Teil K Ergänzende arbeitsrechtliche Erläuterungen K 2 Beendigung des Arbeitsverhältnisses; Kündigung und Kündigungsschutz Erläuterungen 2 Kündigung 2.1 Allgemeines 2.1.4 Einzelfragen aus der Praxis

2.1.4.2AbmahnungAbmahnung

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Nach dem das Kündigungsrecht beherrschenden Grundsatz der Verhältnismäßigkeit und entsprechend dem in § 326 BGB enthaltenen allgemeinen Rechtsgedanken ist regelmäßig vor Ausspruch einer ordentlichen Kündigung bei Pflichtverletzungen im Verhaltens- und Leistungsbereich des Arbeitsverhältnisses eine vergebliche Abmahnung („Kündigungsandrohung“) erforderlich. Entsprechendes gilt bei Störungen im sog. Vertrauensbereich, wenn ein steuerbares Verhalten des Arbeitnehmers vorliegt und erwartet werden kann, dass das Vertrauen wiederhergestellt wird.

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Auch vor Ausspruch einer außerordentlichen Kündigung ist grundsätzlich eine Abmahnung erforderlich. Dies gilt nicht, wenn es um besonders schwere Verstöße geht, weil hier der Arbeitnehmer von vornherein nicht mit einer Billigung seines Verhaltens rechnen kann und er sich bewusst sein muss, dass er seinen Arbeitsplatz aufs Spiel setzt.

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Wegen weiterer Einzelheiten zum Problemkreis „Abmahnung“ wird auf die Erl. 6.6.2.4 zu § 3 TVöD verwiesen.