Allgemeines, eher subjektiv, und im Besonderen noch ein paar Überlegungen zum Thema: Der Gleichstellungsplan

Jetzt bewerten!

Einige Gedanken der Autorin zu Präsenz und Homeoffice – so ganz im Allgemeinen. Im Speziellen ganz praktisch die Erstellung von Gleichstellungsplänen und wer ist in der Verantwortung und was muss wie gezählt werden.

Liebe Leserin, lieber Leser, alle die meinen Blog verfolgen / mitlesen!

Wir sind wieder präsenter. Nun wissen allerdings so einige Menschen nicht, was ihnen eigentlich lieber ist: arbeiten vor Ort in Präsenz oder arbeiten aus der eigenen Wohnung aus dem sogenannten Homeoffice. Ich beobachte das mit viel Interesse und frage des Öfteren nach den persönlichen Vorteilen für das eine oder das andere. Mit meiner persönlichen, subjektiven Evaluierung stehe ich noch am Anfang, sodass ich heute mich dazu noch nicht äußern möchte. Sie wissen: ich bin sehr an ihren Gründen und Überlegungen interessiert.

Die Schulferien sind auch zu Ende und für die Kinder beginnt – zu hoffen – ein normaleres Schuljahr. Ich wünsche es ihnen, denn mehrere Kinder (7 bis 12 Jahre), mit denen ich ins Gespräch gekommen bin, sagten mir, wie langweilig es ihnen sei. Ein kleiner Junge (1. Klasse) fragte mich, ob er denn nach den Sommerferien „richtig“ in die Schule gehen könnte.

Auch ich genieße inzwischen wieder des Öfteren das direkte Gegenüber meiner Teilnehmenden in den angelaufenen Seminaren etc. Es gilt für die Zukunft eine Mischung der möglichen Formate zu finden…

Vom subjektiv Allgemeinen zum Speziellen. Thema: Gleichstellungsplan. Bundesweit wird in vielen Häusern gerade wieder am Gleichstellungsplan gearbeitet. Gründe:

  • bei vielen läuft der geltende Plan zum 31.12. d.J. aus

  • bei anderen hat man mit Corona abgewartet

  • wir schreiben unseren Ersten oder auch

  • ja, wir haben einen. Der ist aber schon sehr alt. Wollen jetzt auf Wunsch der neuen Gleichstellungsbeauftragten einen neuen Plan erarbeiten.

  • Gibt weitere Erklärungen…

Von kurzen Erläuterungen am Telefon über Videokonferenz mit möglicher Arbeitsgruppe über Kurzschulungen bis zu Begleitung der Arbeitsgruppe und des Hauses bis zur Vollendung werde ich immer wieder angefragt. Ein interessanter, auch abwechslungsreicher Auftrag meist. Ich erfahre viel über die Institutionen, der Kultur des Hauses, wie es „tickt“.

Ein paar Fakten zu der Erstellung eines Gleichstellungsplanes. Der Gleichstellungsplan ist ein Personalentwicklungs- und Organisationskonzept unter besonderer Berücksichtigung der Geschlechterfrage und dem Thema Vereinbarkeit. Das Haus ist in der Verantwortung für das Schreiben und die Umsetzung des Vereinbarten. Gern wird versucht, dies auf das Gleichstellungsteam abzuwälzen – das gelingt aus unterschiedlichsten Gründen in dem ein oder anderen Fall auch. Ist aber nicht glücklich und weniger zielführend. Die Gleichstellungsbeauftragte als Expertin für die Fragen der Gleichstellung, ist frühzeitig mit ihrer Expertise einzubinden, für die Erstellung muss die Leitung des Hauses andere – weisungsgebundene – Mitarbeiter*Innen beauftragen.

Einstieg in die Arbeit ist die Erfassung von Daten (Bestandserfassung/-analyse). Natürlich geht es um die Anzahl der beschäftigten Personen. Darzustellen ist, wie viel Frauen und wie viel Männer tariflich und verbeamtet und in Ausbildung sind. Des Weiteren sind die Beschäftigten mit Führungs- und Leitungspositionen noch mal gesondert abzubilden. Bitte getrennt nach Frau und Mann. In mehreren Bundesländern z. B. Rheinland-Pfalz und Hessen gibt es ausführliche Verwaltungsrichtlinien die dezidiert ausführen welche Beschäftigten, Beschäftigungsverhältnisse, Beurlaubungen, Fortbildungen darzustellen sind.

