C. Arbeitslohn – Lohnsteuer – Sozialversicherung von A bis Z F Firmenwagen zur privaten Nutzung

3.Pauschale Ermittlung des geldwerten Vorteils (Prozent-Methode)

a)Bruttolistenpreis als Bemessungsgrundlage

Wird der geldwerte Vorteil nicht mit dem individuell ermittelten Kilometersatz bewertet, ist ein pauschaler Wert anzusetzen, der sich mit einem bestimmten Prozentsatz aus dem Listenpreis des Fahrzeugs im Zeitpunkt der Erstzulassung errechnet,1 und zwar

  • -

    für die reinen Privatfahrten mit 1 % monatlich,

  • -

    für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte grundsätzlich mit 0,03 % monatlich je Entfernungskilometer2 und

  • -

    für die steuerpflichtigen Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung mit 0,002 % je Fahrt und Entfernungskilometer.

Ausgangspunkt der pauschalen Wertermittlung ist also in allen Fällen der sog. Listenpreis und nicht der vom Arbeitgeber tatsächlich gezahlte Kaufpreis. Die Anknüpfung der pauschalen Wertermittlung am Listenpreis wird teilweise heftig kritisiert und als nicht sachgerecht bezeichnet. Bei genauer Betrachtung und insbesondere bei einem Vergleich der sich durch die pauschale Methode ergebenden Kilometersätze mit den tatsächlich entstandenen Kosten (z. B. nach der ADAC-Tabelle) ergibt sich jedoch, dass nur der Listenpreis und nicht der tatsächlich gezahlte Kaufpreis ein sachgerechter Wertmaßstab für eine typisierende Betrachtungsweise sein kann.

Listenpreis im Sinne der gesetzlichen Regelung ist – auch bei Gebrauchtwagen und im Falle des Leasings – die im Zeitpunkt der Erstzulassung für den genutzten Personenkraftwagen im Inland maßgebende unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers, zuzüglich Sonderausstattungen und Umsatzsteuer. Da die Umsatzsteuer zur Bemessungsgrundlage gehört, wird in der Praxis vom Bruttolistenpreis gesprochen. Dieser Preis ist auf volle 100 € abzurunden.

Der Bundesfinanzhof hat an seiner Rechtsprechung festgehalten, dass auch bei einem vom Arbeitgeber gebraucht erworbenen Fahrzeug der Bruttolistenneupreis anzusetzen ist (BFH-Urteil vom 13.12.2012, BStBl. 2013 II S. 385; so auch schon BFH-Urteile vom 24.2.2000, BStBl. II S. 273 und vom 1.3.2001, BStBl. II S. 403). Das Gericht folgte nicht dem Einwand, dass heutzutage auch Neufahrzeuge praktisch kaum noch zum ausgewiesenen Bruttolistenneupreis verkauft würden und der Gesetzgeber deshalb von Verfassungs wegen gehalten sei, Anpassungen vorzunehmen, etwa durch einen Abschlag vom Bruttolistenneupreis. Insoweit sei nach Auffassung der Richter auch zu berücksichtigen, dass der Vorteil des Arbeitnehmers nicht nur in der Fahrzeugüberlassung selbst liege, sondern auch in der Übernahme sämtlicher damit verbundener Kosten wie Steuern, Versicherungsprämien, Reparatur und Wartungskosten sowie insbesondere der Treibstoffkosten. Alle diese Kosten sind nämlich weder im Bruttolistenneupreis, noch in den tatsächlichen, möglicherweise geringeren Anschaffungskosten enthalten. Sofern der geldwerte Vorteil nicht auf der grob typisierenden Bruttolistenpreisregelung, sondern auf der Grundlage des tatsächlich verwirklichten Sachverhalts ermittelt werden soll, muss sich der Arbeitnehmer für die Fahrtenbuchmethode entscheiden. Im Hinblick auf dieses Wahlrecht sei die Bruttolistenpreisregelung auch verfassungsrechtlich unbedenklich.

Da vom Listenpreis auszugehen ist, bleiben also die beim Kauf des Fahrzeugs ggf. gewährten Preisnachlässe außer Ansatz. Der Wert der Sonderausstattung (z. B. Klimaanlage, Musikanlage usw.) gehört dagegen stets zum Bruttolistenpreis, und zwar auch dann, wenn der Arbeitgeber hierfür nichts gezahlt hat, weil ihm auf diese Weise ein Preisnachlass gewährt wurde. Auch der Wert einer Diebstahlsicherung gehört zum Bruttolistenpreis (R 8.1 Abs. 9 Nr. 1 Satz 6 erster Halbsatz LStR).

