§ 22 Abs. 1 Satz 1 Halbsatz 1 VwKostG und Art. 12 Abs. 3 KG bestimmen übereinstimmend, dass die Kostenentscheidung zusammen mit der Sachentscheidung oder selbstständig angefochten werden kann. Ergänzend heißt es in § 22 Abs. 1 Satz 1 Halbsatz 2 VwKostG, dass sich der Rechtsbehelf gegen die Sachentscheidung auf die Kostenentscheidung erstreckt. Wenngleich im KG eine solche Bestimmung fehlt, wird man auch in seinem Geltungsbereich in der Regel durch Auslegung des Rechtsbehelfs und notfalls Rückfrage beim Rechtsbehelfsführer zum selben Ergebnis kommen338a. Art. 12 Abs. 3 KG ordnet präzisierend an, dass für die Anfechtung der Kostenentscheidung die „Vorschriften über die Verwaltungsgerichtsbarkeit“ maßgebend sind, womit nicht nur die VwGO gemeint ist, sondern auch das AGVwGO und insbesondere dessen Art. 15. Das VwKostG enthält zwar keine entsprechende Aussage, aber auch in seinem Anwendungsbereich gelten für Rechtsbehelfe die VwGO und das AGVwGO (§ 40 Abs. 1 Satz 1 VwGO). In Nr. 2.4 der IMBek über den Vollzug des Art. 15 AGVwGO338b hat das BayStMl verschiedene Fragen zur Anfechtung von Kostenentscheidungen nach dem VwKostG und dem KG beantwortet. Danach werden Kostenentscheidungen grundsätzlich nach den gleichen Grundsätzen angefochten wie die Hauptsache, und zwar ohne Rücksicht darauf, ob die Kosten als Nebensache zur Hauptsache angefordert oder im Rahmen einer isolierten (nicht mit der Hauptsache verbundenen) Kostenentscheidung geltend gemacht werden („Akzessorietät zur Hauptsache“). Das ist unproblematisch in Bezug auf Kostenentscheidungen staatlicher Behörden. Hingegen wirft die Anfechtung von Kostenentscheidungen der Kommunen und Zweckverbände Fragen auf, deren Beantwortung nicht so einfach ist. Die vorerwähnte IMBek über den Vollzug des Art. 15 AGVwGO unterscheidet in ihrer Nr. 2.4.2338c zwischen
338a So auch LT-Drucks. 15/7252 S. 11. Vom 06.09.2016 (AllMBl. S. 2077). Zustimmend BayVGH vom 02.08.2016 BayVBl 2017, 174 mit Hinweis auf § 20 RdNr. 3j dieses Werkes. Siehe auch LT-Drucks. 15/7252 S. 11. Vgl. VGH BW vom 11.03.2005 VBlBW 2005, 391. Vgl. BayVGH vom 18.10.1993 BayVBl 1994, 310/311; VGH BW vom 11.03.2005 a.a.O. S. 392; Emrich a.a.O.; VG Göttingen vom 16.09.1999 NVwZ-RR 2000, 650. Vgl. auch § 43 Abs. 2 VwVfG, § 39 Abs. 2 SGB X und § 124 Abs. 2 AO. Eine Aufhebung nach § 72 und § 113 Abs. 1 Satz 1 VwGO wirkt grundsätzlich auf den Zeitpunkt des Erlasses des Verwaltungsaktes zurück (vgl. Stuhlfauth in Bader u.a., VwGO, § 113 RdNr. 23; Kopp/Schenke, VwGO, § 113 RdNr. 8; Schübel-Pfister in Eyermann, VwGO, § 113 RdNr. 5). Vgl. dazu unten § 18 RdNr. 279. Vgl. Stuhlfauth a.a.O., Kopp/Schenke a.a.O. und Schübel-Pfister a.a.O. BVerfG vom 29.07.2010 NVwZ 2010, 1482 (RdNr. 54). So BVerfG vom 29.07.2010 a.a.O. Vgl. auch BayVGH vom 17.04.2008 BayVBl 2009, 21; vom 26.01.2009 BayVBl 2009, 432 mit Hinweis auf das allgemeine Rechtsstaatsprinzip und Art. 16 Abs. 5 KG; vom 14.06.2016 BayVBl 2017, 306; vom 17.02.2017 BayVBl 2018, 31; Lösungsskizze zu einer Staatsprüfungsaufgabe in BayVBl 2017, 644/646; BVerwG vom 29.04.1997 NJW 1997, 2534; OVG Hamburg vom 14.08.2001 NJW 2001, 