Neuregelungen ab 1.1.2020 im Überblick

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Lohnsteuer

Im Laufe des Jahres 2019 haben sich durch Gesetzgebungsverfahren im Bereich der Lohnsteuer sehr viele Neuerungen für das Jahr 2020 ergeben. Hervorzuheben sind das Gesetz zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften (sog. Jahressteuergesetz 2019) sowie das sog. Bürokratieentlastungsgesetz III. Zu erwähnen ist auch das Gesetz zur steuerlichen Entlastung der Familien sowie zur Anpassung weiterer steuerlicher Regelungen, durch das auch für das Jahr 2020 sowohl der Einkommensteuertarif als auch die kindbedingten Steuervergünstigungen zugunsten der Steuerzahler geändert worden sind.

Neben den weiter anzuwendenden Lohnsteuer-Änderungsrichtlinien 2015 sind die neuen amtlichen Lohnsteuer-Hinweise 2020 bekannt gemacht worden. Darüber hinaus hat die Finanzverwaltung eine Vielzahl von Erlassen und weitere Verwaltungsanweisungen veröffentlicht, die ebenso zu beachten sind wie die zwischenzeitlich ergangenen höchstrichterlichen Urteile des Bundesfinanzhofs. Alle ab 1.1.2020 beim Lohnsteuerabzug durch den Arbeitgeber zu beachtenden Neuregelungen sind im Lexikon für das Lohnbüro anhand von Beispielen erläutert. Auf folgende Änderungen zum 1.1.2020 wird besonders hingewiesen:

  • Ab 1.1.2020 gelten neue Steuerabzugsbeträge bei der Lohn- und Kirchensteuer sowie beim Solidaritätszuschlag, weil sich der Grundfreibetrag und der Kinderfreibetrag erhöht haben, der Tarifverlauf durch Abbau der sog. kalten Progression abgemildert worden ist und sich die in den Lohnsteuertarif eingearbeitete Vorsorgepauschale geändert hat (vgl. das Stichwort „Tarifaufbau“ und die Erläuterungen in Anhang 8).

  • Der Begriff der Sachbezüge ist erstmals gesetzlich definiert worden, mit erheblichen Folgerungen für die Anwendung der monatlichen 44-Euro-Freigrenze (vgl. „Prepaid Card“, „Sachbezüge“, „Stromkostenzuschuss“ und „Warengutscheine“).

  • Im lohnsteuerlichen Reisekostenrecht sind durch die neuen gesetzlichen Verpflegungspauschalen und den Pauschbetrag für Berufskraftfahrer umfangreiche Neuerungen eingetreten (vgl. den Anhang 4); hinzu kommt die erstmalige Rechtsprechung zur ersten Tätigkeitsstätte. Dadurch haben sich auch Änderungen bei den Stichworten „Einsatzwechseltätigkeit“, „Fahrtätigkeit“ und „Fliegendes Personal“ ergeben. Außerdem gelten ab 1.1.2020 neue Auslandstage- und -übernachtungsgelder (vgl. Anhang 5 und 5a).

  • Bei der Bewertung des geldwerten Vorteils bei der Firmenwagengestellung an Arbeitnehmer (einschließlich Elektrofahrzeugen und Elektro-Bikes) haben sich zahlreiche Neuerungen ergeben (vgl. „Elektro-Bike“, „Elektrofahrzeuge“ und „Firmenwagen zur privaten Nutzung“).

  • Zum 1.1.2020 ist das Volumen der steuerfreien Beträge zur betrieblichen Altersversorgung (Direktversicherung, Pensionskasse, Pensionsfonds) aufgrund der Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze zur gesetzlichen Rentenversicherung gestiegen. Auch der Prozentsatz für die Steuerfreiheit der umlagefinanzierten Beiträge ist von 2% auf 3% der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung erhöht worden (vgl. „Zukunftsicherung“ und Anhang 6).

  • Bei der Steuerbefreiungsvorschrift für Gesundheitsförderung gilt ab 1.1.2020 ein höherer Freibetrag (vgl. „Gesundheitsförderung").

  • Bei der Unfallversicherung (vgl. dieses Stichwort) ist die Pauschalierungsgrenze deutlich angehoben worden.