Bei der pauschalen Ermittlung des geldwerten Vorteils (Prozent-Methode) ist eine Sonderausstattung aber nur dann in den Bruttolistenpreis einzubeziehen, wenn das Fahrzeug im Zeitpunkt der Erstausstattung bereits werkseitig damit ausgestattet ist. Die Kosten für den nachträglichen Einbau einer Sonderausstattung sind nicht in den Bruttolistenpreis einzubeziehen; dies gilt selbst dann, wenn die Sonderausstattung in zeitlicher Nähe zur Auslieferung des Fahrzeugs nachträglich eingebaut werden sollte (BFH-Urteil vom 13.10.2010, BStBl. 2011 II S. 361). Durch das Abstellen auf den inländischen Bruttolistenpreis im Zeitpunkt der Erstzulassung ist nach Ansicht des Bundesfinanzhofs allein entscheidend, mit welcher Sonderausstattung der Firmenwagen im Zeitpunkt der Erstzulassung werkseitig ausgestattet ist. Diese vorteilhafte Rechtsprechung gilt z. B. für den nachträglichen Einbau von Navigationsgeräten, Musikanlagen, Diebstahlsicherungssystemen, Klimaanlagen oder für eine nachträgliche Umrüstung des Fahrzeugs für den Betrieb mit Flüssiggas; solch unselbstständige Ausstattungsmerkmale führen auch nicht zu einem – neben dem Vorteil aus der Fahrzeuggestellung – gesondert zu bewertenden geldwerten Vorteil. Die Finanzverwaltung folgt der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (vgl. R 8.1 Abs. 9 Nr. 1 Satz 6 LStR).

Beispiel A

Der Arbeitgeber überlässt dem Arbeitnehmer ab 1.3.2019 einen Firmenwagen mit einem Bruttolistenpreis von 33780 € auch zur privaten Nutzung. Im September 2019 lässt der Arbeitgeber nachträglich ein Navigationsgerät einbauen. Auf den Listenpreis dieses Geräts von 1500 € erhält er einen Preisnachlass von 30 % und bezahlt somit 1050 €.

Der geldwerte Vorteil für die Privatnutzung des Firmenwagens beträgt ab März 2019 monatlich:

1 % von 33 700 € 337 €

Durch den nachträglichen Einbau des Navigationsgeräts ergibt sich auch ab dem Monat September 2019 keine Erhöhung dieses geldwerten Vorteils.

Beispiel B

Der Arbeitgeber lässt in zeitlichem Zusammenhang mit der Anschaffung eines Gebrauchtwagens eine Kfz-Veredelung im Wert von rund 3000 € durchführen und überlässt das Fahrzeug anschließend einem leitenden Angestellten als Firmenwagen auch zur privaten Nutzung.

Der geldwerte Vorteil für die Privatnutzung des Firmenwagens ist nach dem Bruttolistenpreis des Fahrzeugs im Zeitpunkt der Erstzulassung zu ermitteln. Sowohl die Anschaffungskosten als auch die Kfz-Veredelung im zeitlichen Zusammenhang mit der Anschaffung sind lohnsteuerlich bei Anwendung der Bruttolistenpreisregelung unbeachtlich.

