C. Arbeitslohn – Lohnsteuer – Sozialversicherung von A bis Z E Entfernungspauschale

11. Entfernungspauschale bei beruflich veranlassten Auswärtstätigkeiten
a) Allgemeines
Der Werbungskostenabzug in Höhe der Entfernungspauschale kommt grundsätzlich nur für die Wege zwischen Wohnung und einer ersten Tätigkeitsstätte in Betracht. Die Annahme einer ersten Tätigkeitsstätte erfordert nicht, dass es sich um eine ortsfeste betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers handelt. Eine erste Tätigkeitsstätte kann auch in den Fällen vorliegen, in denen der Arbeitnehmer statt beim eigenen Arbeitgeber in einer ortsfesten betrieblichen Einrichtung eines verbundenen Unternehmens (§ 15 AktG) oder eines Dritten (z. B. eines Kunden) tätig werden soll. Wegen der Einzelheiten zum Begriff der ersten Tätigkeitsstätte vgl. die Erläuterungen und Beispiele in Anhang 4 „Reisekosten bei Auswärtstätigkeiten“ unter Nr. 3. Außerdem wird auf die Stichworte „Einsatzwechseltätigkeit“ und „Fahrtätigkeit“ hingewiesen.
Die steuerliche Berücksichtigung der Fahrtkosten im Zusammenhang mit einer beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit ist dem Grunde und der Höhe nach durch die gesetzliche Reisekostenreform zum 1.1.2014 grundsätzlich unverändert geblieben. Allerdings hat der Gesetzgeber festgelegt, dass es ungeachtet des Vorliegens einer beruflich veranlassten Auswärtstätigkeit dennoch in den folgenden Fällen zum Ansatz der Entfernungspauschale kommt:
Dauerhafte Fahrten zu einem vom Arbeitgeber bestimmten Sammelpunkt (vgl. nachfolgenden Buchstaben b) und
dauerhafte Fahrten zu einem weiträumigen Tätigkeitsgebiet (vgl. nachfolgenden Buchstaben c).
In beiden Fällen müssen die Fahrten „dauerhaft“ durchgeführt werden. Dauerhaft bedeutet auch hier unbefristet, für die gesamte Dauer des Dienstverhältnisses oder über einen Zeitraum von 48 Monaten hinaus.
LS +
SV –
Der Ansatz der Entfernungspauschale in diesen beiden Fällen hat auch zur Folge, dass ein etwaiger Arbeitgeberersatz der Pkw-Fahrtkosten nicht steuerfrei, sondern steuerpflichtig ist, aber ebenfalls mit 15 % pauschal besteuert werden kann. Außerdem führt eine Firmenwagengestellung für solche Fahrten zum Ansatz eines geldwerten Vorteils. Im Einzelnen gilt Folgendes: