Tarifverhandlungen im Sozial- und Erziehungsdienst

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

 

seit dem 13. August werden die Tarifverhandlungen für den Sozial- und Erziehungsdienst in Offenbach fortgesetzt. Die Fronten sind verhärtet. Die Gewerkschaften haben den Schlichterspruch abgelehnt und drohen mit neuen Streiks. Der Arbeitgeberverband reagiert mit Unverständnis. VKA-Präsident, Dr. Thomas Böhle, verweist darauf, dass der Schlichterspruch einvernehmlich gefallen sei, sodass ein erneuter Streik „absurd“ ist.

 

Die Stimmung ist vergiftet. Beide Tarifparteien werfen sich gegenseitig vor, ihre Mitglieder bewusst falsch über die inhaltlichen Fakten des Schlichterspruches informiert zu haben.

 

In der Pressemitteilung vom 10. August verweist die VKA etwa darauf, dass seit dem Tarifabschluss vom 1. April 2014 allein die Zugewinne für Erzieherinnen und Erzieher mit Grundtätigkeiten zwischen 7,5 und 10,6 Prozent lägen. Verdi kontert gleich am nächsten Tag in einer eigenen Pressemitteilung mit dem Hinweis, dass es sich hierbei um eine Falschbehauptung handele, da in der Endstufe von den angeblich insgesamt 10,6 Prozent Zuwachs, 5,4 Prozentpunkte auf die allgemeinen Tabellenerhöhungen entfielen.

 

Wer hat nun Recht? Machen Sie sich bitte selbst ein Bild. Aber ist dies überhaupt wichtig? Anstatt weiterhin Zeit zu vergeuden, ist es nunmehr dringend geboten, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und die eigenen Emotionen zu bremsen. Eine gute Ausbildung unserer Kinder ist nicht umsonst zu haben. Vielmehr benötigen wir gut ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher, deren gemeinnützige Arbeit angemessen zu entlohnen ist.

 

Hierbei dürfen die allgemeinen Durchschnittsgehälter im öffentlichen Dienst nicht außeracht gelassen werden. Erzieherinnen und Erzieher verdienen zum Beispiel (zu Recht?) bereits mehr als Feuerwehrleute oder als das Krankenhauspersonal. Darüber hinaus haben sich die Gehälter im Sozial- und Erziehungsdienst seit 2009 bereits deutlich (zu Recht)  verbessert. Allerdings arbeiten mit 60 Prozent der Erzieherinnen und Erzieher nach einer Studie der Bertelsmann-Stiftung doppelt so viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie im Durchschnitt aller Branchen in Teilzeit und dies häufig sogar gegen ihren Willen. Darüber hinaus fehlen laut dieser Studie rein rechnerisch rund 120.000 zusätzliche in Vollzeit arbeitende Erzieherinnen und Erzieher in Kindergärten, Kindertagesstätten und Horten. Damit betreut jeder Erzieher im bundesdeutschen Durchschnitt 4,4 Kleinkinder, sodass die Arbeitsbelastung entsprechend hoch ist.

 

Aus meiner Sicht vorbildlich aufgestellt, sind insbesondere unsere europäischen Nachbarn in Italien, Frankreich und Schweden. Dort verdienen die Erzieherinnen und Erzieher ebenso viel wie Grundschul-Lehrerinnen und Lehrer. Um den hohen Anforderungen einer Tätigkeit als Erzieherin oder Erzieher gerecht zu werden, werden diese allerdings universitär in einem fünfjährigen Kurs ausgebildet.

 

Über den Fortgang der Tarifverhandlungen werde ich weiter berichten. Damit verbleibe ich zunächst

 

mit sommerlichen Grüßen

 

Ihr Boris Hoffmann

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