Denkmuster

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Am 8. März war Weltfrauentag. Ein guter Zeitpunkt, wie ich meine, einmal mehr über Männer, ihr Rollenverständnis und überhaupt über Denkmuster zu sprechen.

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

 

die Emanzipations-, Gleichstellungs- und Gleichbehandlungsdebatte hat im letzten Jahr, vor allem auch wegen #Metoo wieder mächtig an Fahrt aufgenommen. Bringt sie uns aber auch voran? Ist sie eher ein Rückschritt? Oder zeigt sie uns nur das Beharrungsvermögen alter Denkmuster auf?

 

Auf jeden Fall bringt die #Metoo-Thematik die Diskussion in den Teilbereichen männliche Machtausübung und sexuelle Übergriffe voran und zeigt den Männern die herrschenden Zustände in einem Umfang und Ausmaß auf, die selbst uns Frauen überrascht hat. Sie regt zum Nachdenken an und das ist immer der erste notwendige Schritt, um zu einer Veränderung oder Verbesserung zu kommen.

 

Gleichzeitig erleben wir in der Diskussion aber auch einen gewissen Rückschritt. Die Fragen einer natürlichen Ordnung und genetisch veranlagter Unterschiede und Hierarchien im Zusammenleben der Geschlechter schienen schon fast überwunden und flammen nun erneut auf. Die Welt wäre ja ach so einfach, würden wir nur akzeptieren, dass Männer nicht anders können und Frauen es sich insgeheim auch so wünschen!!

Aber in mir, in den meisten anderen Frauen und im Grundgesetz ist zwischenzeitlich der Gedanke an eine prinzipielle Gleichberechtigung und Gleichstellung der Geschlechter fest verankert.

 

Am deutlichsten aber bleibt der Eindruck enormen Beharrungsvermögens bei überkommenen Denkmustern wie gegenderte Sprache - nach wie vor und leider auch zunehmend wieder - vielen ein Dorn im Auge.

Schauen Sie nur einmal in die Kommentare zu meinem letzten Blogbeitrag. Vieles bezieht sich gar nicht auf meinen Text, sondern auf mein Informationsblatt als Gleichstellungsbeauftragte zum Internationalen Frauentag, in dem ich vorgeschlagen hatte, dem Beispiel Österreichs und Kanadas folgend über eine geschlechtergerecht formulierte Nationalhymne nachzudenken und zu diskutieren. Das hat ziemlich Wellen geschlagen und dabei ist ganz untergegangen, dass ich nichts gefordert, sondern nur eine Diskussion angeregt hatte. Aber es hat wieder einmal gezeigt, wie schwer es ist, gegen überkommene Denkmuster anzugehen. Veränderungen sind eben selten der bequeme Weg.

 

Daran erinnert uns zum Beispiel der Weltfrauentag. Am 3. November ist dann Weltmännertag. Er ist vor allem der Erinnerung der Männer an eine verantwortungsvolle Gesundheitsvorsorge gewidmet. Am 19. November ist schließlich der Internationale Männertag, um noch einmal daran zu erinnern. Männer brauchen das anscheinend. Ansonsten finden Männer im restlichen Jahr reichlich Gedenk- und Feiertage, ihrer Männlichkeit auf die eine oder andere Weise zu frönen. Ob das dann auch gesund ist, will ich hier einmal offenlassen.

 

In diesem Sinne: Bleiben wir denkaktiv!

 

Mit herzlichen Grüßen

Ihre Kristin Rose-Möhring

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2 Kommentare zu diesem Beitrag
kommentiert am 12.03.2018 um 12:30:
Sehr geehrte Frau Rose-Möhring!! Ich möchte mich aus tiefsten Herzen der Argumentation von Herrn Poppinga anschließen, jedoch noch einen Schritt weiter gehen und einen Aspekt beleuchten, der sogar Ihm entgangen ist: Wieso ist DER Mensch männlich und es gibt keine Menschin? Genau hier müssen wir doch ansetzen, da Mensch und Menschin eigentlich der Ausgangspunkt aller Überlegungen sind. Aber dem nicht genug , in unserer Ignoranz gehen wir sogar so weit DEM Kind eine klare Gender-Zugehörigkeit zu verweigern und lassen es mit der Bezeichnung DAS Kind quasi geschlechtslos zurück. Bitte, wie Sie oben schon schreiben, das sollen nur Denkanstöße sein, denen Sie sich gerne annehmen können, falls gerade nichts Wichtigeres zu tun ist. Aber ich hoffe natürlich, daß letzteres in Ihrer Arbeit überwiegt. Herzliche Grüße Ihr Peter Wuttge
kommentiert am 12.03.2018 um 11:00:
Sehr geehrte Frau Rose-Möhring! Endlich traut sich einmal jemand an die Herkulesaufgabe heran, den Augiasstall der deutschen Lyrik von sexistischen Formulierungen zu reinigen. Mit Hoffmann von Fallersleben haben Sie sich wohlweislich einen der Autoren schlimmster Sorte herausgesucht. Allein, wie er die zweifellos weibliche Hagebutte vermännlicht, indem er sie zum ,,Männlein steht im Walde, ganz still und stumm‘‘ verschandelt, ist zweifellos skandalös. Aber bei ihm dürfen Sie nicht stehenbleiben. Betrachten Sie nur Friedrich von Schiller! Als erstes sein Wilhelm Tell: ,,Ein einzig Volk von Brüdern‘‘ geht überhaupt nicht mehr! Und dann noch die Ode an die Freude: ,,Alle Menschen werden Brüder‘‘. Alle Menschen? Brüder? Sollen die Frauen also nicht als Menschen zählen? Da es sich hier allerdings um die Europahymne handelt, sollten Sie dringendst Ihrer Kollegin im europäischen Parlament Bescheid geben, die wohl nur aus mangelnder Kenntnis der deutschen Sprache noch nicht auf dieses gravierende Problem aufmerksam wurde. Schließlich muß ich Sie noch auf neueste Entwicklungen hinweisen: Anscheinend ist Ihrer Aufmerksamkeit bisher entgangen, daß am vergangenen Sontag, aller Ihrer Bemühungen zum Trotz, die ,,Woche der Brüderlichkeit‘‘ ausgerufen wurde. Ich erwarte von Ihnen, umgehend die Vertreter der christlichen und jüdischen Religionsgemeinschaften auf diesen Fauxpas hinzuweisen. Abschließend wünsche ich Ihnen weiterhin viel Erfolg beim Kampf gegen die existenziellen Probleme der Frau im 21. Jahrhundert und verbleibe mit einem optimistischen Liberté, Égalité, Pfefferminztee hochachtungsvoll Ihr Raimund Poppinga
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