Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten in Hannover

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Rund 75 Gleichstellungsbeauftragte folgten der Einladung der Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros zur Landeskonferenz zu dem Themenschwerpunkt „Gesundheit rund um die Geburt und Hebammenversorgung in Niedersachsen“ am 17.Oktober 2018 in die Räumlichkeiten der Region Hannover. Der Regionspräsident Hauke Jagau und die Gleichstellungsbeauftragte Petra Mundt waren Gastgeber für den Rahmen der Veranstaltung, die inhaltlich von dem Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros ausgestaltet wurde.

In ihrem Grußwort betonte die Sozialministerin Dr. Carola Reimann die Bedeutung der Gleichstellungsbeauftragten für die Umsetzung der Geschlechtergerechtigkeit, insbesondere in den gemeinsamen Projekten wie beispielsweise dem Landesaktionsplan zur Verbesserung der Hebammenversorgung, das Politik Mentoring Programm oder die Zusammenarbeit zur Novellierung des Niedersächsischen Gleichstellungsgesetzes.Die Sozialministerin und ihre Mitarbeiterinnen stehen in regelmäßigem Austausch mit dem Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft zu aktuellen Themen, Projekten und Landesaktionsplänen, die gemeinsam entwickelt und bearbeitet werden.


Zu dem Schwerpunkt der Konferenz referierte Thomas Altgeld von der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V. und Prof. Dr. Mechthild Maria Groß von der Medizinischen Hochschule Hannover über die Gesundheitsziele und die aktuelle Situation der Hebammenversorgung in Niedersachen: Obwohl die Bundesregierung ein nationales Gesundheitsziel unter dem Titel „Gesundheit rund um die Geburt“ definiert hat, ist die frauenheilkundige Versorgung schwangerer Frauen in Niedersachsen prekär und unzureichend. Es fehlt vor allem an Hebammen, welche Frauen seit jeher auf dem Weg der Schwangerschaft und im Anschluss an die Geburt begleiten und mit ihrem Fachwissen unterstützen. In Niedersachsen schließen 60 bis 80 junge Frauen jährlich ihre Ausbildung zur Hebamme ab, aber nicht alle üben den Beruf wegen der schlechten Bezahlung auch aufgrund der hohen Versicherungsabgaben aus. Die Folge ist eine dramatische Unterversorgung, die sich laut Hebammenverband in Niedersachsen auf etwa bis zu 30 Prozent beziffern lässt.


Auch entspricht die Ausbildung längst nicht mehr dem EU-Standard, Deutschland hinkt bei der Umsetzung der Richtlinie zur Angleichung der Bildungsabschlüsse bis 2020 deutlich hinterher: Bereits in fast allen europäischen Ländern setzt der Hebammenberuf ein Studium voraus. Der Bund und das Land Niedersachsen müssen dringend die Rahmenbedingungen dafür erarbeiten und als weiteren Schritt die Vergütung von Hebammen deutlich aufwerten.


Prof. Dr. Groß stellte in ihrem Vortrag auch die veränderten Anforderungen für Hebammen heraus. Sie zeichnete die Situation von einer Teeniemutter, die gemeinsam mit einer schwangeren Mitvierzigerin und einer Migrantin auf einem Zimmer liegt. Hierin vereinen sich kulturelle Unterschiede, Sprachbarrieren und Gesundheitsrisiken während der Schwangerschaft und Geburt, denen die betreuende Hebamme begegnen muss. Auch diese gesellschaftliche Entwicklung müsse bei der Ausbildung von Hebammen zunehmend berücksichtigt werden. Schon lange sei die Ausbildung von Hebammen kein reiner Lehrberuf mehr, sondern stelle die Anforderung an ein wissenschaftliches Studium, so Groß in ihrem Vortrag.


Die Forderung der Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros ist allerdings die Einrichtung eines Dualen Studiengangs, um die Praxisstunden und die Ausbildungsvergütung weiter sicher zu stellen.


Im Verlauf des Nachmittags wurde in nichtöffentlicher Sitzung gemeinsam mit der Leiterin der Vernetzungsstelle für Gleichberechtigung und Vernetzung e.V.  Almut von Woedtke das weitere Vorgehen abgestimmt und anschließend über Anträge beraten, die an die Landesregierung gestellt werden.


Mit dem Ausblick auf weitere Projekte und nicht nur finanzieller Unterstützung durch das Sozialministerium ging eine erfolgreiche Landeskonferenz der Gleichstellungsbeauftragten der Kommunen, Landkreise und Städte zu Ende.

 

Quelle: Pressemitteilung der LAG Niedersachsen vom 26.10.2018

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