C. Arbeitslohn – Lohnsteuer – Sozialversicherung von A bis Z F Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte

3. Steuerpflichtiger Fahrtkostenersatz für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte
Insbesondere bei Benutzung eines Pkw gehört ein Arbeitgeberersatz für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte zum steuerpflichtigen Arbeitslohn. Der Arbeitnehmer muss seine Aufwendungen bei einer Veranlagung zur Einkommensteuer als Werbungskosten geltend machen.
Bei den Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mit einem Pkw wird also streng zwischen dem steuerpflichtigen Werbungskostenersatz durch den Arbeitgeber und dem bei der Besteuerung des Arbeitnehmers möglichen Werbungskostenabzug unterschieden. Der Werbungskostenersatz für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte mit einem Pkw ist zwar einerseits steuerpflichtiger Arbeitslohn, andererseits kann der Arbeitnehmer Werbungskosten in Höhe der Entfernungspauschale von 0,30 € je vollen Entfernungskilometer bei einer Veranlagung zur Einkommensteuer geltend machen. Eine Saldierung von steuerpflichtigen Arbeitslohn und Werbungskosten im Lohnsteuerabzugsverfahren durch den Arbeitgeber ist nicht zulässig.
LS +
SV –[1]
In Höhe der Entfernungspauschale von 0,30 € je vollen Entfernungskilometer kann der Arbeitgeber eine Pauschalierung der Lohnsteuer mit 15 % vornehmen. Der Arbeitgeber kann die pauschalierte Lohnsteuer in Höhe von 15 % im Innenverhältnis auch auf den Arbeitnehmer abwälzen. Die Pauschalierung der Lohnsteuer mit 15 % für den Arbeitgebersatz bei Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte ist nachfolgend unter Nr. 5 und die Abwälzung der Pauschalsteuer auf den Arbeitnehmer nachfolgend unter Nr. 6 erläutert.
LS –
SV –
Bei den Familienheimfahrten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung hat der Gesetzgeber den Grundsatz, dass ein Werbungskostenersatz durch den Arbeitgeber zum steuerpflichtigen Arbeitslohn gehört, bewusst durchbrochen. Denn nach § 3 Nr. 16 EStG ist der Arbeitgeberersatz steuerfrei, soweit der Arbeitnehmer Aufwendungen für Familienheimfahrten als Werbungskosten geltend machen könnte (vgl. die ausführlichen Erläuterungen beim Stichwort „Familienheimfahrten“).

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Der Arbeitgeberersatz ist zwar steuer- und damit auch beitragspflichtiges Arbeitsentgelt; der Arbeitgeber hat jedoch auch hier die Möglichkeit der Lohnsteuerpauschalierung in Höhe der Entfernungspauschale von 0,30 € ab dem 1. Entfernungskilometer nach § 40 Abs. 2 Satz 2 EStG. Pauschaliert der Arbeitgeber die Lohnsteuer mit 15 %, löst dies Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung aus (§ 1 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 SvEV). Die Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV) ist als Anhang 2 im Steuerhandbuch für das Lohnbüro 2019 abgedruckt.