Die Kosten für ein Autotelefon (einschließlich Freisprechanlage) bleiben außer Ansatz, denn sowohl die Einrichtung als auch die private Nutzung des Autotelefons ist bei einem Arbeitnehmer steuerfrei nach § 3 Nr. 45 EStG, vgl. das Stichwort „Telefonkosten“ unter Nr. 3 Buchstabe a. Zum Bruttolistenpreis gehören aber die Kosten eines Navigationsgeräts, das als Zubehör im Zeitpunkt der Erstzulassung bereits werkseitig in den Firmenwagen eingebaut ist (BFH-Urteil vom 16.2.2005, BStBl. II S. 563). Der Bundesfinanzhof hat es abgelehnt, das Navigationsgerät als steuerfreies Telekommunikationsgerät i. S. d. § 3 Nr. 45 EStG zu behandeln. Seiner Meinung nach ist die werkseitig in den Firmenwagen fest eingebaute Anlage kein eigenständiges Wirtschaftsgut, dessen Nutzbarkeit getrennt von der Möglichkeit zur Privatnutzung des Fahrzeugs bewertet werden könne. Anders als ein Autotelefon führt somit ein werkseitig eingebautes Navigationsgerät zu einem höheren steuerpflichtigen geldwerten Vorteil für die private Nutzung des Firmenwagens. Das gilt auch dann, wenn das Navigationsgerät Telekommunikationsfunktionen enthält. Auch eine teilweise Steuerbefreiung kommt in diesem Fall nicht in Betracht. Die Finanzverwaltung hält an dieser Rechtsprechung fest, obwohl zwischenzeitlich in der Steuerbefreiungsvorschrift des § 3 Nr. 45 EStG der Begriff „betriebliche Personalcomputer“ durch „betriebliche Datenverarbeitungsgeräte“ ersetzt worden ist (vgl. im Einzelnen das Stichwort „Computer“).

Wird ein als Firmenwagen zur Verfügung gestelltes Elektro- oder extern aufladbares Hybridelektrofahrzeug auch privat genutzt, sind beim Bruttolistenpreis als Ausgangsgröße für die Ermittlung des geldwerten Vorteils Besonderheiten zu beachten. Ein Elektrofahrzeug liegt vor, wenn in Feld 10 der Zulassungsbescheinigung die Codierung 0004 oder 0015 eingetragen ist. Ein Hybridelektrofahrzeug liegt vor, wenn sich aus Feld 10 der Zulassungsbescheinigung eine der Codierungen 0016 bis 0019 bzw. 0025 bis 0031 ergibt.

Bei einem vor dem 1.1.2019 angeschafften oder geleasten Elektro-/Hybridelektrofahrzeug wird der Bruttolistenpreis um die darin enthaltenen Kosten für das Batteriesystem pauschal wie folgt gemindert:3

Anschaffungsjahr

Minderungsbetrag in Euro je kWh Speicherkapazität (vgl. Feld 22 der Zulassungsbescheinigung)

Höchstbetrag in Euro

2013 und früher

500

10000

2014

450

 9500

2015

400

 9000

2016

350

 8500

2017

300

 8000

2018

250

 7500

Die Regelung wurde für Anschaffungen und Leasingfälle im Zeitraum 1.1.2019 bis 31.12.2021 grundsätzlich ausgesetzt (vgl. nachfolgende Erläuterungen).

Die Abrundung des Bruttolistenpreises auf volle Hundert Euro ist nach Abzug des Abschlags vorzunehmen.

Die nach der vorstehenden Tabelle vorzunehmende pauschale Minderung des Bruttolistenpreises entfällt, wenn das Batteriesystem nicht zusammen mit dem Fahrzeug angeschafft wird, sondern für die Überlassung ein zusätzliches Entgelt (z. B. in Form von Leasingraten) zu entrichten ist.

Beispiel C

Arbeitnehmer C nutzt seit 2018 als Firmenwagen ein vom Arbeitgeber angeschafftes Elektrofahrzeug mit einer Batteriekapazität von 16,3 kWh auch zur privaten Nutzung. Der Bruttolistenpreis beträgt 45280 €.

Bruttolistenpreis einschließlich Batteriesystem

45280 €

abzüglich 16,3 kWh à 250 €

4075 €


verbleiben

41205 €

abgerundet auf volle 100 € = Bruttolistenpreis neu

41200 €

Der geldwerte Vorteil für die private Nutzung des Firmenwagens nach der 1 %-Regelung beträgt pro Monat 412 €.

Beispiel D

Arbeitnehmer D nutzt seit 2018 als Firmenwagen ein vom Arbeitgeber angeschafftes Elektrofahrzeug mit einer Batteriekapazität von 31 kWh auch zur privaten Nutzung. Der Bruttolistenpreis beträgt 109150 €.

Bruttolistenpreis einschließlich Batteriesystem

109150 €

abzüglich 31 kWh à 250 € = 7750 € höchstens

7500 €


verbleiben

101650 €

abgerundet auf volle 100 € = Bruttolistenpreis neu

101600 €

Der geldwerte Vorteil für die private Nutzung des Firmenwagens nach der 1 %-Regelung beträgt pro Monat 1016 €.