3647; Koehl, Der praktische Fall: Sicherstellung eines Motorrads, Verwaltungsrundschau 2010, 94/98. So auch Emrich a.a.O. Das BVerfG geht darauf überhaupt nicht ein, sondern begnügt sich mit einem Hinweis auf einen Kommentar zum niedersächsischen Verwaltungskostengesetz. Genau diese Überlegung liegt dem § 22 Abs. 2 VwKostG zugrunde. Vgl. auch BayVGH vom 18.10.1993 BayVBl 1994, 310/311. Dass der Gesetzgeber die Überprüfung der Sachentscheidung auf einen nur gegen die Kostenentscheidung gerichteten Rechtsbehelf missbilligt, zeigt auch ein Seitenblick auf § 158 VwGO. Danach ist die Anfechtung der Kostenlastentscheidung i.S. des § 161 Abs. 1 VwGO unzulässig, wenn nicht gegen die Entscheidung in der Hauptsache ein Rechtsmittel eingelegt wird. Das Rechtsmittelgericht soll nicht allein wegen der getroffenen Kostenentscheidung zu einer Sachprüfung veranlasst werden (so BVerwG Buchholz 310 § 158 Nr. 3). Vgl. BVerwG vom 25.09.2008 BayVBl 2009, 184. Vgl. OVG RhPf vom 15.07.1986 NVwZ 1987, 64; VGH BW vom 27.11.2006 NVwZ-RR 2007, 296; Puttler in Sodan/Ziekow, VwGO, 3. Aufl. 2010, § 80 RdNr. 61. Vgl. BayVGH vom 14.11.1960 VGH n.F. 13, 118 = BayVBl 1961, 27. Z.B. Kopp/Schenke, VwGO, § 80 RdNr. 62 (berufen sich zu Unrecht auf SächsOVG vom 22.09.2010 DVBl 2010, 1588); Funke-Kaiser in Bader u.a., VwGO, § 80 RdNr. 32. OVG Berlin vom 13.12.1994 NVwZ-RR 1995, 433; HessVGH vom 13.03.1997 NVwZ-RR 1998, 463; OVG NRW vom 15.05.2003 DÖV 2003, 864 (mit ausführlicher Begründung); vom 29.01.2018 DVBl 2018, 527 = BeckRS 2018, 960; ThürOVG vom 18.11.2003 NVwZ-RR 2004, 393; SächsOVG vom 22.09.2010 DVBl 2010, 1588 = NVwZ-RR 2011, 225; Hoppe in Eyermann, VwGO, § 80 RdNr. 31; Puttler in Sodan/Ziekow, VwGO, § 80 RdNr. 61; Saurenhaus in Wysk/Saurenhaus, VwGO, 2011, § 80 RdNr. 16; Emrich, a.a.O.; Pirrung, Vorläufiger Rechtsschutz gegen Einzelakte, apf 2005, 210/211 (Beispiel Nr. 19b). Vgl. oben § 18 RdNr. 90. Vgl. oben § 18 RdNr. 90. So zutreffend Emrich, a.a.O. Danach hat der Gesetzgeber mit dem Anfechtungsverbund nur den Eintritt der Bestandskraft der Verwaltungskostenentscheidung vor abschließender Entscheidung über das Schicksal der zu Grunde liegenden Sachentscheidung und das Auftreten von Zweifeln über den Umfang der Anfechtung verhindern wollen, nicht jedoch zugleich angeordnet, dass bei Anfechtungsverbund die aufschiebende Wirkung nach § 80 Abs. 1 VwGO die Reichweite von § 80 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 VwGO einschränkt. Vgl. unten § 19 RdNr. 121 und Hoppe in Eyermann, VwGO, § 80 RdNr. 15. BayVGH vom 25.02.2009 BayVBl 2010, 51. So Funke-Kaiser in Bader/Funke-Kaiser/Stuhlfauth/von Albedyll, VwGO, § 80 RdNr. 32. Einen ähnlich gelagerten Fall behandelt BayVGH vom 15.05.1985 BayVBl 1985, 535. Vgl. VG Göttingen vom 16.09.1999 NVwZ-RR 2000, 650, wonach § 80 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 VwGO auf unselbstständige Kostenentscheidungen jedenfalls dann anwendbar ist, wenn die gegen die Sachentscheidung gerichteten Anfechtungsrechtsbehelfe nach § 80 Abs. 2 VwGO keine aufschiebende Wirkung haben. Vgl. VG Göttingen a.a.O. Siehe dazu unten § 19 RdNr. 268a.