Hepeating

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Eine Frau äußert sich in einem Meeting mit einer Idee zum Thema und wird nicht beachtet. Wenig später sagt ein Mann in etwa das Gleiche und erntet großes Lob.

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

 

dieses Phänomen hat seit kurzem einen Namen: Hepeating. Es ist nicht neu. Frauen kennen seit langem den Seufzer: „Hatte ich nicht gerade eben das Gleiche gesagt?“. Neu ist, dass wir dieses Phänomen jetzt prägnant benennen können. Hepeating ist nicht einfach ein neues Modewort wilder Feministinnen, wie viele es gerne abtun würden. Es bestand schon immer, hatte aber keine eigene Bezeichnung. Allein schon die blitzartige Verbreitung des Begriffs zeigt das Bedürfnis betroffener Frauen, etwas zu benennen, das sie schon so lange erfahren und erlitten haben. Hier wurde ein weiblicher Nerv getroffen.

 

Auf persönlicher Ebene ist Ideenklau eine Frage des Charakters. Ich will gerecht sein: Das können sowohl Frauen als auch Männer.


Hepeating ist eine besondere Ausprägung. Das Schlimme am Hepeating im oben genannten beruflichen Umfeld ist die gesellschaftliche Akzeptanz. Frauen finden dabei keine Unterstützung aus der Gruppe. Umgekehrt können sie sich den Ideenklau nicht erlauben. Das fiele auf und kein Mann ließe sich ohne lautstarken Protest derart von einer Frau vorführen.

 

Wie wäre es aber mit lautstarkem Protest durch die betroffenen Frauen? Hier wartet leider schon die nächste Geschlechterfalle: Zunächst geht der Widerspruch nur durch, wenn die Gruppe dies zulässt. Zu leicht findet sich der klitzekleine Unterschied, der die Idee beim Mann so anders und besonders macht. Und darüber hinaus wird ein lautstarkes dominantes Verhalten von Männern im Berufsleben positiv, bei Frauen aber negativ beurteilt.

 

Auch hier sitzt die Frau in der Falle überkommener und lange eingeübter Geschlechterrollen. Da hilft nur, die Problematik sichtbar zu machen und darüber zu reden. Ein eingängiger Begriff wie Hepeating ist ein erster Schritt. Letztlich ist Hepeating ein Manko der Gesellschaft, die so etwas zulässt. Es fehlt offensichtlich eine gesunde Kommunikationskultur. Könnten wir über alles offen, fair und gleichberechtigt reden, würden wir Frauen uns mit unseren besseren Argumenten auch durchsetzen können.

 

Ich denke, zumindest die Leserinnen finden diese Argumente überzeugend. Falls nicht, sollten sie es sich noch einmal von einem Mann erklären lassen, denn Männer können Frauen aus ihrer höheren und überlegenen Perspektive über alles viiiel besser aufklären, oder nicht? Mansplaining heißt dieses Phänomen und fällt in die gleiche Kategorie wie Hepeating.

 

Und am überzeugendsten ist der Mann natürlich, wenn er seine Argumente in breitbeiniger Sitzhaltung (Manspreading) vorträgt.

 

Gute Besserung wünscht

Ihre Kristin Rose-Möhring

 

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