Tarifeinigung im Sozial- und Erziehungsdienst erzielt

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Nach dreitägigen Verhandlungen in Hannover haben die VKA und die Gewerkschaften am 30.09.2015 einen Tarifkompromiss im Sozial- und Erziehungsdienst erreicht. Die künftige Mehrbelastung für die Kommunen soll rund 315 Millionen Euro betragen.

Liebe Leserinnen, liebe Leser,


der Tarifabschluss liegt um etwa neun Millionen Euro über der Schlichterempfehlung.

ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske sieht in dem Ergebnis Verbesserungen für das Gros der Beschäftigten. Ein Durchbruch sei möglich geworden, weil die Arbeitgeber – anders als noch im August – zu einer deutlichen Veränderung der Schlichtungsempfehlung bereit gewesen seien.

Ganz anders bewertet VKA-Präsident Dr. Thomas Böhle das Tarifergebnis, der darauf hinweist, dass das Schlichtungsergebnis grundsätzlich umgesetzt worden sei.

Vom Schlichterspruch abweichende Veränderungen wurden von den Tarifvertragsparteien im Wesentlichen durch Verschiebungen innerhalb der einzelnen Entgeltgruppen vorgenommen. Umschichtungen gab es insbesondere innerhalb der Entgeltgruppen in der Basiseingruppierung und bei Tätigkeiten, mit einem besonders hohen Schwierigkeitsgrad. Darüber hinaus wurde die Eingruppierung im Sozialdienst in der Entgeltgruppe S 14 punktuell verbessert. Unverändert blieb die Laufzeit bei fünf Jahren rückwirkend beginnend ab dem 01.07.2015. Die Gewerkschaften konnten sich nicht mit Ihrer Forderung nach einer pflichtigen Anrechnung von Vordienstzeiten durchsetzen.

Durch die Tarifeinigung konnte ein insbesondere für die Eltern und Kinder überaus belastender Arbeitskampf einvernehmlich beendet werden. Die tarifabschließenden Gewerkschaften haben zu Beginn des Arbeitskampfes gefordert, die Entgelte im Sozial- und Erziehungsdienst um durchschnittlich zehn Prozent zu erhöhen. Hätten die Gewerkschaften sich mit dieser Forderung durchgesetzt, wäre eine zusätzliche Belastung von etwa 1,2 Milliarden Euro auf die Kommunen zugekommen. Die Gehälter steigen nun mit der Tarifeinigung im Durchschnitt um ca. 3,3 Prozent, wobei die Steigerungen für die verschiedenen Berufsgruppen unterschiedlich ausfallen.



Das Tarifergebnis darf ich Ihnen im Wesentlichen wie folgt zusammenfassen:

Erzieher/innen
Für Erzieher/innen bleibt es bei den bisherigen Eingruppierungsmerkmalen. Die Entgeltgruppen S 6 und S 8 werden umbenannt in „S 8a“ und „S 8b“. Die Beträge erhöhen sich um durchschnittlich 4,2 bzw. 2,8 Prozent. Das Monatsgehalt von Erzieher/innen mit staatlicher Anerkennung mit Grundtätigkeiten (S 8a) liegt damit ab 01.07.2015 zwischen 2.700 (Stufe 2) und 3.428 Euro (Stufe 6).

Bei der Entgeltgruppe der Erzieher/innen mit besonders schwierigen fachlichen Tätigkeiten (S 8b) werden die Tabellenentgelte auf 2.760 (Stufe 2) bis 3.830 Euro (Stufe 6) angehoben. Zusätzlich werden die Stufenlaufzeiten in den Stufen 4 und 5 um jeweils zwei Jahre verkürzt, auf sechs bzw.  acht Jahre. Erzieher/innen mit fachlich koordinierenden Tätigkeiten (S 9) bleiben in der Entgeltgruppe S 9. Die Tabellenwerte entsprechen denen der Entgeltgruppe S 8b, allerdings bleibt es bei den regelmäßigen Stufenlaufzeiten.

Kinderpfleger/innen
Die Tabellenentgelte in den drei Entgeltgruppen der Kinderpfleger/innen (S 2, S 3 und S 4) steigen um 50 bis 151 Euro. Das entspricht durchschnittlichen Steigerungen je nach Entgeltgruppe von 2,3 Prozent, 3,3 Prozent und 3,8 Prozent.

Kita-Leitungen
Für die Kita-Leitungen wurden Höhergruppierungen um ein bis zwei Entgeltgruppen vereinbart. Es bleibt beim bisherigen Eingruppierungskriterium „Anzahl der Plätze“. Allerdings führt ein Unterschreiten der Durchschnittsbelegung um fünf Prozent erst nach drei – und nicht wie bislang bereits nach einem Jahr – zur Herabgruppierung.

Sozialarbeiter/-innen
Die Eingruppierung für Sozialarbeiter/innen und Sozialpädagogen/innen bleibt unverändert (EG S 11, S 12 und S 14). Die Tabellenentgelte der S 11 und der S 12 werden leicht angehoben, um durchschnittlich 1,8 bzw. 1,4 Prozent. Die Entgeltgruppe S 14 erhöht sich um durchschnittlich 1,9 Prozent.

Handwerklicher Erziehungsdienst
Hier gibt es Entgeltsteigerungen bei den Gruppenleitungen von bis zu 3,3 Prozent.

Für weitere Einzelheiten darf ich Sie auf das als Download beigefügte Einigungspapier der Tarifvertragsparteien vom 30.09.2015 verweisen.

Am 02.10.2015 haben Streikdelegierte und die ver.di-Bundestarifkommission in Fulda über das Tarifergebnis beraten. Es gilt eine Erklärungsfrist bis zum 31.10.2015. Mit einer Annahme des Tarifergebnisses ist zu rechnen, da die Verhandlungskommission eine entsprechende Empfehlung ausgesprochen hat. Die GEW Gremien haben einem Abschluss auf der Grundlage des Tarifergebnisses zugestimmt und empfehlen den Mitgliedern die Annahme. Dazu wird in den nächsten Wochen eine Urabstimmung durchgeführt.

Also, alle nochmal durchatmen, der Tarifkonflikt ist vorbei!

Ihr Boris Hoffmann


 

Einigungspapier zum Download

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