Väter im Betrieb – aktive Väter – Väter-Welten…

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Väternetzwerke, Väter in der/in meiner Institution, Väter im gesellschaftlichen Umfeld, die Konferenz der LFR NRW (Landesfrauenräte)

Liebe Leserin, lieber Leser, alle die meinen Blog verfolgen/mitlesen!

Vorab: Mit diesem Blogbeitrag verabschiede auch ich mich für die nächsten Wochen in den Sommer. Auftanken; den Stapel an Büchern, die in den letzten Monaten meine Aufmerksamkeit bekommen haben, endlich auch zu lesen.

Überleitung: Urlaubszeit und die Väter – da denke ich an ein Indianer-Ferien-Camp für Kinder und Eltern an der Isar. Darauf hatten vor Jahren zwei Söhne und ihre Mutter Hildegard Lust und Laune.  Hildegard, natürlich Gleichstellungsbeauftragte, war mit ihren beiden Jungs die einzige Mutter dort. Das Camp war auf die Väter eingerichtet und (inhaltlich mehr auf Stereotyp, was macht/möchte mann möglicherweise erleben) ausgelegt, obwohl für Eltern ausgeschrieben. Auch Töchter waren in deutlich geringerer Zahl dort am Klettern, Floss bauen, Feuermachen etc.  als Söhne.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten, wurden es super Ferien. Hildegard und einige der Väter entwickelten schon vor Ort Ideen für die Zukunft aller kleinen und großen, jüngeren und gereifteren zukünftigen Indianerinnen und Indianer. Einige der Väter haben sich anschließend vernetzt. Wieder zu Hause ist daraus ein Vätertreff geworden. Noch heute haben die Gründungsväter Kontakt zueinander und ab und an trifft man sich. Ich glaube aber nicht, dass sie das in einem Indianercamp irgendwo umsetzen.

Die Väter im Arbeitsleben, Väter im Betrieb, aktive Väter, neue Väter – hört sich toll an, finde ich. Eigentlich beschäftige ich mich mit Vätern schon seit Jahrzehnten, auch natürlich in unserer Arbeitswelt. So höre ich (nicht regelmäßig) in „Echte Papas“ rein, einen Podcast zum Thema. Zwei Väter unterhalten sich zu einem Thema aus besagtem Spektrum und laden dazu auch manchmal Gäste ein. Vor einiger Zeit z.B. H. Fischer (Vaterwelten). Amüsant, informativ, Nachdenkliches, Ideen, was passieren könnte, müsste, sollte… Mein Ohr gilt insbesondere den Hürden, Stereotypen,... die diese Personen am Arbeitsplatz mit Kolleginnen und Kollegen, vorgesetzten Personen, aber auch im gesellschaftlichen Umfeld erfuhren, oder erfahren mussten. Da wird diskutiert über

  • die Gleichwertigkeit von Care UND Erwerbsarbeit und
  • darüber, dies für sich als Mann und Vater in die Waage zu bringen. Da sprechen die Männer von einer
  • selbstverständlichen Verpflichtung aller, Care-Arbeit mit zu tragen. Zu hören ist auch,
  • es geht nicht ohne uns (Männer). Aber auch die Rechtfertigungen gegenüber z.B. Vorgesetzten, aus welchem Grund man früher gehen muss oder nicht gekommen ist zum gemeinsamen Bowlen.

In vielen Dienststellen, bei vielen Arbeitgebenden gilt ab einer bestimmten Position eine Quasidauerverfügbarkeit. Präsenzkultur, wenn ich Verantwortung übernehmen möchte, ist unausgesprochene Voraussetzung. Ein Grund, wie bekannt, dass so einige Frauen auf der Karriereleiter noch nicht dort angekommen sind wo Eignung, Leistung und Qualifikation sie eigentlich bereits hätte hinbringen müssen.

Thema ist wie bei Frauen und Müttern bei den Männern und Vätern: die strukturellen Rahmenbedingungen. Die Strukturen funktionieren nicht/noch nicht ausreichend, wird festgestellt. Ein sehr bekanntes Thema in der Gleichstellungsarbeit!

Kurzer Blick auf meinen Besuch bei der Konferenz der NRW Landesfrauenräte (LFR) vor Kurzem. Auch hier dieses Thema wie gesagt. Verschiedenste Schwerpunkte bestimmten den Vormittag. Laufende, abgeschlossene und teilweise geförderte Projekte werden vorgestellt (Bündnis Sorgearbeit fair teilen in Berlin oder Zeitpolitik aus Gleichstellungssicht in Mecklenburg-Vorpommern, Equal Care und Verortung in der Nachhaltigkeitsdiskussion, weitere). War interessant! Teilweise gibt es was zum Nachlesen, wie den „Leitfaden zur Zeitpolitik“. Und (zeitweise) auf der Bühne: „Podiumsdiskussion“, drei Väter (Vaterwelten, HeForShe, Projekt Equal Care) und die Moderatorin. Alles was ich oben geschrieben habe, haben diese drei auch berichtet. Gefehlt hat an diesem Tag auch nicht der Medienaufmacher kurz vorher: Anton Hofreiter. Der bekannte Abgeordnete der Grünen, hatte seinen Sohn im Bundestag dabeigehabt die Woche. Dass geklatscht worden ist etc., fand bei den drei Vätern eher weniger Applaus. Drei Reaktionen zu Müttern, die dies so händeln würden, wurden von ihnen aufgezählt:

  • Frau hat wohl ihr Leben nicht im Griff,
  • Rabenmutter, dem Kind das anzutun,
  • und der Job ist ihr wohl nur bedingt wichtig.

Eigentlich geht es doch um das Gleiche. Es geht um Eltern die Familienarbeit und Erwerbsarbeit vereinbaren wollen. Es sind wohl aber doch zwei verschiedene Welten die dann vom Geschlecht bestimmt werden.

Ich bin für gemeinsam: gemeinsam im Erwerbsleben und gemeinsam im Familienleben. Die Frauen/Mütter sind aktiv seit Jahren. Die Männer/Väter haben Nachholbedarf. Sie können von den Erkenntnissen der anderen profitieren. Nicht dafür bin ich, dass die Gleichstellungsbeauftragten bildlich gesprochen vor diesen Wagen gespannt werden. Initiieren, mitmachen, mitgestalten gern, aber dann müssen die Väterwelten alleine weiterlaufen.

Und noch was „Aus aller Welt“

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) hat nach langer Vakanz wieder ein Gesicht, eine Leitung. Viel Diskussion, knappes Abstimmungsergebnis, gefolgt wurde dem Vorschlag zur Wahl von Ferda Ataman. Jetzt muss noch der Haushalt , die Finanzen, diesem Thema entsprechend,deutlich erhöht werden, für eine gute Arbeit.


Tschüss und einen schönen Sommer.

Mit feministischen Grüßen,

Ute Wellner

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