Teil K Ergänzende arbeitsrechtliche Erläuterungen K 10 COVID-19-Pandemie – Arbeitsrechtliche Fragestellungen Erläuterungen 2 Freistellungen wegen persönlicher Arbeitsverhinderung

2.1Grundsätzlich bestehende Arbeitspflicht

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Auch in Anbetracht der COVID-19-Pandemie bleibt es grundsätzlich bei der Verpflichtung der Arbeitnehmer, ihre Arbeitsleistung – wie vereinbart – zu erbringen und den Weisungen des Arbeitgebers Folge zu leisten. Im Grundsatz bleibt jeder Arbeitnehmer auch während der Pandemie verpflichtet, seine sich aus dem Arbeitsvertrag ergebenden Arbeitspflichten zu erfüllen. Das Direktionsrecht des Arbeitgebers aus § 106 GewO bleibt bestehen.

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Den Arbeitnehmern steht kein allgemeines Zurückbehaltungs- oder Leistungsverweigerungsrecht bezogen auf ihre Arbeitsleistung zu. Das gilt auch dann, wenn sie z. B. auf dem Weg zur Arbeit oder durch die Kontakte mit Kollegen, Kunden, Bürgern und anderen Menschen an ihrem Arbeitsplatz potenziell einem Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind.

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Mögliche Ausnahmen von diesem Grundsatz sind in den Erl. 2.2 bis 2.9 dargestellt. Außerhalb dieser besonderen Konstellationen im Fall des eigenmächtigen Fernbleibens von der Arbeit (z. B. aus Angst vor einer Infektion) verlieren die Arbeitnehmer Anspruch auf Entgelt.