Interessant (und eine regelmäßige Frage der Arbeitsgruppe GP und des Bereiches Personal): Wie müssen wir zählen? Und diese Frage ist berechtigt, denn seit 2011 (mit der Novellierung des NGG) gibt es das Zählen nach Köpfen und das Zählen nach Beschäftigungsvolumen. Beide Varianten finden sich in den gesetzlichen Regelungen. In vielen Häusern (ob es die Mehrzahl ist, kann ich nicht sagen) wird quasi doppelt gezählt. Um eine Aussage zu einer möglichen Unterrepräsentanz in einem bestimmten Bereich darzustellen, werden z. B. die tatsächlichen Zahlen nach Köpfen genannt (8 Frauen + 8 Männer = keine Unterrepräsentanz). Anschließend wird dargestellt, mit welchen Beschäftigungsäquivalenten die Personen ihrer Tätigkeit nachgehen, was ein anderes Bild und möglicherweise Unterrepräsentanz ergeben kann. (Beispiel: 8 Frauen arbeiten pro Woche insgesamt: 245 Stunden. 8 Männer arbeiten pro Woche insgesamt: 345 Stunden. Bei den Frauen arbeiten 4 in Vollzeit und 4 in Teilzeit. Bei den Männern arbeiten 6 in Vollzeit und 2 in Teilzeit.) Fazit: Nach Köpfen ist das Ziel Gleichberechtigung in diesem Bereich bereits erreicht. Nach dem sogen. Beschäftigungsvolumen ist deutlich Luft nach oben und zur Entwicklung eines konkreten Zieles und dazu begleitende konkrete Maßnahmen um das Ziel in der Laufzeit zu erreichen.

Hier möchte ich für heute mit meinem Einblick zu den Gleichstellungsplänen erst mal schließen. Wird wieder ein Mehrteiler, vielleicht geht es dann demnächst weiter.

Aktuelles aus der Welt

Diesmal ein Hinweis auf den Kongress des djb (Deutscher Juristinnenbund). Findet alle 2 Jahre an verschiedensten Orten zu verschiedensten Themen statt. Immer mit tollen Referentinnen. Eigentlich wollten wir uns in Hamburg treffen, aber nun nur virtuell. Am 16.9. um 18.00 eröffnet die Präsidentin Maria Wersig die Tagung mit dem Thema „Gleichstellung und Demokratie“. Freitag und Sonntag gibt es dann ein vielfältiges Programm mit tollen Juristinnen und weiteren Professionen. Schauen Sie mal auf die Homepage, vielleicht treffen wir uns ja.


Mit feministischen Grüßen,

Ute Wellner 

Weitere Artikel zu folgenden Schlagworten:
Mein Kommentar
Sie sind nicht eingeloggt
Bitte benachrichtigen Sie mich bei neuen Kommentaren.
Ihr Kommentar erscheint unter Verwendung Ihres Namens. Weitere Einzelheiten zur Speicherung und Nutzung Ihrer Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Sicherheitskontrolle: Bitte rechnen Sie die Werte aus und tragen Sie das Ergebnis in das dafür vorgesehene Feld ein. *

0 Kommentare zu diesem Beitrag
HJR_355pxbreit_Beitragsseitenbanner_mitRand2px-min.jpg
Banner_Homeofficeaktion_355px_April2021.jpg
Banner Quizwelt_min.jpg
Twitter-Icon

Folgen Sie uns auch auf Twitter!
Wir informieren Sie rund um das Thema Gleichstellungrecht.
https://twitter.com/GleichstellungR

banner-gleichstellungs-und-gleichbehandlungsrecht.png

Wählen Sie unter 14 kostenlosen Newslettern!

Mit den rehm Newslettern zu vielen Fachbereichen sind Sie immer auf dem Laufenden.

Login
 
Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Kostenlose Hotline: 0800-2183-333
Kontaktformular

Gerne können Sie auch unser Kontaktformular benutzen und wir melden uns bei Ihnen.

Kontaktformular
Beste Antworten. Mit den kostenlosen rehm Newslettern.
Jetzt aus zahlreichen Themen wählen und gratis abonnieren  

Kundenservice

  • Montag - Donnerstag 8-17 Uhr
  • Freitag 8-15 Uhr
  • Sie können uns auch über unser Kontaktformular Ihre Fragen und Anregungen mitteilen.

Verlag und Marken

 

 

Unsere Themen und Produkte

 

Service

 

Rechtliches

Ihre Vorteile

Folgen Sie uns

Partner der


Zahlungsarten 

Rechnung Bankeinzug   MastercardVisa

PayPal Giropay Sofortüberweisung