Wie sexy darf eigentlich eine Polizistin sein?

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Es ist ja allgemein bekannt, dass die Polizei gerade in den „neuen“ Bundesländern und in den Ballungszentren ein Nachwuchsproblem hat. Der Polizeiberuf ist zwar alles andere als langweilig, aber man verdient zu wenig, darf keine Tattoos tragen und selbst wenn man einer lukrativen Nebenbeschäftigung ­ etwa als Instagram-Star – oder YouTube-Bloggerin nachgehen möchte, bestehen hohe Hürden1.

Liebe Leserin, lieber Leser,

Mehtap Öger ist Beamtin bei der Schutzpolizei Berlin. Die 34-Jährige betreibt einen Instagram-Account, auf dem sie sich neben privaten Outfits auch in einer Polizeiuniform zeigt.2 Als Beamtin repräsentiert Mehtap Öger aber den Staat und ihre Behörde. Adrienne Koleszar wiederum soll die schönste Polizistin Sachsens sein. Auch sie veröffentlicht „sexy“ Bilder im Internet.3

Die Frage ist, ob eine solche Tätigkeit zulässig ist. Die Antwort hierauf hängt zunächst davon ab, ob es sich hierbei um eine bezahlte Tätigkeit oder ein reines Hobby handelt. Nebentätigkeiten bedürfen grundsätzlich der Genehmigung, wenn sie gegen Entgelt ausgeübt werden. Aber nach Art. 2 Abs. 1 und Art. 12 GG hat aber jeder Beamte/jede Beamtin einen Rechtsanspruch auf Erteilung der Genehmigung, wenn kein öffentliches Interesse an einer Ablehnung eines entsprechenden Antrags besteht.

Siehe dazu den Beitrag: Rechtsanspruch auf Nebentätigkeit

Der einzige denkbare Ablehnungsgrund könnte hier das „Ansehen der öffentlichen Verwaltung“ sein. Hier hat sich die Einstellung der Allgemeinheit jedoch in den vergangenen Jahren wesentlich geändert. Siehe dazu bereits den Beitrag: Polizisten und Strafrichter als Bus- und Taxifahrer?

Gerade neue Medien bieten auch neue Nebentätigkeitsmöglichkeiten für die Beamten und dazu gehört auch die Veröffentlichung von Bildern. Und man muss wohl auch in die Überlegung miteinbeziehen, dass durch diese neuen Medien ein breites Publikum angesprochen wird und damit ein nicht zu unterschätzenden Werbeeffekt für den öffentlichen Dienst – speziell für die Polizei – gegeben ist…

Warum also nicht?


Ihr

Dr. Maximilian Baßlsperger


1 https://www.welt.de/kultur/article188343573/Bautzener-Polizeianwaerterinnen-Warum-wir-die-sexy-Polizistinnen-feiern-sollten.html

2 https://www.vice.com/de/article/xwjkg4/polizisten-auf-instagram-influencer

3 https://www.mz-web.de/sachsen/adrienne-koleszar-schoenste-polizistin-deutschlands-wuetet-auf-instagram-31928652



Lesen Sie dazu auch die Beiträge mit dem Titel:


 


Literaturhinweis
:

Weiß/Niedermaier/Summer, Art. 81 BayBG, Rn. 74.
Schütz/Maiwald, Beamtenrecht des Bundes und der Länder, § 50 BeamtStG, Rn. 1 ff.
v. Roetteken/Rothländer, BeamtStG, § 50 BeamtStG, Rn. 1 ff.

von Roetteken / Rothländer

Teil IV: Beamtenrecht

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2 Kommentare zu diesem Beitrag
kommentiert am 03.10.2019 um 14:46:
Ich teile diesmal die Auffassung von Herrn Baßlsperger nicht. Beamte - und insbesondere Polizisten - unterliegen nach § 61 Abs. 1 Satz 2 BBG / § 34 Satz 2 BeamtStG bestimmten Pflichten. Ihr Verhalten innerhalb und außerhalb des Dienstes muss der Achtung und dem Vertrauen gerecht werden, die ihr Beruf erfordert. Wenn sich eine Polizistin in Uniform möglichst aufreizend zeigt wird wohl nicht nur nach m.E. diese Pflicht verletzt.
kommentiert am 30.09.2019 um 09:30:
Dagegen kann doch wirklich niemand sein! Allenfalls eine feministische Gleichstellungsbeauftragte würde sich wohl "auf den Schlips getreten" fühlen.......
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