Teil K Ergänzende arbeitsrechtliche Erläuterungen K 2 Beendigung des Arbeitsverhältnisses; Kündigung und Kündigungsschutz Erläuterungen 2 Kündigung

2.1Allgemeines

2.1.1KündigungBegriff und WesenBegriff und Wesen der Kündigung

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Die Kündigung ist eine einseitige, empfangsbedürftige Willenserklärung. Sie führt zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses (Gestaltungsrecht). Die Wirkung kann sofort eintreten (außerordentliche Kündigung) oder nach Ablauf der Kündigungsfrist zu einem bestimmten Termin (ordentliche Kündigung). Eine wirksame Kündigung führt unmittelbar zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Es bedarf weder einer Zustimmung bzw. Mitwirkung des anderen Vertragsteils noch einer zusätzlichen Handlung. Auch ein Widerspruch des Kündigungsempfängers berührt eine wirksame Kündigung nicht. Als rechtsgestaltende Willenserklärung wirkt die Kündigung nur für die Zukunft. Für die zurückliegende Zeit bleibt das Arbeitsverhältnis Grundlage für evtl. noch bestehende beiderseitige Ansprüche. Das Kündigungsrecht steht beiden Parteien eines Arbeitsvertrags zu. Das Grundrecht aus Art. 12 GG auf freie Wahl des Arbeitsplatzes schließt nicht aus, dass einem Arbeitnehmer nach den einschlägigen gesetzlichen, tarifvertraglichen oder vertraglichen Bestimmungen gekündigt wird (BAG vom 23.9.1976 – 2 AZR 309/75 – AP Nr. 1 zu § 1 KSchG 1969 Wartezeit).