit in ihrem Unternehmen durchsetzen. Frauen, die als Vorbilder in MINT-Berufen tradierte Rollenbilder aufbrechen. Unternehmen, die gleiche Bezahlung und paritätische Besetzung von Führungspositionen auf ihre Agenda setzen. Politiker und Politikerinnen, die eine bessere Bezahlung frauentypischer Berufe wie in der Pflege voranbringen. Der EPD 2021 ist ein Aufruf: Werden Sie Game Changer – machen Sie sich stark für equal pay! Jeder und jede kann etwas dafür tun. Es lohnt sich.“

In ihrem Grußwort warb Juliane Seifert, Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend um breite Unterstützung für das Motto des EPD Kampagne 2021: „Zukunft bedeutet immer Wandel, bedeutet Veränderung. Aber gesellschaftlicher Wandel ergibt sich nicht allein per Gesetz. Dafür brauchen wir vor allem Sie. Menschen, die etwas verändern wollen. Die sich für mehr Lohngerechtigkeit und die Gleichstellung von Frauen und Männern starkmachen. Echte Game Changer.“

Regisseur und Drehbuchautor Titus Selge erklärte im Gespräch mit Moderator Vincent-Immanuel Herr, warum er ein Game Changer ist und was sich aus seiner Sicht verändern muss, damit die Gesellschaft gerechter wird: „Das Thema Gleichberechtigung interessiert mich schon lange, aber ich habe die eher unpopuläre Theorie, dass sie nur durch Verzicht zu erreichen ist. Männer müssen auf Einkommen und Anerkennung verzichten, damit ihre Frau arbeiten gehen kann und Frauen müssen auf Zeit mit den Kindern verzichten. Gleiche Bezahlung muss eine Selbstverständlichkeit werden. Zu echter Gendergerechtigkeit würde aber nur eine familienfreundlichere Organisation der Arbeit führen.“

Einen wissenschaftlichen Hintergrund und konkrete Lösungsvorschläge lieferte Dr. Katharina Wrohlich vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Sie stellte die Studie „Gleichstellungspolitische Antworten auf die Arbeitsmarktwirkungen der COVID19-Pandemie“ vor und sagte: „Der Gender Pay Gap hängt sehr stark mit dem Gender Care Gap, also der ungleichen Aufteilung der unbezahlten Sorgearbeit zwischen Männern und Frauen zusammen. Während der Corona-Krise hat die unbezahlte Sorgearbeit (z.B. Kinderbetreuung) insbesondere während der Schul- und Kitaschließungen im Frühjahr stark zugenommen. Zwar haben sich auch Männer daran beteiligt, Frauen haben aber den weitaus größeren Teil übernommen. Aus gleichstellungspolitischer Perspektive sollten Maßnahmen ergriffen werden, die stärkere Anreize für eine partnerschaftlichere Aufteilung der unbezahlten Sorgearbeit setzen.“

Die Veranstaltung moderierte der Feminist und Aktivist Vincent-Immanuel Herr (Herr & Speer).

Die Aufzeichnung der Veranstaltung können Sie hier nachsehen.


Quelle: Pressemitteilung BPW Germany e. V. vom 2.11.2020

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