Teil K Ergänzende arbeitsrechtliche Erläuterungen K 2 Beendigung des Arbeitsverhältnisses; Kündigung und Kündigungsschutz Erläuterungen 5 Verhaltensbedingte Kündigung 5.6 Einzelne verhaltensbedingte Kündigungsgründe 5.6.3 Arbeitspflichtverletzungen

5.6.3.3KündigungsgrundVerspätungVerspätungen, Kündigungsgrundunentschuldigtes Fehlenunentschuldigtes Fehlen, KündigungsgrundKernzeitverletzungKernzeitverletzungen

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Wiederholt schuldhaft verspätetes Erscheinen am Arbeitsplatz und wiederholtes unentschuldigtes Fehlen können als Verletzung der Arbeitspflicht nach vergeblicher Abmahnung eine ordentliche Kündigung an sich begründen (BAG vom 15.11.2001 – 2 AZR 609/00 – ZTR 2002, 344; vom 17.1.1991 – 2 AZR 375/90 – ZTR 1991, 302). Je nach den Umständen im Einzelfall kommt auch eine außerordentliche Kündigung in Betracht (BAG vom 15.3.2001 – 2 AZR 147/00 – EzA § 626 nF BGB Nr. 185). Ob bzw. in welchem Umfang sich die Verspätungen oder Fehlzeiten nachteilig auf den Betriebsablauf oder auf den Betriebsfrieden auswirken, ist für die Eignung als Kündigungsgrund unerheblich. Dieser Umstand ist erst bei der Interessenabwägung – ggf. zulasten des Arbeitnehmers – zu berücksichtigen (BAG vom 15.11.2001 – 2 AZR 609/00 – a.a.O.; vom 17.1.1991 – 2 AZR 375/90 – a.a.O.). Auch die wiederholte Nichteinhaltung der Kernarbeitszeit ist an sich geeignet, eine – ggf. auch außerordentliche – Kündigung nach vergeblicher Abmahnung zu rechtfertigen (BAG vom 27.6.1980 – 7 AZR 445/78 –; LAG Rheinland-Pfalz vom 8.1.2010 – 6 Sa 270/09 –).