Vertrauensfrau_en, 1, 2, oder mehr

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Vor ein paar Tagen ruft mich eine Gleichstellungsbeauftragte an, um nach den Üblichkeiten, wie es so geht und frau durch die Pandemie kommt, dabei erfahre ich, dass sie sich entschieden hat, zukünftig Vertrauensfrauen in den entfernteren kleinen Dienststellen zu installieren. Sie selbst startet gerade in die 2. Amtszeit. Sie habe auch bereits mit einigen Frauen vor Ort gesprochen und Interessierte gefunden. Eigentlich hatte sie beabsichtigt, mit den neuen „möglichen" Kolleginnen zu meinem Seminar für die Vertrauensfrauen zu kommen, oder auch inhouse etwas anzubieten, aber leider darf beides aufgrund des uns immer noch einschränkenden Virus nicht stattfinden.

Liebe Leserin, lieber Leser,

nun möchte sie gern vorab einige Fragen, die sie umtreiben, mit mir besprechen, um dann das neue bzw. gefestigte Wissen weiter zu geben. Die Gleichstellungsbeauftragte hatte in der Vergangenheit einige Seminare bei mir besucht. Erst einmal selber in der ihr noch unbekannten Funktion ankommen, bevor sie das Thema Vertrauensfrau angehen wollte. Sie erzählt, dass sie zum Ende der ersten Amtszeit bei ihren Überlegungen, ob sie weitermacht, (war, für sie wohl schnell entschieden, so hört es sich für mich an) eine Liste mit Für und Wider Vertrauensfrau erstellt hat. Ihre alte und auch neue Stellvertreterin meinte bei der Darstellung der Überlegungen: Sie habe sich schon länger gewundert, dass es bei ihnen keine „Augen und Ohr-Frauen" gäbe. Sie halte das nämlich für eine gute Idee, und das dann vergrößerte Gleichstellungsteam habe doch (möglicherweise) eine größere Sichtbarkeit. Und außerdem würde ich, (Ute Wellner), ja auch für diese Funktion werben! Die Zeit mit weniger Beschränkungen im Umgang miteinander wurde erfolgreich genutzt, um interessierte Personen zu finden – übrigens mehr als es Dienststellen gibt.

Nachdem ich ihr gesagt hatte, dass ich ca. eine halbe Stunde Zeit hätte, legte sie los. Sie war vorbereitet, hatte eine Liste mit Klärungsbedarf mitgebracht.

Zuerst möchte sie mal die Formalien klären: Sie verständigt sich mit einer interessierten Frau vor Ort über die Übernahme dieser Funktion, anschließend schlägt sie die Frau mit der Bitte um Bestellung der jeweiligen Dienststellenleitung vor, dann wird Frau, soweit sie immer noch einverstanden ist, bestellt. Sie möchte das gern schriftlich machen und hat sich dafür von einer anderen Gleichstellungsbeauftragten ein von mir formuliertes Musterschreiben besorgt. Ob sie das verwenden darf? Kein Problem, und das von ihr geplante Vorgehen ist korrekt (entspricht dem Gesetz).

Die Kollegin mit dem Musterschreiben von mir habe ihr schon mal gut geholfen, denn mit dem BGleiG habe sie so ihre Schwierigkeiten bei diesem Thema. So richtig stünde da nichts, was sie gerade brauche und suche.

Nächste Frage: Ab wann ist sie Vertrauensfrau und bekommt sie auch ein Ernennungsschreiben wie sie und die Stellvertreterin? Dazu hat sie auch nichts gefunden! Ich sage ihr, dass das alles nicht so einfach ist –manchmal mit den gesetzlichen Regelungen–

auch im BGleiG nicht und (Spruch von mir…) muss ja auch einen Grund geben, dass eine juristische Ausbildung eher länger ist. Zur Antwort: Vertrauensfrau ist sie, sobald sie einer Bestellung gegenüber der Leitung zugestimmt hat und dann bis zum Ende der Amtszeit der Gleichstellungsbeauftragten. Ob sie etwas Schriftliches ausgehändigt bekommt, hänge von den Üblichkeiten des Hauses ab, dem BGleiG reicht die formlose Bestellung, wie es so nett heißt.

Sind schon über der Zeit… noch eine Frage bitte! Hat sie richtig gelesen, dass der Vertrauensfrau eine Entlastung zusteht, denn darauf möchte sie gleich zu Beginn mit dem Schreiben auch hinweisen? Das ist richtig. 10 Prozent der üblichen Regelarbeitszeit.

Die Liste ist noch nicht abgearbeitet. Wir vereinbaren einen Online-Termin, gemeinsam mit der Stellvertreterin und sie mailt mir ihren Fragenkatalog vorab zu.

An unserem Austausch wollen wir sie teilhaben lassen, daher geht es im nächsten Blog weiter mit Fragen rund um die Funktion Vertrauensfrau.


Anderes Thema, ich wollte ja noch weiteres zu meiner Person erzählen:

Mit den Umsetzungen der Landesgleichstellungsgesetze und dann endlich 1994 dem Frauenfördergesetz mit dem Geltungsbereich Bund veränderte sich mein Tätigkeitsbereich „ins Haus in die Institution". Die Begleitung der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten in ihrer Arbeit vor Ort mit den weiblichen Beschäftigten von der Einstellung über die Vielfältigkeit der Themen in einem weiblichen Arbeitsleben bis zum Ausscheiden (aus, welchen Gründen auch immer). Es gab (gibt immer noch, aber anders) viele Baustellen zu bearbeiten. Denke ich allein an die Stellenausschreibungen in dieser Zeit, da haben wir tatsächlich einiges verändern können. Und dann das Thema Vereinbarkeit der Dauerbrenner über die Zeit bis heute.

In Kommunen, Landes- und Bundesministerien – Anstalten der Privatwirtschaft mit ihren Leitlinien zur Frauenförderung – ich war dabei.

Aus aller Welt:

  • Equal Care Day: 1.3.
  • Weltfrauentag: 8.3.
  • Equal Pay Day: diesmal 10.3.,
    und am 14.2. gab es viele Bilder und Videos von Frauen zu One-Billion-Rising.

Vor kurzem ist Barbara Stolterfoht mit 80 Jahren verstorben. Sie soll die 1. Frauenbeauftragte in Deutschland gewesen sein. Bestellt für die schöne Stadt Kassel 1984. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das mit der Ersten korrekt ist. Konnte meine Recherche leider vor Abgabe des Blog-Textes nicht abschließen.

Es gibt aus Hessen Weiteres zu berichten. Der Hessische Rundfunkrat – nun mehrheitlich weiblich besetzt! Nach der konstituierenden Sitzung gehören dem Gremium nun 17 Frauen und 15 Männer an. Es wird!

Anmerkung: Neuer Vorsitzender ist Rolf Müller (kein Thomas!) Chef vom Landessportbund.


Mit feministischen Grüßen

Ute Wellner

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1 Kommentar zu diesem Beitrag
kommentiert am 10.03.2021 um 09:53:
Hallo Frau Wellner, dieses Telefonat hätten auch wir beide in ähnlicher Form führen können, die Wahlen stehen vor der Tür und damit auch die Einrichtung von Vertrauensfrauen. Herzlichen Dank für die bisherigen Informationen und ich freue mich sehr auf die Fortsetzung im nächsten Blog. Alles Gute Michaela Wiewer
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