Teil K Ergänzende arbeitsrechtliche Erläuterungen K 10 COVID-19-Pandemie – Arbeitsrechtliche Fragestellungen Erläuterungen 2 Freistellungen wegen persönlicher Arbeitsverhinderung 2.7 Freistellung von sog. Risikopersonen

2.7.4Gefährdungsbeurteilung im Einzelfall

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Legt der Arbeitnehmer eine ärztliche Bescheinigung vor, nach der er als Risikoperson für einen besonders schweren Verlauf einer COVID-19-Erkrankung eingestuft wird, sollte der Arbeitgeber unter Beteiligung des Betriebsarztes und der Fachkraft für Arbeitssicherheit sowie des Betriebs- bzw. Personalrates die erforderlichen Maßnahmen treffen, um die Möglichkeit einer weiteren Beschäftigung dieses Arbeitnehmers sicherzustellen. Dabei sind die Vorgaben des Arbeitsschutzes (vgl. dazu nachfolgend Erl. 2.7.5) zu beachten.

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Hinweis für die Praxis

Der Arbeitgeber sollte gemeinsam mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit und dem Betriebsarzt feststellen, ob und wenn ja, für welche Dauer die Ausübung der Tätigkeit durch den betroffenen Arbeitnehmern (Risikoperson) in der Dienststelle bzw. dem Betrieb eine erhebliche Gefahr für das Leben dieses Arbeitnehmers darstellt und welche konkreten Schutzmaßnahmen getroffen werden müssen. Im Zweifel entscheidet der Betriebsarzt aufgrund seines medizinischen Sachverstands und in Kenntnis der betrieblichen Gegebenheiten unter Einbeziehung der gutachterlichen Stellungnahme des behandelnden Arztes.