Bei einem im Zeitraum vom 1.1.2019 bis 31.12.2021 angeschafften oder geleasten Elektro- oder Hybridelektrofahrzeug tritt an die Stelle der pauschalen Minderung um die Kosten für das Batteriesystem eine Halbierung der Bemessungsgrundlage. Das bedeutet, dass bei der Bruttolistenpreisregelung der halbe Bruttolistenpreis angesetzt wird. Dies gilt für die Ermittlung des geldwerten Vorteils bei Privatfahrten, Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte und etwaige steuerpflichtige Familienheimfahrten im Rahmen einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung. Vgl. auch die Erläuterungen beim Stichwort „Elektrofahrzeuge“ unter Nr. 14.

Beispiel E

Der Arbeitnehmer erhält als Firmenwagen ein in 2019 angeschafftes Firmenfahrzeug mit einer Batteriekapazität von 16,3 kWh auch zur privaten Nutzung sowie für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte (Entfernung = 20 km). Der Bruttolistenpreis beträgt 45280 €.

Die Hälfte des Bruttolistenpreises beträgt folglich 22640 €, abgerundet auf volle Hundert Euro = 22600 €.

Der monatliche geldwerte Vorteil in 2019 ermittelt sich wie folgt:

Privatfahrten 1 % von 22600 € =

226,00 €

Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte
0,03 % von 22600 € × 20 km =


135,60 €


Geldwerter Vorteil insgesamt

361,60 €

Außer Ansatz bleiben die Überführungskosten und die Zulassungskosten, da diese nicht zum „Listenpreis“ gehören. Dem steht nicht entgegen, dass die Überführungskosten und Zulassungskosten zu den Anschaffungskosten gehören und bei der individuellen Methode abgeschrieben werden müssen. Auch der Wert eines weiteren Satzes Reifen einschließlich Felgen bleibt bei der Ermittlung des Bruttolistenpreises außer Ansatz (R 8.1 Abs. 9 Nr. 1 Satz 6 zweiter Halbsatz LStR). Hiernach ergibt sich für die Zurechnung zum Bruttolistenpreis folgende Übersicht:

Zurechnung zum Bruttolistenpreis

ja

nein

ABS

x

Airbag

x

Allradantrieb

x

Anhängerkupplung

x

Autoradio

x

Autotelefon

x

Bordcomputer

x

Diebstahlsicherung

x

Einparkhilfe

x

Elektronisches Fahrtenbuch

x

Feuerlöscher

x

Freisprechanlage

x

Gasantrieb

x

Katalysator

x

Klimaanlage/Klimaautomatik

x

Multifunktionslenkrad

x

Musikanlage

x

Navigationsgerät (werkseitig eingebaut)

x

Preisnachlass

x

Standheizung

x

Tempomat

x

Überführungskosten

x

Umsatzsteuer

x

Xenonlicht

x

Winterreifen mit Felgen (zusätzlich zur Normalbereifung)

x

Zulassungskosten

x

Zu Besonderheiten bei behinderten Arbeitnehmern vgl. die Erläuterungen unter dem nachfolgenden Buchstaben g.

Wird einem Arbeitnehmer ausschließlich aus Sicherheitsgründen ein mit einer Sicherheitsausrüstung ausgestattetes leistungsstärkeres und dementsprechend teureres Fahrzeug zur Verfügung gestellt, obwohl ihm an sich nur ein leistungsschwächeres Fahrzeug zustünde, ist der Bruttolistenpreis des leistungsschwächeren Fahrzeugs (ohne Sicherheitsausrüstung) zugrunde zu legen, das dem Arbeitnehmer zur Verfügung stehen würde, wenn seine Sicherheit nicht gefährdet wäre (R 8.1 Abs. 9 Nr. 1 Satz 7 LStR). Sicherheitsausrüstungen in diesem Sinne sind nur Vorkehrungen zum Personenschutz (z. B. Panzerglas), nicht dagegen die der Verkehrssicherheit dienenden Einrichtungen (z. B. ABS, Airbag, Feuerlöscher).

