C. Arbeitslohn – Lohnsteuer – Sozialversicherung von A bis Z F Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte 8. Überlassung eines Firmenwagens für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte

a) 0,03 %-Methode
LS +
SV +
Stellt der Arbeitgeber einem Arbeitnehmer einen Firmenwagen für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte zur Verfügung und liegt keiner der in Nr. 2 genannten Ausnahmefälle vor, ist der hierdurch entstehende geldwerte Vorteil steuerpflichtiger Arbeitslohn.
Der geldwerte Vorteil ist grundsätzlich monatlich mit 0,03 % des Bruttolistenpreises (also inklusive Umsatzsteuer) für jeden Kilometer der einfachen Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte anzusetzen.
Der Arbeitgeber hat bei der Besteuerung des geldwerten Vorteils für die Überlassung eines Firmenwagens zu Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte die Möglichkeit, die Lohnsteuer insoweit mit 15 % zu pauschalieren, als der Arbeitnehmer Werbungskosten in Höhe der Entfernungspauschale geltend machen könnte. Die Entfernungspauschale beträgt 0,30 € der einfachen Entfernung zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte je vollen Entfernungskilometer (vgl. das Stichwort „Entfernungspauschale“). Die Pauschalierung der Lohnsteuer mit 15 % löst Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung aus. Allerdings verliert der Arbeitnehmer den Werbungskostenabzug, soweit eine Pauschalierung mit 15 % durchgeführt wurde. Macht der Arbeitgeber von der Pauschalisierungsmöglichkeit Gebrauch, kann aus Vereinfachungsgründen unterstellt werden, dass der Arbeitnehmer den Firmenwagen an 15 Arbeitstagen monatlich (180 Tagen jährlich) für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte benutzt; eine Glaubhaftmachung, dass der Firmenwagen an mehr als 15 Arbeitstagen für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte benutzt wurde, ist möglich. Die Auswirkungen einer Pauschalierung der Lohnsteuer mit 15 % soll an folgendem Beispiel verdeutlicht werden:
Beispiel A
Der Arbeitnehmer nutzt einen Firmenwagen (Bruttolistenpreis im Zeitpunkt der Erstzulassung 30 000 €) für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Die Entfernung beträgt 40 km. Für die Nutzung des Firmenwagens zu Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte ergibt sich folgender monatlich zu versteuernder geldwerter Vorteil:
0,03 % von 30 000 € × 40 km
=
360,–– €
Der Arbeitgeber kann die Lohnsteuer mit 15 % pauschalieren, soweit der Arbeitnehmer Werbungskosten für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte in Höhe der Entfernungspauschale geltend machen könnte. Dabei ist von 15 Arbeitstagen monatlich auszugehen:
 
 
15 Arbeitstage × 40 km × 0,30 €
=
180,–– €

zur Versteuerung als laufender Arbeitslohn verbleiben (360 € – 180 € =)
 
180,–– €

Für die Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge gilt Folgendes:
Soweit die Lohnsteuer mit 15 % pauschaliert wird, tritt Beitragsfreiheit in der Sozialversicherung ein. Beitragspflichtig ist demnach der Betrag von 180 €.
Durch die Pauschalierung des Betrags von 180 € monatlich verliert der Arbeitnehmer in dieser Höhe den Werbungskostenabzug bei der Veranlagung zur Einkommensteuer.
Die vorstehenden Ausführungen gelten entsprechend, wenn ein Firmenwagen für dauerhafte Fahrten zu einem Arbeitgeber-Sammelpunkt oder einem weiträumigen Tätigkeitsgebiet genutzt wird (vgl. hierzu auch „Entfernungspauschale“ unter Nr. 11 Buchstaben b und c).
Die steuerliche Förderung von Elektro- und extern aufladbaren Hybridelektrofahrzeugen, die im Zeitraum vom 1.1.2019 bis 31.12.2021 angeschafft oder geleast werden, erfolgt durch eine Halbierung der Bemessungsgrundlage. Das bedeutet, dass bei der Bruttolistenpreisregelung der halbe Bruttolistenpreis und bei der Fahrtenbuchmethode die Hälfte der Absetzung für Abnutzung bzw. der Leasingkosten angesetzt wird. Dies gilt für die Ermittlung des geldwerten Vorteils bei Privatfahrten, Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte und etwaige steuerpflichtige Familienheimfahrten im Rahmen einer beruflich veranlassten doppelten Haushaltsführung.
Beispiel B
Der Arbeitnehmer erhält als Firmenwagen ein in 2019 angeschafftes Firmenfahrzeug mit einer Batteriekapazität von 16,3 kWh auch zur privaten Nutzung sowie für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte (Entfernung = 20 km). Der Bruttolistenpreis beträgt 45 280 €.
Die Hälfte des Bruttolistenpreises beträgt folglich 22 640 €, abgerundet auf volle Hundert Euro = 22 600 €.
Der monatliche geldwerte Vorteil in 2019 ermittelt sich wie folgt:
Privatfahrten 1 % von 22 600 € =
226,00 €
Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte
0,03 % von 22 600 € × 20 km =
135,60 €
Geldwerter Vorteil insgesamt
361,60 €
Der geldwerte Vorteil für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte in Höhe von 135,60 € kann in folgendem Umfang pauschal besteuert werden:
15 Arbeitstage × 20 km × 0,30 €
90,00 €
zur Versteuerung als laufender Arbeitslohn verbleiben 135,60 € abzüglich 90 €
45,60 €