Es wird weiter gewählt…

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Was ist bei den Gleichstellungswahlen zu berücksichtigen?

Liebe Leserin, lieber Leser,

Es wird weiter gewählt! Häufiger fragen Mitglieder der Wahlausschüsse wie auch Leitungskräfte nach, was bei den Gleichstellungswahlen zu berücksichtigen ist. Über einige der Anfragen und kuriosen Überlegungen habe ich bereits berichtet.

Nachfragen gibt es auch zu den Wahlen etc. von Stellvertreterinnen. Nicht überall ist es so einfach wie nach dem LGG Berlin. Bei den Wahlen zur Frauenvertreterin wird eine Liste der Interessentinnen am Amt aufgestellt. Die weiblichen Beschäftigten geben eine Stimme ab. Die Frau mit den meisten Stimmen wird die Frauenvertreterin und die Frau mit den zweit-meisten Stimmen die stellvertretende Frauenvertreterin. Der Klassiker in einer Demokratie!

Dann gibt es das Modell der zwei Wahllisten wie z. B. nach BGleiG. Eine mögliche zukünftige Stellvertreterin entscheidet sich vorab auf genau dieser Liste für diese Funktion zu kandidieren. Sie wird dann die Stellvertreterin, wenn sie gegenüber den anderen Interessentinnen der Liste die meisten Stimmen erhalten hat. Das bedeutet, selbst wenn sie nach der Auszählung mehr Stimmen auf sich vereinigen konnte als die gewählte Frau für die Funktion der Gleichstellungsbeauftragten wird sie „nur“ die oder eine Stellvertreterin. Das passiert häufiger, als frau vielleicht denkt. Gerade wenn die Stellvertreterin, die „Alte ist“ und die „alte“ Gleichstellungsbeauftragte nicht wieder für eine weitere Amtszeit angetreten ist. 

Unsicherheiten gibt es immer noch, wenn das Haus sich für eine zweite oder drei Stellvertreterinnen entschieden hat. Wo gewählt werden muss, sind auch diese Funktionen natürlich zu wählen. (Häufige Frage: Zwei Frauen sind gefunden und haben sich bereit erklärt. Können wir die Beiden einfach bestellen?) Die bis zu drei Stellvertreterinnen stehen ja nebeneinander in ihrem Tun und in ihren Rechten.  Es ist ein Aushandeln der Gleichstellungsbeauftragten mit ihren Kolleginnen, welche möglicherweise welche Aufgabe zukünftig eigenverantwortlich übernehmen möchte und wie viel Zeit dafür benötigt wird. Die Zeit – die Entlastung oder Freistellung – gilt es dann im gesetzlichen Rahmen mit dem Haus zu verhandeln. Gerade wurde ich gefragt, ob die Stellvertreterin mit den meisten Stimmen auch den höchsten Anteil an Entlastung bekommt. Meine Antwort: Das muss so nicht sein. Der Anteil der Zeit hängt von der Übernahme der Aufgaben ab. Natürlich kann darüber auch bereits vor dem eigentlichen Wahlvorgang debattiert werden und dies Thema im „Wahlkampf“ sein. Fazit: Soll die Stellvertreterin mit den zweitmeisten Stimmen bestimmte Aufgaben übernehmen und benötigt dafür eine fünfzig Prozent Entlastung, dann muss die Dienststelle das akzeptieren. Die Leitung kann die Bestellung nicht unter die Bedingung stellen, dass die Zeitfrage entsprechend dem Stimmenanteil zu entscheiden ist. Diese Entscheidung trifft die Gleichstellungsbeauftragte mit Zustimmung der interessierten Stellvertreterin. Zur Aufgabenübertragung gibt es nur eine LGG-Regelung bundesweit, die eine Zustimmung der Dienststellenleitung erfordert.

Neue Stellvertreterinnen in Corona-Zeiten haben es nicht einfach: Manche kennen ihre Kollegin Gleichstellungsbeauftragte noch nicht persönlich. Viele warten auf mögliche Aufgaben – haben Lust dazu, solche zu übernehmen. Besonders schwierig ist es dort, wo sowohl die Gleichstellungsbeauftragte wie die Stellvertreterin mit dem Ende ihrer Amtszeit in den Ruhestand gegangen sind.

Haben Sie noch Themen, Fragen, Anekdoten rund um das Thema Wahl? Freue mich auf Rückmeldungen.

Aus aller Welt…

Nach einer neuen FORSA-Studie bekommen Kinder in Deutschland ab ca. dem 4. Lebensjahr Taschengeld. Ich konnte es kaum glauben, bereits zu diesem Zeitpunkt beginnt die ungleiche Entgeltung der Geschlechter. Mädchen erhalten elf Prozent weniger als Jungen!


Ich habe eine kleine Pause im letzten Beitrag angekündigt: Der nächste Blog erscheint dann am 30.8. Zwei Themen beschäftigen mich schon, aber vielleicht ergibt sich in den Sommertagen noch ein Drittes.


Mit feministischen Grüßen

Ute Wellner

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