8. März 2019 – Internationaler Frauentag

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Am 8. März ist es wieder soweit. Wir begehen den Internationalen Frauentag, auch als Weltfrauentag oder Frauenkampftag bezeichnet. Damit folgt Deutschland der Bitte einer Resolution der UN-Generalversammlung vom 17. März 1977, einen Tag des Jahres zum Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden zu erklären.

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

 

Der Weltfrauentag hat – wie bekannt – viel ältere und vor allem auch deutsche Wurzeln. Lassen Sie uns aber im Hier und Heute bleiben.

Von einer tatsächlichen Gleichstellung und Gleichberechtigung der Frau ist die Welt immer noch genauso weit entfernt wie vom Weltfrieden.

Und wie steht es damit in Deutschland? Gefühlt geht es den Frauen bei uns im globalen Vergleich relativ gut, zumindest in rechtlicher Hinsicht: Art. 3 GG, BGleiG, AGG, Ländergleichstellungsgesetze, Gesetz zur Entgelttransparenz, Regelungen von Kindererziehungszeiten und Kinderbetreuung etc. schaffen ein theoretisches rechtliches Gleichstellungsgefühl für die Frau.

 

An der praktischen Umsetzung hapert es aber. Wir haben keinen Grund, stolz zu sein. Der Global Gender Gap Report 2018 weist Deutschland weltweit den 14. Rang zu. Das ist ein steter und deutlicher Abstieg. 2006 war es noch Rang 5!

 

Offenbar haben wir uns etwas verfrüht auf nicht wirklich existierenden Lorbeeren ausgeruht. Das ist kein Sportwettbewerb und daher ist es auch uninteressant, dass Deutschland hinter Namibia und Slowenien liegt. Aber ich bitte Sie! Rang 14 erreichen wir zwischenzeitlich auch bei der weltweiten Korruption. Ich kann nur hoffen, hier fehlt die Korrelation.

 

Einen Gedenktag wie den 8. März brauchen wir dringend. Nur zu feiern haben wir nichts. Trotzdem müssen wir ihn stärker in das Bewusstsein der Menschen rücken. Das ist politisch nicht einfach. Dem Internationalen Frauentag haftet von der Idee (Clara Zetkin) über seine Ursprünge und seine spätere Begehung bis zur UN-Resolution der Ruch kommunistischer Ideologie und sozialistischer Internationale an. Das verführt dazu, seine Befürworter/innen und Gegner/innen ins linke oder rechte politische Lager zu stecken, statt in Pro und Kontra Frauenrechte. Das war wohl auch der Grund, warum es in Berlin einer rot-rot-grünen Koalition bedurfte, um den 8.  März zu einem ersten landesweiten Feiertag zu machen.

 

Wir haben noch soviel zu tun. Daher sollten wir die Bedeutung des 8. März als Internationalen Frauenkampftag wieder stärker ins Bewusstsein rücken. Wie oben gezeigt, gibt es zurzeit keinen Grund, besonders stolz zu sein. Wenn sich Frauen am 8. März treffen, um den Gedenktag zu begehen, sollte das nicht zu einem gegenseitigen Schulterklopfen (oder was immer in der Anthropologie ein weibliches Pendant davon sein könnte) oder zu einem gegenseitigen Versichern ausarten, wie gut wir doch waren und wie weit wir schon gekommen sind.

 

Wir sollten uns lieber gegenseitig Mut zusprechen und planen, was noch in Angriff genommen werden muss. Und dann sollten wir auch angreifen – Internationaler Frauenkampftag eben.

 

Gleichstellung und Gleichberechtigung wie die Verfassung und das Gesetz sie wollen, sind in der Praxis nicht teilbar und nicht verhandelbar.

 

So etwas fällt in Zeiten ständigen Rückschritts natürlich besonders schwer. Aber zu Wohlfühlveranstaltungen mit Eigenlob und leeren Versprechungen habe ich zurzeit wirklich keine Lust. Sie etwa?

 

In kämpferischem Angriffsmodus grüßt Sie herzlich

 

Ihre Kristin Rose-Möhring

von Roetteken

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