Vertrauensfrau_en, 3. Teil: Treffen wie im Bienenstock

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Fortbildung heißt unser Thema! Wo muss ich die Fortbildung beantragen? Wie viele Fortbildungen pro Jahr darf ich machen?

Liebe Leserin, lieber Leser,

nach der üblichen Suche nach einem Termin, der für Alle passt, haben wir zwischenzeitlich getagt. Sie erinnern sich ein Online-Treffen mit der Möglichkeit, die eigenen Fragen stellen zu können wurde nach dem letzten Gespräch (mit der Gleichstellungsbeauftragten und Stellvertreterin) gewünscht. Diesmal war es nicht so wichtig, die Osterferien zu beachten, wie sonst üblich.

Die Stellvertreterin hatte ja die Aufgabe übernommen, einen Leitfaden für die zu übertragenen Auswahlgespräche zu erstellen. In dem Zusammenhang und zu einigen anderen Fragen hatten wir uns zwischendurch mehrmals ausgetauscht. Interessantes aus diesem Austausch lasse ich mit einfließen.

Anwesend waren 13 Frauen. Zu Beginn präsentierten sich alle in Großaufnahme mit 4 bis 6 Sätzen. U.a. erfuhren wir nun, dass eine Kollegin bis zu ihrem beruflichen Wiedereinstieg im autonomen Frauenzentrum aktiv mitgemacht hat: FrauenOrte, …. Eine andere ist Ortsbürgermeisterin und engagiert sich in der Namensgebung von Straßen und Plätzen …. Es war so spannend, aber leider musste ich bremsen, denn ich hatte ja einen Auftrag, an dem wir arbeiten wollten.

Ich rief die vorab gemeldeten und reihum gemailten Fragen auf und ließ punkten. Meine zweite Frage war die nach „Aktualität“ eines mitgebrachten Anliegens.

Ein Dankeschön von zwei Vertrauensfrauen an die Stellvertreterin, der Leitfaden für die Auswahlgespräche sei sehr hilfreich. Eine Andere: wenn dann wieder welche stattfinden….

Fortbildung heißt unser Start-Thema. Im BGleiG nichts gefunden. Ist unser Treffen heute eine Ausnahme? Der Personalrat fährt zu so vielen Fortbildungen, kann die Vertrauensfrau sich auch zu Gleichstellungsseminaren anmelden? Wo muss das beantragt werden?

Ja, leider sind im BGleiG die Vertrauensfrauen nicht explizit genannt, wenn es um Fortbildungen geht. Wir finden den Anspruch der Gleichstellungsbeauftragten und der Stellvertreterin_ innen (§ 10 Abs 5) im Gesetz benannt. Aber auch die Vertrauensfrauen brauchen natürlich die ein oder andere Fortbildung Schulung, um die übernommene Funktion gut vor Ort umzusetzen, vertreten zu können. Zum Einen ist es wichtig zu wissen, was frau darf, heißt, was sie für Rechte hat und zu wissen, welche Pflichten es gibt. Natürlich kann das auch die Gleichstellungsbeauftragte/Stellvertreterin vermitteln, dann das aber. Immer wieder heißt es: Das wird bei uns (aber) so im Haus gemacht – versus – was sagt der Gesetzgeber zu diesem Thema. Nicht unterschätzt werden sollte zudem der in Seminaren stattfindende Austausch, die Vernetzung mit Vertrauensfrauen aus anderen Häusern bundesweit. Das kann hilfreich sein, wenn die "eigene" Gleichstellungsbeauftragte nicht erreichbar ist oder frau nicht im „eigenen“ Haus nachfragen möchte. Zu hören, wie läuft es anderswo, ist i. d. R. immer gut.

Ganz bewusst setzt der Gesetzgeber voraus, dass es für diese Gleichstellungsfunktionen DIE Qualifikation / DIE Voraussetzungen (außer, dass es eine Frau sein muss), nicht geben muss. Jede bringt anderes Wissen mit ins Amt und frau muss dann individuell für sich klären, was brauche ich, was hilft mir etc. Das gilt – sicher in einem begrenzteren Umfang – auch für die Funktion einer Vertrauensfrau. Aus manchen Institutionen lerne ich sie in einem Einstiegsseminar extern oder auch intern kennen und sehe die Frau nie wieder. In anderen Institutionen sehe ich sie immer wieder zu verschiedensten Themen. Ist abhängig von der Frau, der Übertragung von Aufgaben und was steht möglicherweise in den Dienststellen aktuell /zukünftig an.

Ob eine Vertrauensfrau sich selber zu der Fortbildung anmeldet oder ob dies über das Gleichstellungsbüro läuft, muss die Gleichstellungsbeauftragte überlegen und entsprechend klären. Bundesweit ist kein roter Faden zu erkennen.

Wo muss ich die Fortbildung beantragen? „Anzuzeigen“ wirft die Stellvertreterin hier ein! Nein!

Die Gleichstellungsbeauftragte und die Stellvertreterin sind beide weisungsfrei in ihrer Funktion. Diese Weisungsfreiheit bedeutet, dass sie für sich entscheiden, welches Seminar sie im Rahmen ihrer Funktion benötigen. Das Ergebnis ihrer Auswahl zeigen sie dem Dienstherrn an. Die Dienststelle kann Bedenken geltend machen bzgl. des Preises, des Termins, der Übernachtung im Veranstaltungshaus – aber nicht die Teilnahme ablehnen. Dagegen ist die Klage möglich! Vertrauensfrauen sind nicht weisungsfrei. Sie sind der „verlängerte“ Arm der Gleichstellungsbeauftragten ­– wie ich es nenne. Für sie gilt nicht „gleiche Rechte und Pflichten…“, wie es für die Stellvertreterin formuliert ist.

Wie viele Fortbildungen pro Jahr darf ich machen? Nach oben gibt es keine Grenze, eigentlich.

Nachfrage der Gleichstellungsbeauftragten: Meine Seminare für die Vertrauensfrauen sind 1,5 Tage kurz. Grund? Richtig, biete ich häufiger so an. Hat sich bewährt, da dann grundsätzlich der wichtige Abend für den Austausch, die Vernetzung miteinander gegeben ist. UND noch was:  Eine Übernachtung in einem schönen Hotel wird als Wertschätzung für die Wahrnehmung dieser Funktion verstanden. Vor vielen Jahren in einem meiner ersten Inhouse-Seminare mit den Vertrauensfrauen sagte mir die dortige Gleichstellungsbeauftragte, sie habe mit der Geschäftsführung vereinbart, dass IHRE Frauen für die eine Nacht im gleichen Hotel absteigen wie der Vorstand. Über viele Jahre war das dort im Haus ohne Diskussion. 2018 wurde diskutiert und die alten „Häsinnen“ träumten beim Abendessen von vergangenen Menüs. 2022 ist in Planung. Wunsch und Wirklichkeit – frau wird es sehen.

Unser Austausch war damit nicht zu Ende. Mehr im nächsten Blog.

Aus aller Welt:

Gendern ist nicht nur ein Thema in Deutschland, war heute den Medien zu entnehmen. Auch anderswo wird kontrovers zu Sprache diskutiert. Es finden sich auch Beispiele im (so gepriesenen) Englischen.

Am Freitag 16.4. fand erstmalig digital der Kongress "WomenPower" wie immer im Rahmen der Hannover Messe statt. Wunsch vieler Personen auf den Podien wie im Chat für 2022: Präsenz! Mit der Möglichkeit, sich zuzuschalten!


Mit feministischen Grüßen

Ute Wellner

 

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