C. Arbeitslohn – Lohnsteuer – Sozialversicherung von A bis Z F Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte 8. Überlassung eines Firmenwagens für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte

b) 0,002 %-Methode
Wird im Lohnsteuerabzugsverfahren – zumeist wegen der geringen Anzahl von Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte – ausnahmsweise eine Einzelbewertung der tatsächlich durchgeführten Fahrten mit 0,002 % des Bruttolistenpreises pro Fahrt vorgenommen, ist die Ermittlung der Entfernungspauschale für die Lohnsteuerpauschalierung mit 15 % anhand der vom Arbeitnehmer erklärten Anzahl der Tage vorzunehmen. Die unter dem vorstehenden Buchstaben a) erwähnte 15-Tage-Regelung ist in diesem Fall nicht anwendbar.[1]
Im Lohnsteuerabzugsverfahren ist der Arbeitgeber im Übrigen ab 1.1.2019 auf Verlangen des Arbeitnehmers zur Einzelbewertung der tatsächlichen Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte verpflichtet, wenn sich aus der arbeitsvertraglichen oder einer anderen arbeitsrechtlichen Rechtsgrundlage nichts anderes ergibt.[2]
Beispiel
Der Arbeitnehmer nutzt einen Firmenwagen (Bruttolistenpreis im Zeitpunkt der Erstzulassung 40 000 €) im Monat Mai 2019 an 10 Tagen für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte. Die Entfernung beträgt 60 km. Arbeitgeber und Arbeitnehmer haben eine Einzelbewertung der Fahrten zur Ermittlung des geldwerten Vorteils vereinbart. Für den Monat Mai 2019 ergibt sich folgender geldwerter Vorteil:
10 Fahrten à 0,002 % von 40 000 € × 60 km
=
480 €
Der Arbeitgeber kann die Lohnsteuer mit 15 % pauschalieren, soweit der Arbeitnehmer Werbungskosten für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte in Höhe der Entfernungspauschale geltend machen könnte. Dabei ist wegen der gewählten Einzelbewertung von 10 Arbeitstagen auszugehen:
 
 
60 km × 0,30 € × 10 Arbeitstage
=
180 €

zur Versteuerung als laufender Arbeitslohn verbleiben (480 € – 180 €)
=
300 €

1

Randnummer 10 Buchstabe d des BMF-Schreibens vom 4.4.2018 (BStBl. I S. 592). Das BMF-Schreiben ist als Anlage 1 zu H 8.1 (9-10) LStR im Steuerhandbuch für das Lohnbüro 2019 abgedruckt, das im selben Verlag erschienen ist. Das PC-Lexikon für das Lohnbüro 2019 enthält auch dieses Handbuch und hat außerdem den Vorteil, dass Sie alle BFH-Urteile sowie die aktuellen Rundschreiben und Niederschriften der Spitzenverbände der Sozialversicherung mit Mausklick im Volltext abrufen und ausdrucken können. Eine Bestellkarte finden Sie vorne im Lexikon.
2
Randnummer 10 Buchstabe e des BMF-Schreibens vom 4.4.2018 (BStBl. I S. 592). Das BMF-Schreiben ist als Anlage 1 zu H 8.1 (9-10) LStR im Steuerhandbuch für das Lohnbüro 2019 abgedruckt, das im selben Verlag erschienen ist. Das PC-Lexikon für das Lohnbüro 2019 enthält auch dieses Handbuch und hat außerdem den Vorteil, dass Sie alle BFH-Urteile sowie die aktuellen Rundschreiben und Niederschriften der Spitzenverbände der Sozialversicherung mit Mausklick im Volltext abrufen und ausdrucken können. Eine Bestellkarte finden Sie vorne im Lexikon.