C. Arbeitslohn – Lohnsteuer – Sozialversicherung von A bis Z E

Entfernungspauschale
Entfernungspauschale
Neues und Wichtiges auf einen Blick:
1. Höhe der Entfernungspauschale
Die verkehrsmittelunabhängige Entfernungspauschale beträgt auch ab 1.1.2019 unverändert 0,30 € je vollen Entfernungskilometer bei einem ebenfalls unveränderten Jahres-Höchstbetrag von 4500 €, der allerdings bei Benutzung eines Pkw für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte nicht zu beachten ist. Gegen die Regelung, dass durch die Entfernungspauschale sämtliche gewöhnlichen und außergewöhnlichen Aufwendungen für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte abgegolten sind, hat der Bundesfinanzhof keine verfassungsrechtlichen Bedenken. Ein Abzug der tatsächlichen Aufwendungen bei Benutzung eines Pkw kommt daher nicht in Betracht (BFH-Urteil vom 15.11.2016, BStBl. 2017 II S. 228).
Vgl. auch die Erläuterungen unter den nachfolgenden Nrn. 1, 2 und 9 Buchstabe a.
2. Anwendungsschreiben der Finanzverwaltung zur Entfernungspauschale
Die Finanzverwaltung hat ein Anwendungsschreiben zur Entfernungspauschale herausgegeben, das auch die Reform des lohnsteuerlichen Reisekostenrechts und damit den Begriff „erste Tätigkeitsstätte“ berücksichtigt.[1]
3. Unfallkosten bei Fahrt unter Drogeneinfluss
Neben der Entfernungspauschale von 0,30 € je vollen Entfernungskilometer für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitstätte können auch die Aufwendungen für die Beseitigung von Unfallschäden bei einem Verkehrsunfall auf einer solchen Fahrt als Werbungskosten des Arbeitnehmers bei den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit berücksichtigt werden.
Ein Werbungskostenabzug scheidet aber bei einem Unfall auf dem Weg zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte wegen der privaten Veranlassung aus, wenn es sich um eine Fahrt unter Alkoholeinfluss handelt. Entsprechendes gilt für einen Unfall auf einer solchen Fahrt unter Drogeneinfluss.
Vgl. zur Berücksichtigung von Unfallkosten die Erläuterungen unter der nachfolgenden Nr. 9 Buchstabe c.
4. Steuerfreie Fahrtkostenzuschüsse werden angerechnet, steuerfreie Fahrradgestellung nicht
Ab 1.1.2019 sind Arbeitgeberleistungen (Barzuschüsse und Sachleistungen) für Fahrten des Arbeitnehmers zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte steuerfrei (§ 3 Nr. 15 Sätze 1 Sätze 1 und 2 EStG). Die Fahrten müssen mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Linienverkehr (ohne Luftverkehr) durchgeführt werden; die Steuerbefreiung gilt also für JobTickets und auch für die BahnCard, aber kommt u.a. nicht bei Benutzung eines Taxis, Mietwagens oder Pkw {privater Pkw oder Firmenwagen) zur Anwendung. Die Arbeitgeberleistungen müssen zudem zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden mit der Folge, dass eine Gehaltsumwandlung nicht zulässig ist. Die steuerfreien Arbeitgeberleistungen (Barzuschüsse und Sachleistungen) mindern die beim Arbeitnehmer als Werbungskosten zu berücksichtigende Entfernungspauschale (§ 3 Nr. 15 Satz 3 EStG).
Die zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährten geldwerten Vorteile {Sachbezüge) aus der unentgeltlichen oder verbilligten Nutzungsüberlassung eines betrieblichen Fahrrads vom Arbeitgeber an den Arbeitnehmer insbesondere zur privaten Nutzung und zur Nutzung für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte werden ab 1.1.2019 bis zum 31.12.2021 steuerfrei gestellt (§ 3 Nr. 37 EStG). Die Steuerbefreiung gilt sowohl für Pedelecs als auch für „normale“ Fahrräder. Sie ist aber nicht anzuwenden für Elektrofahrräder, die verkehrsrechtlich als Kraftfahrzeug einzuordnen sind; dies ist der Fall, wenn der Motor auch Geschwindigkeiten über 25 Stundenkilometer unterstützt {vgl. im Einzelnen das Stichwort „Elektro-Bike“). Wird das Fahrrad {auch) zu Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte genutzt, sind die steuerfreien Sachbezüge nicht auf die Entfernungspauschale anzurechnen.
Zur Anrechnung steuerfreier Sachbezüge auf die Entfernungspauschale vgl. im Einzelnen nachfolgende Nr. 12 Buchstabe a.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

1

BMF-Schreiben vom 31.10.2013 (BStBl. I S. 1376). Das BMF-Schreiben ist als Anlage zu H 9.10 LStR im Steuerhandbuch für das Lohnbüro 2019 abgedruckt.