Der inländische Listenpreis im Zeitpunkt der Erstzulassung ist auch für reimportierte Fahrzeuge maßgebend. Soweit das reimportierte Fahrzeug werkseitig mit zusätzlichen Sonderausstattungen versehen ist, die sich im inländischen Listenpreis nicht niedergeschlagen haben, ist der Wert der Sonderausstattung zusätzlich zu berücksichtigen. Soweit das reimportierte Fahrzeug geringerwertig ausgestattet ist, kann der Wert der „Minderausstattung“ durch einen Vergleich mit einem adäquaten inländischen Fahrzeug festgestellt werden. Der Bundesfinanzhof hat entschieden, dass der inländische Bruttolistenpreis zu schätzen ist, wenn das Fahrzeug ein Importfahrzeug ist und weder ein inländischer Bruttolistenpreis vorhanden ist noch eine Vergleichbarkeit mit einem bau- und typengleichen inländischen Fahrzeug besteht. Diese Schätzung ist jedenfalls dann nicht zu hoch angesetzt, wenn sie sich an den typischen Bruttoabgabepreisen orientiert, die Importfahrzeughändler, welche das betreffende Fahrzeug selbst importieren, von ihren Endkunden verlangen (BFH-Urteil vom 9.11.2017, BStBl. 2018 II S. 278). Im Streitfall führte dies dazu, dass für die Bemessung des geldwerten Vorteils nach der 1 %-Regelung nicht der amerikanische Bruttolistenpreis (= 53900 €) oder die Anschaffungskosten (= 78900 €), sondern der Bruttoabgabenpreis des Importeurs anzusetzen war (= 75900 €). Der ausländische Bruttolistenpreis spiegelt nach Meinung des Gerichts nicht die Preisempfehlung des Herstellers für den Endverkauf auf dem inländischen Neuwagenmarkt wider und orientiert sich nicht an den inländischen Marktgegebenheiten.

Mit dem geldwerten Vorteil, der sich durch die Anwendung der Bruttolistenpreisregelung ergibt, ist der anteilige Wert der Privatfahrten an den insgesamt für den Betrieb und das Halten des Firmenfahrzeugs entstehenden Kosten abgegolten. Übernimmt der Arbeitgeber zusätzliche Aufwendungen, die nicht zu den Gesamtkosten des Firmenwagens gehören, muss dieser zusätzliche geldwerte Vorteil auch zusätzlich zur Bruttolistenpreisregelung besteuert werden (BFH-Urteil vom 14.9.2005, BStBl. 2006 II S. 72). Ein zusätzlicher geldwerter Vorteil ergibt sich u. a. bei Übernahme folgender Kosten durch den Arbeitgeber:

  • -

    Parkgebühren anlässlich von Privatfahrten;

  • -

    anlässlich von Privatfahrten anfallende Mautgebühren (Straßenbenutzungsgebühren), Vignetten-Gebühren, Kosten für eine Fähre oder einen Autoreisezug;

  • -

    Aufwendungen für eine ADAC-Plus-Mitgliedschaft (inklusive ADAC-Euro-Schutzbrief).

Zur Behandlung von Unfallkosten vgl. auch die Ausführungen unter der nachfolgenden Nr. 16.

1

§ 8 Abs. 2 Satz 2 ff. EStG i. V. m. § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG.

2

Entsprechendes gilt für dauerhafte, typischerweise arbeitstägliche Fahrten zu einem Arbeitgeber-Sammelpunkt oder einem weiträumigen Tätigkeitsgebiet (§ 9 Abs. 1 Satz 3 Nr. 4a Satz 3 EStG). Vgl. hierzu auch das Stichwort „Entfernungspauschale“ unter Nr. 11.

3

BMF-Schreiben vom 5.6.2014 (BStBl. I S. 835). Das BMF-Schreiben ist als Anlage 3 zu H 8.1 (9–10) LStR im Steuerhandbuch für das Lohnbüro 2019 abgedruckt.

Die nachfolgend aufgeführte Regelung gilt auch für Brennstoffzellenfahrzeuge, bei denen die im Fahrzeug gespeicherte Energie mit der Batteriekapazität vergleichbar ist. Dieser Wert ist in der Zulassungsbescheinigung in Teil I Ziffer 22 angegeben (BMF-Schreiben vom 24.1.2018, BStBl. I S. 272).

4

Bei extern aufladbaren Hybridelektrofahrzeugen darf das Fahrzeug eine Kohlendioxidemission von höchstens 50 Gramm je gefahrenen Kilometer haben oder die Reichweite bei ausschließlich elektrischen Antrieb muss mindestens 40 Kilometer betragen. Ist dies nicht der Fall, gilt die Regelung der pauschalen Kürzung der Kosten für das Batteriesystem weiter.