Teil K Ergänzende arbeitsrechtliche Erläuterungen K 10 COVID-19-Pandemie – Arbeitsrechtliche Fragestellungen Erläuterungen 2 Freistellungen wegen persönlicher Arbeitsverhinderung 2.2 Infizierte und arbeitsunfähige Arbeitnehmer

2.2.2Infizierte, aber arbeitsfähige Arbeitnehmer

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In diese Kategorie fallen die nur leicht an COVID-19 Erkrankten und die sogenannten „Ausscheider“. Das sind Personen, die Krankheitserreger ausscheiden und dadurch eine Ansteckungsquelle für die Allgemeinheit darstellen, ohne selbst krank oder krankheitsverdächtig zu sein. Ein Fall von Arbeitsunfähigkeit liegt bei beiden Varianten nicht vor. Dementsprechend kommt eine Entgeltfortzahlung nach § 22 TVöD nicht in Betracht.

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In aller Regel wird die zuständige Behörde hier Quarantäne nach § 30 IfSG anordnen. Ist der Arbeitnehmer aufgrund der angeordneten Quarantäne und nicht aufgrund von Arbeitsunfähigkeit an der Erbringung seiner Arbeitsleistung verhindert, erhält er für den erlittenen Verdienstausfall eine Entschädigung, die zunächst vom Arbeitgeber auszuzahlen ist. Eingehend zu den Fällen angeordneter Quarantäne und deren Auswirkung auf den Anspruch auf Fortzahlung siehe unter Erl. 2.3.