Autobahn GmbH: Tarifwerk steht

Jetzt bewerten!

Die Autobahn GmbH des Bundes hat sich mit den Gewerkschaften auf ein umfassendes Haustarifwerk für die Autobahngesellschaft geeinigt.

Am 30.9.2019 haben sich die Tarifparteien auf ein umfassendes Haustarifwerk für die Autobahn GmbH des Bundes geeinigt. Stephan Krenz, Vorsitzender der Geschäftsführung, und Gunther Adler, Geschäftsführer Personal der Autobahn GmbH des Bundes, unterzeichneten in Berlin das Tarifwerk mit der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di sowie dem dbb Beamtenbund und Tarifunion.

Im Mittelpunkt der am 30.9.2019 unterschriebenen Teile des Tarifwerks steht der Einführungs- und Überleitungstarifvertrag (EÜTV). Zudem konnten Einigungen zur Errichtung eines Übergangsbetriebsrats und den zukünftigen Mitbestimmungsstrukturen erzielt werden. Für die Beschäftigtengruppe der Kraftfahrer wurde zusätzlich ein separater Tarifvertrag abgeschlossen. Mit diesen neuen Elementen sowie dem Tarifvertrag über das Entgeltgruppenverzeichnis, dem Manteltarifvertrag und dem Tarifvertrag für Nachwuchskräfte, welche bereits am 12.7.2019 beschlossen wurden, ist das Tarifwerk nun vollständig.


Umfassende Sicherung der Besitzstände

Der EÜTV regelt den Übergang der bisherigen Beschäftigten der Auftragsverwaltungen der Länder in das neue Tarifwerk der Autobahn GmbH des Bundes. Er sichert dabei umfassend die bisherigen tariflichen Besitzstände. Damit hält die Gesellschaft Wort: Kein übergehender Beschäftigter wird durch einen Wechsel schlechter gestellt. Neben der Mitnahme von Entgeltgruppe, Erfahrungsstufe und Stufenlaufzeit werden darin auch Regelungen für die Weiterführung von wesentlichen Zulagen getroffen. Außerdem werden zentrale Beschäftigtengruppen, konkret Straßenwärter, Beschäftigte in Werkstätten, Fernmeldetechniker, weitere Beschäftigte des Straßenbetriebsdienstes sowie Kolonnenführer automatisch höhergruppiert, wenn sie heute in bestimmten Entgeltgruppen eingruppiert sind. Auch Nachteilsausgleiche für einen längeren Arbeitsweg wurden für den Fall eines notwendigen Wechsels der Arbeitsstätte vereinbart. Das schafft für alle übergehenden Beschäftigten Klarheit über die Wechselbedingungen zur Autobahngesellschaft.

Allen Beschäftigten, die sich für einen Wechsel zum 1.1.2021 zur Autobahngesellschaft entscheiden, wird zudem ein einmaliger Wechselzuschlag in Höhe von 1.500 Euro geboten.


Sicherheit durch weitreichenden Kündigungsschutz

Der EÜTV legt zudem fest, dass betriebsbedingte Kündigungen bis 2030 für alle Beschäftigten ausgeschlossen werden – das gilt insbesondere auch im Zusammenhang mit etwaigen ÖPP Projekten. Zudem wird der Kündigungsschutz für besonders langjährig Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst übernommen und auf das gesamte Tarifgebiet ausgeweitet. Doch auch über 2030 hinaus wird die Autobahn GmbH als eine Gesellschaft im unveräußerlichen Besitz des Bundes sichere Arbeitsplätze bieten.


Fokus auf ausgeübte Tätigkeit und Entwicklungschancen

Das umfassende Tarifwerk der Autobahn GmbH des Bundes setzt einen Schwerpunkt auf die konkreten, den Beschäftigten übertragenen Tätigkeiten. Das bedeutet zum einen, dass die Eingruppierung nach der Eignung der Beschäftigten und den tatsächlichen Tätigkeiten erfolgt. Zum anderen setzt die Autobahngesellschaft auf eine höhere Stufendurchlässigkeit mit der Möglichkeit, den überdurchschnittlichen Einsatz besonders anzuerkennen. Eine starre Orientierung an Formalqualifikationen (z. B. Abschlüsse) wird es nicht geben.


