2017 – Was für ein Jahr!

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11.12.2017

Was war 2017 politisch - national wie international - für ein Jahr! Ein einziger emotionaler Schleuderkurs.

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

  • Und was passiert? Monatelang streitet er sich mit der angeblichen „Lügenpresse“ über die Zahl der Teilnehmenden an dieser Veranstaltung. Es waren definitiv weniger als bei Obama, aber das kann dieser Egomane nicht stehen lassen, geschweige denn verkraften. Und seit fast 12 Monaten überzieht er die Welt mit seinen 140-Zeichen-Botschaften, die meist grenzwertig und unerträglich sind. Der sogenannte „leader of the free world“ verwendet eine Sprache wie ein Schulkind und lässt alle emotional und/oder intellektuell gebildeten Menschen vor Scham erröten. Wo führt das noch hin?

  • In Österreich schlug zwar Ende 2016 der ehemalige Grünen-Politiker Alexander Van der Bellen seinen rechtspopulistischen Gegner und wurde neuer Bundespräsident. Nach den Nationalratswahlen vor wenigen Wochen steht unseren Nachbar/inne/n aber eine rechtskonservative Koalition aus ÖVP und FPÖ bevor. Nicht gerade eine Traumkoalition für Demokrat/inn/en, aber das Ergebnis von fast jahrzehntelangen GroKos aus SPÖ und ÖVP. Deutschland, schau hin!

  • In vier Bundesländern gab es Landtagswahlen – Saarland im März, Schleswig-Holstein und NRW im Mai sowie überraschend Niedersachsen im Oktober – mit zum Teil dramatischen Gewinnen der AfD, die das Land spaltet, Gender-/Gleichstellungsfragen im besten Falle ins Lächerliche zieht und Vorurteile schürt und ausbeutet.

  • Frankreich wählte einen neuen Staatspräsidenten und wählte klug; Marine Le Pen haben sie sich erspart – Frau hin oder her. Später im Jahr waren die Franzosen ebenfalls klug, zumindest einigermaßen, denn der Front National bekam „nur“ 13 % und Macrons neue Bewegung wurde stärkste Kraft.

  •  Ähnlich bei den Parlamentswahlen in den Niederlanden: Geert Wilders und seine rechtspopulistische „Partij voor de Vrijheid (PVV)“ wurde zwar mit 13 % zweitstärkste Kraft, aber da – Göttin sei Dank – niemand mit dieser Ein-Mann-Partei koalieren wollte, schaffte Mark Rutte seine 3. Koalitionsregierung: Sie besteht aus vier Parteien und die Regierungsbildung dauerte geschlagene sieben Monate. Rechnen wir das auf Deutschland um (die vier Jamaika-Parteien sind mit dem „Nein“ der FDP ja schon mal vom Tisch), bekommen wir im April 2018 eine neue Bundesregierung. Na, Mahlzeit! Nach den wochenlangen „Balkonszenen“ aus Berlin brauchen wir also wohl wieder starke Nerven und einen langen Atem.

 

Und wo stehen wir frauenpolitisch?

 

Da ist guter Rat teuer! Trump ist der Gegenentwurf zu Macron in Frankreich und Trudeau in Canada, der sich immer wieder als Feminist bezeichnet.

Aber: Das haben wir in Deutschland auch!


Sie glauben das nicht? Aber ja: Peter Altmaier, der Chef des Amtes der Bundeskanzlerin, nennt sich selbst auch so*. Gut, er ist der erste mir bekannte Top-Politiker, der sich das traut zu sagen.

Und wenn das so ist, hat er viel zu tun. Im Wahlprogramm der CDU steht: " In der neuen Wahlperiode werden wir die Gleichstellung in Führungspositionen im öffentlichen Dienst entschlossen vorantreiben. Wir wollen sie bis spätestens 2025 abschließend erreicht haben."

 

Aber:

  • 2018 werden wir den Equal Pay Day wie 2017 am 18. März begehen. Er hat sich seit 2009 vom 20. März und einigen Rückschlägen dazwischen um exakt 2 Tage nach vorne bewegt. Ich will gar nicht rechnen, um festzustellen, wann der Equal Pay Day auch für Frauen am 31. Dezember zusammen mit den Einkommensbilanzen für Männer stattfinden wird.

  • Führungspositionen: In den Bundesministerien leiten die beamteten Staatssekretäre die Verwaltung. Seit Gründung der Bundesrepublik 1949 – also vor fast 70 Jahren – gab es bisher ca. 360 Männer in dieser Position (viele davon mehrfach in unterschiedlichen Ressorts), aber nur ganze 16 Frauen.

In der letzten, der 18. Legislatur waren es gleichzeitig 5. Im Vergleich zu den Vorjahren und Vorjahrzehnten relativ viele, aber von Gleichstellung kann keine Rede sein. Da kann frau nur auf diese, die 19. Legislatur hoffen, denn wir Gleichstellungsbeauftragten der obersten Bundesbehörden arbeiten uns an diesem Thema schon vier Legislaturperioden ab.

  • Die UNO hat errechnet – allerdings vor langen Jahren –, dass die Gleichstellung im Jahre 2490 erreicht sein wird.

  • Das Weltwirtschaftsforums (WEF) ist da optimistischer und rechnete bis vor kurzem mit 88, aktuell schon wieder mit 100 Jahren. Mit seinem Global Gender Gap Index erstellt das WEF jährlich ein Ranking, in dem 144 Staaten in vier Bereichen verglichen werden – u.a. im Hinblick auf politische Teilhabe, d.h. Frauen in Führungspositionen. Deutschland ist hier zwischen 2006 und 2016 von Rang 5 auf Rang 13 zurückgefallen – erstaunlich, denn es sind die Jahre der BundeskanzlerIN.

Erst in diesem Jahr stieg Deutschland wieder um einen Platz nach oben und landete auf Rang 12. 2016 lagen vor Deutschland u.a. Ruanda, Slowenien, die Philippinen und Nicaragua – wer hätte das vermutet?

  • Die Bundestagswahl im vergangenen September hat uns im Hinblick auf Frauen eine weitere Ernüchterung beschert: Von 36,5% ist der Frauenanteil im Bundestag nun auf 30,7% gefallen – also um fast 6% und ist noch niedriger als vor 20 Jahren in der 14. Legislaturperiode (1998-2002); jetzt hat gerade die 19. begonnen.

 

Schöne Aussichten!!!

 

Da kann es nur eines geben: Zumindest wir Gleichstellungsbeauftragte müssen weiterkämpfen. Denn ein Zurück darf es nicht geben. Aufhören ist keine Option. Es muss immer weiter nach vorne gehen!

 

Jetzt aber kommen erst einmal Weihnachten und der Jahreswechsel. Diese Zeit wollen wir alle nutzen, um mal wieder zu uns zu kommen, Kraft zu tanken, gute Gedanken abzuwägen und mit Menschen zu sprechen, die uns guttun. Genießen Sie also all diese Tage und erholen Sie sich. 2018 geht es weiter.

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen von Herzen das Allerbeste, bedanke mich bei meinen vielen Leserinnen, wünsche mir viele, viele Bewertungssternchen für meine Blogs und sende Ihnen herzliche Grüße

 

Bis zum neuen Jahr Ihre Kristin Rose-Möhring

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