Teil K Ergänzende arbeitsrechtliche Erläuterungen K 10 COVID-19-Pandemie – Arbeitsrechtliche Fragestellungen Erläuterungen 2 Freistellungen wegen persönlicher Arbeitsverhinderung 2.5 Kontaktfälle

2.5.2Arbeitnehmer ohne entsprechende Symptome

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Wegen seiner Fürsorge- und Schutzpflichten gegenüber den bei ihm beschäftigten Arbeitnehmern darf der Arbeitgeber Mitarbeiter, die Kontakt zu einem nachweislich mit dem Erreger SARS-Cov-2 (Coronavirus) Infizierten, auch dann nicht im Betrieb beschäftigten, wenn sie symptomfrei und arbeitsfähig sind.

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Der Arbeitgeber kann die ihm angebotene Arbeitsleistung in diesem Fall aus objektiven Gründen nicht annehmen und gerät nicht in Annahmeverzug. Dementsprechend wird er von seiner Verpflichtung zur Zahlung des Entgelts frei. Sofern eine Quarantäne verhängt wird, erhalten diese Arbeitnehmer eine Entschädigung in Höhe ihres Verdienstausfalls (vgl. dazu Erl. 2.3.4).

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Auch hier sind – insbesondere wenn keine Quarantäne angeordnet wird – alle sonst verbleibenden Möglichkeiten wie z. B. Homeoffice, die Einbringung von Zeitguthaben oder Resturlaub (vgl. dazu Erl. 2.8.3.3 und 2.8.3.4) zu prüfen. Außerdem kann eine freiwillig bezahlte Freistellung gemäß § 29 Abs. 3 Satz 1 TVöD für drei Arbeitstage in Betracht gezogen werden (vgl. dazu Erl. 2.8.2).