Faire Entlohnung der Beschäftigten

Die Autobahngesellschaft stellt sich zukunftssicher auf. Die Entgelttabelle liegt in allen Bereichen über dem Niveau des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) – alle Beschäftigten erhalten somit mehr Grundentgelt. Darüber hinaus werden alle Beschäftigten unabhängig von der Entgeltgruppe ein volles 13. Monatsgehalt erhalten. Erstmalig für das Jahr 2022 werden Beschäftigte in Zukunft zudem durch ein Bonusprogramm am Unternehmenserfolg beteiligt.


Eine Autobahn, ein Lohn

Als Bundesgesellschaft gelten bei der Autobahn GmbH des Bundes in allen Bundesländern die gleichen Tarife – egal ob Ost oder West. Bei wichtigen Fragen wie Entgelt, Arbeitszeiten oder Kündigungsschutz gibt es keine Unterschiede mehr. Bundesweit wird es einheitliche Arbeitszeiten von 39 Wochenstunden geben sowie eine reduzierte Arbeitszeit von 38,5 Wochenstunden für Beschäftigte, die ständig Wechselschicht- oder Schichtarbeit leisten sowie für Beschäftigte in Autobahn-, Straßen- und Fernmeldemeistereien und Kfz-Werkstätten.


Attraktive Rahmenbedingungen

Das nunmehr vervollständigte Tarifwerk bietet für die Beschäftigten zahlreiche Vorteile, gleichzeitig erhält es viele der positiven Aspekte einer Tätigkeit im Öffentlichen Dienst. Die Autobahn GmbH des Bundes setzt sich zudem dafür ein, die betriebliche Altersversorgung des öffentlichen Dienstes (VBL) weiterzuführen. Zusätzlich wurden eigenständige Tarifverträge für bestimmte Beschäftigtengruppen, z. B. Nachwuchskräfte und Kraftfahrer, erarbeitet.


Quelle: Pressemitteilung der Autobahn GmbH des Bundes vom 30.9.2019



Bernhard Faber
Richter am Arbeitsgericht Augsburg a. D.

Breier / Dassau / Kiefer † / Lang / Langenbrinck

Tarif- und Arbeitsrecht im öffentlichen Dienst

Vierteljahrespreis‎ 254,99 €
Online-Produkt
Breier / Dassau / Faber / Hoffmann

Eingruppierung in der Praxis

Vierteljahrespreis‎ 41,99 €
Online-Produkt
Mein Kommentar
Sie sind nicht eingeloggt
Bitte benachrichtigen Sie mich bei neuen Kommentaren.
Ihr Kommentar erscheint unter Verwendung Ihres Namens. Weitere Einzelheiten zur Speicherung und Nutzung Ihrer Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Sicherheitskontrolle: Bitte rechnen Sie die Werte aus und tragen Sie das Ergebnis in das dafür vorgesehene Feld ein. *

0 Kommentare zu diesem Beitrag
Login
 
Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Kostenlose Hotline: 0800-2183-333
Kontaktformular

Gerne können Sie auch unser Kontaktformular benutzen und wir melden uns bei Ihnen.

Kontaktformular
Beste Antworten. Mit den kostenlosen rehm Newslettern.
Jetzt aus zahlreichen Themen wählen und gratis abonnieren  

Kundenservice

  • +49 0800-2183-333
  • Montag - Donnerstag:    8-17 Uhr
  • Freitag:                           8-15 Uhr
  • Sie können uns auch über unser Kontaktformular Ihre Fragen und Anregungen mitteilen.

Verlag und Marken

Unsere Themen und Produkte

 

Service

 

Rechtliches

Zahlungsarten 

Rechnung Bankeinzug   MastercardVisa

PayPal Giropay Sofortüberweisung