Knallrot, Spaceblue oder Rosarot und Hellblau

8 Bewertungen

Farben bedienen Stereotype. Farben beeinflussen die Auswahl bei der Stellenbesetzung und anderes.

Liebe Leserin, lieber Leser, alle die meinen Blog verfolgen / mitlesen!

Ich schlage die Zeitung auf und entnehme die Werbung. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die die Werbung gleich entsorgen oder am Briefkasten den Spruch „Bitte keine Werbung einwerfen!“ kleben haben. Nein, ich blättere die beiliegenden Prospekte (nicht alle, und nicht immer) vor der Tonne durch. Neben Dingen die ich möglicherweise erwerben muss oder möchte, schaue ich auf die Präsentationen für das eher weibliche sowie das eher männliche Geschlecht. Und ich frage mich dann immer wieder, was ist der Grund, dass das Eine eine Männerlinie und das Andere eine Frauenlinie ist? Ich frage mich auch, warum es gefütterte Jeans für Männer gibt – eine für Frauen suche ich vergeblich, und das, wo es doch Stereotyp, aber auch bewiesen Frauen wärmer brauchen als die Herren! Darüber kann ich mittlerweile Sprüche machen, auch diskutieren bis „streiten“, mich auch amüsieren. Was mich aber – und das seit einiger Zeit wieder verstärkt – richtig ärgert, sind die vielen rosaroten Töne. Die rosaroten Töne, die sich an unsere Kleinen, unsere Töchter und Söhne, unsere Mädchen und Jungen wenden. In der Vergangenheit hatte ich bei Geschenken die Chance, z.B. auf die Artikel des Herstellers mit den Knöpfen, auszuweichen. Auch dort bin ich vor einiger Zeit mit einer Verkäuferin eines Fachgeschäftes in den Diskurs getreten nachdem sie nach der Frage zu meinen Wünschen nachlegte und mich fragte: „Mädchen oder Junge“. Ich hätte ihr gern erläutert für welches Alter, was bereits vorhanden und möglicherweise nun ergänzt werden könnte oder wo das Interesse des zu beschenkenden Kindes z.Zt. gerade liegt. Nein! Die Dame pflichtete mir nach einem längeren Austausch bei. So habe sie das bisher nicht betrachtet.

Ich bin durchaus ein farbenfreudiger Mensch. Hundertwasser in seiner Buntigkeit – grandios. Tipp am Rande: Bahnhof Uelzen, sehenswert und warm im Winter! Oder die Bauhaus-Farben. Das ist schon auch meins. Magenta, Lila, Pflaume, auch rosa oder rosé sind sehr schöne Farben, mich stört ihre Interpretation. Die Zuschreibungen z.B. zu Alter, Ereignissen, auch Jahreszeit, aber vor allem Geschlecht. Woran erkenne ich ein Mädchen und woran einen Jungen bevor diese sich überhaupt äußern können. Oder dass junge Eltern quasi als erstes gefragt werden nach dem Geschlecht. Nach den Glückwünschen für das neue Leben zu erfahren wie der neue Mensch heißen wird. Der Name statt dem Geschlecht.

Farben und Rollenzuschreibungen! Die eine Farbe ist mehr prädestiniert, eine bestimmte Erwerbstätigkeit zu übernehmen als der Mensch in der anderen Farbe – das ist doch schon merkwürdig. Farbe soll Spaß machen und wirkt sich nicht auf eine Eignung und Qualifikation für eine bestimmte Tätigkeit aus. Aber bis hin ins Kanzler(innen)amt, in die Vorstandsetage, die Professur bestimmt Farbe die Wahrnehmung und Einschätzung der Qualifikation wie auch den Wert einer Aussage / Information. Beispiel: Der deutsche Ethikrat hat eine Präsidentin. Wir sehen sie in den letzten Monaten vielfach mehr in den Medien als in der Vergangenheit es in dieser Position üblich und wohl auch nötig war. Sie heißt Alena Buyx. Weil es ihr gut gefällt, auch anfangs eher zufällig hat sie bei öffentlichen Auftritten, Interviews, in Talkshows rot getragen. Vor Kurzem wurde dies medial thematisiert und hinterfragt, was sie damit für zusätzliche Signale möglicherweise der Bevölkerung mitgeben möchte. Positiv für mich, dass vor den Bundestagswahlen auch 2 Herren zu ihren identischen Krawatten thematisiert wurden. Da hat sich doch ein bisschen was in den vielen Jahren getan.

Zurück noch mal zur Farbe: Farbe ist ein Thema in meinen Veranstaltungen. In den Workshops zur Frauenversammlung wie auch in den Einstiegsveranstaltungen plädiere ich regelmäßig für mehr Farbe im Gleichstellungsbereich. Ein Signal setzen, sich abheben, gesehen werden, in Erinnerung bleiben!

Ps: Es muss ja nicht gleich die ganze Frau sein (wie eine bekannte Politikerin), manchmal reicht ein Tuch, die Schuhe oder wie bei mir die Brille oder was meine Beine umschließt.

Aktuelles aus der Welt

Für das BMFSFJ ist Anne Spiegel im Gespräch. Frau Spiegel war in Rheinland Pfalz vor den letzten Wahlen für dieses Ressort in Verantwortung. In ihrer Zeit ist u.a. das LGG novelliert worden.


Wie immer mit feministischen Grüßen,

Ute Wellner

Weitere Artikel zu folgenden Schlagworten:
Mein Kommentar
Sie sind nicht eingeloggt
Bitte benachrichtigen Sie mich bei neuen Kommentaren.
Ihr Kommentar erscheint unter Verwendung Ihres Namens. Weitere Einzelheiten zur Speicherung und Nutzung Ihrer Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Sicherheitskontrolle: Bitte rechnen Sie die Werte aus und tragen Sie das Ergebnis in das dafür vorgesehene Feld ein. *

0 Kommentare zu diesem Beitrag
HJR_355pxbreit_Beitragsseitenbanner_mitRand2px-min.jpg
Banner_Homeofficeaktion_355px_April2021.jpg
Banner Quizwelt_min.jpg
Twitter-Icon

Folgen Sie uns auch auf Twitter!
Wir informieren Sie rund um das Thema Gleichstellungrecht.
https://twitter.com/GleichstellungR

banner-gleichstellungs-und-gleichbehandlungsrecht.png

Wählen Sie unter 14 kostenlosen Newslettern!

Mit den rehm Newslettern zu vielen Fachbereichen sind Sie immer auf dem Laufenden.

Login
 
Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Kostenlose Hotline: 0800-2183-333
Kontaktformular

Gerne können Sie auch unser Kontaktformular benutzen und wir melden uns bei Ihnen.

Kontaktformular
Beste Antworten. Mit den kostenlosen rehm Newslettern.
Jetzt aus zahlreichen Themen wählen und gratis abonnieren  

Kundenservice

  • Montag - Donnerstag 8-17 Uhr
  • Freitag 8-15 Uhr
  • Sie können uns auch über unser Kontaktformular Ihre Fragen und Anregungen mitteilen.

Verlag und Marken

 

 

Unsere Themen und Produkte

 

Service

 

Rechtliches

Ihre Vorteile

Folgen Sie uns

Partner der


Zahlungsarten 

Rechnung Bankeinzug   MastercardVisa

PayPal Giropay Sofortüberweisung