Teil K Ergänzende arbeitsrechtliche Erläuterungen K 10 COVID-19-Pandemie – Arbeitsrechtliche Fragestellungen Erläuterungen 2 Freistellungen wegen persönlicher Arbeitsverhinderung

2.9Unmöglichkeit, zum Arbeitsplatz zu gelangen

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An dem Grundsatz, dass grundsätzlich der Arbeitnehmer das Wegerisiko trägt, hat sich durch die COVID-19-Pandemie nichts geändert. Das bedeutet, dass es mit Blick auf die Grenzschließungen und die Einschränkungen im öffentlichen Fern- und Nahverkehr dabei bleibt, dass der Arbeitnehmer das Risiko trägt, dass er (rechtzeitig) zu seinem Arbeitsort gelangt.

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Ist es einem Arbeitnehmer nicht möglich, aufgrund der Pandemie-Lage seinen Arbeitsort zu erreichen, verliert er seinen Anspruch auf Entgeltzahlung. Es handelt sich um einen Fall objektiver Unmöglichkeit gemäß § 275 BGB mit der Folge, dass der Anspruch auf die Gegenleistung – hier die Zahlung von Entgelt – gemäß § 326 Abs. 1 BGB nach dem Grundsatz „Ohne Arbeit kein Lohn“ entfällt (BAG vom 18.4.2012 – 5 AZR 248/11 – NZA 2012, 998).