Teil K Ergänzende arbeitsrechtliche Erläuterungen K 10 COVID-19-Pandemie – Arbeitsrechtliche Fragestellungen Erläuterungen 2 Freistellungen wegen persönlicher Arbeitsverhinderung 2.2 Infizierte und arbeitsunfähige Arbeitnehmer

2.2.3Telefonische Feststellung der AU

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Der Gemeinsame Bundesausschuss über die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit und die Maßnahmen zur stufenweisen Wiedereingliederung nach § 92 Abs. 1 Satz 2 Nr. 7 SGB V (G-BA) hat in Reaktion auf die Pandemielage eine befristete Ausnahmeregelung nach § 4 Abs. 1 Satz 3 der Arbeitsunfähigkeitsrichtlinie beschlossen. Danach können Ärzte Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege nach telefonischer Rücksprache eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung für bis zu 7 Tage ausstellen. Die telefonische Anamnese muss im Wege der persönlichen ärztlichen Überzeugung vom Zustand des Versicherten durch eingehende Befragung erfolgen. Die Möglichkeit der telefonischen Anamnese umfasst auch die technisch weitergehende Möglichkeit der Videotelefonie.

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Bei Bedarf kann der Arzt die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung telefonisch um weitere 7 Tage verlängern, ohne dass der Patient dafür die Arztpraxis aufsuchen muss.

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Diese Ausnahmeregelung galt bis zum 31.5.2020. Ab dem 1.6.2020 ist für die ärztliche Beurteilung, ob eine Versicherte oder ein Versicherter arbeitsunfähig ist, wieder eine körperliche Untersuchung notwendig.