C. Arbeitslohn – Lohnsteuer – Sozialversicherung von A bis Z F Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte

11. Vorsteuerabzug beim Ersatz der Fahrkarte und beim Kauf von Job-Tickets
Wird dem Arbeitgeber vom Arbeitnehmer eine Fahrkarte vorgelegt, die dieser zur Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte erworben hat und erstattet der Arbeitgeber die Aufwendungen, stellt sich für ihn die Frage nach dem umsatzsteuerlichen Vorsteuerabzug. Gleiches gilt beim Kauf von Job-Tickets durch den Arbeitgeber selbst und anschließender Weitergabe an den Arbeitnehmer.
Nach Abschnitt 15.5 Abs. 1 Sätze 2 und 3 des Umsatzsteuer-Anwendungserlasses gilt folgende Regelung:
„Stellt der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern Fahrausweise für die Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte[1] zur Verfügung, sind die von den Arbeitnehmern in Anspruch genommenen Beförderungsleistungen nicht als Umsätze für das Unternehmen anzusehen. Die dafür vom Arbeitgeber beschafften Fahrausweise berechtigen ihn daher nicht zur Vornahme des Vorsteuerabzugs.“
Wendet man diese Regelung auf die Job-Tickets an, ergibt sich Folgendes:
Die auf die einzelnen Arbeitnehmer ausgestellten Job-Tickets werden nicht für das Unternehmen des Arbeitgebers bezogen. Der Beförderungsunternehmer erbringt seine Beförderungsleistungen ausschließlich gegenüber dem jeweiligen Arbeitnehmer. Der Arbeitgeber selbst erhält von dem Beförderungsunternehmer keine Leistung. Damit scheidet ein Vorsteuerabzug aus.
Sowohl beim Kauf von Job-Tickets als auch beim Ersatz der Fahrkarte kann der Arbeitgeber also keinen Vorsteuerabzug in Anspruch nehmen.
Die vorstehenden Ausführungen entsprechen der Vorgehensweise bei der umsatzsteuerlichen Behandlung von Sachbezügen. Vgl. hierzu das Stichwort „Umsatzsteuerpflicht bei Sachbezügen“, besonders unter Nr. 1.

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Ab 1.1.2014 = Erste Tätigkeitsstätte.