Teil K Ergänzende arbeitsrechtliche Erläuterungen K 2 Beendigung des Arbeitsverhältnisses; Kündigung und Kündigungsschutz Erläuterungen 7 Beteiligung des Personalrats/Betriebsrats bei ordentlichen Kündigungen 7.5 Einwendungen des Personalrats/Betriebsrats gegen ordentliche Kündigung

7.5.2Einzelne Einwendungsgründe

7.5.2.1Mangelnde soziale Auswahl

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Der Personalrat/Betriebsrat kann gegen die Kündigung Bedenken erheben, wenn nach seiner Ansicht bei der Auswahl des zu kündigenden Arbeitnehmers soziale Gesichtspunkte nicht oder nicht ausreichend berücksichtigt worden sind. Nach h. M. kann diese Einwendung lediglich bei betriebsbedingten Kündigungen erhoben werden. Zur Begründung ist erforderlich, dass der Personalrat/Betriebsrat plausibel darlegt, warum ein anderer Arbeitnehmer sozial weniger schutzwürdig sei. Hierzu sind zwar nicht die einzelnen Sozialdaten aufzuführen. Der Personalrat/Betriebsrat hat aber aufzuzeigen, welche Gründe aus seiner Sicht zu einer anderen Bewertung der sozialen Schutzwürdigkeit führen (BAG vom 9.7.2003 – 5 AZR 306/02 – NZA 2003, 1191). Nicht einer Nachprüfung durch den Personalrat/Betriebsrat unterliegt dagegen die Frage, ob die Kündigung durch dringende betriebliche Erfordernisse, die einer Weiterbeschäftigung des Arbeitnehmers im jeweiligen Betrieb bzw. in der jeweiligen Dienststelle entgegenstehen, bedingt ist.