  • U.a. bei den Stichwörtern „Bahncard“, „Entfernungspauschale“, „Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte“ und „Freifahrten“ ist es durch die Steuerfreistellung und Pauschalbesteuerung von Fahrtkostenzuschüssen zu wesentlichen Veränderungen gekommen.

  • Beim Stichwort „Fortbildungskosten“ hat es ebenfalls Neuerungen gegeben.

  • Neue Rechtsprechung ist zum Stichwort „Gehaltsumwandlung“ ergangen.

  • Bei der Pauschalierung der Lohnsteuer bei Aushilfskräften und Teilzeitbeschäftigten (vgl. dieses Stichwort) gelten bei der kurzfristigen Beschäftigung und in der Land- und Forstwirtschaft neue Lohngrenzen. Wegen der Höhe der Abgaben vgl. auch die Stichworte „Geringfügige Beschäftigung“ und „Hausgehilfin“.

  • Ab 1.1.2020 gelten neue Sachbezugswerte für einzelne Mahlzeiten bzw. freie Verpflegung und für freie Unterkunft (vgl. „Bewirtungskosten“, „Freie Unterkunft und Verpflegung“ sowie „Mahlzeiten“).

  • Bei der Wohnungsüberlassung (vgl. dieses Stichwort) an Arbeitnehmer ist erstmals ein gesetzlicher Bewertungsabschlag zu berücksichtigen, der die Wirkung eines Freibetrags hat.

  • Bei den Umzugskosten (vgl. dieses Stichwort) treten im Laufe des Jahres 2020 neue Pauschalen in Kraft.

  • Bei den Aufzeichnungen im Lohnkonto und den Eintragungen in der Lohnsteuerbescheinigung haben sich Änderungen ergeben (vgl. „Lohnkonto“ und „Lohnsteuerbescheinigung“).

  • Bei den elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen (ELStAM; vgl. dieses Stichwort) ist es zu Neuerungen gekommen, die sich auch beim Stichwort „Lohnsteuerabzugsbescheinigung“ auswirken.

  • Durch die neue Lohnpfändungstabelle und durch Rechtsprechung haben sich beim Stichwort „Lohnpfändung“ Neuerungen ergeben.

  • Beim Stichwort „Arbeitszeitkonten“ sind Änderungen bei der Anerkennung solcher Vereinbarungen für Organe von Körperschaften eingetreten.

  • Bei einer Vermietung von Räumen an den Arbeitgeber ist es zu Änderungen gekommen (vgl. die Stichworte „Arbeitszimmer“ und „Home-Office“).

  • Neue Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs beim Stichwort „Ehegattenarbeitsverhältnis“ bei einer Firmenwagengestellung gilt es zu beachten.

  • Bei der Berücksichtigung von Kinderbetreuungskosten (vgl. dieses Stichwort) sind Beispiele zur Anrechnung steuerfreier Arbeitgeberleistungen aufgenommen worden.

  • Bei Arbeitnehmern, die im Laufe des Kalenderjahres 2019 das 64. Lebensjahr vollendet haben, wirkt sich die Abschmelzung des Altersentlastungsbetrags zum 1.1.2020 aus (siehe „Altersentlastungsbetrag“).

  • Ebenso kommt es bei einem Versorgungsbeginn im Laufe des Jahres 2020 zu einer weiteren Abschmelzung des Versorgungsfreibetrags und des Zuschlags zum Versorgungsfreibetrag (vgl. „Versorgungsbezüge, Versorgungsfreibetrag").

  • Bei einem Beginn der gesetzlichen Sozialversicherungsrente im Laufe des Jahres 2020 ergeben sich höhere Besteuerungsanteile (vgl. das Stichwort „Renten“).

  • Bei der Veranlagung von Arbeitnehmern zur Einkommensteuer ist es zu gesetzlichen Neuregelungen gekommen (vgl. „Veranlagung von Arbeitnehmern“).

  • Auch beim Auslandseinsatz von Arbeitnehmern haben sich Änderungen ergeben. Vgl. die Stichworte „Auslandstätigkeit, Auslandstätigkeitserlass“ und „Doppelbesteuerungsabkommen“.

  • Bei beschränkt Steuerpflichtigen ist es insbesondere durch die teilweise Einbeziehung der Arbeitnehmer in das ELStAM-Verfahren sowie in den betrieblichen Lohnsteuer-Jahresausgleich zu Neuerungen gekommen (vgl. das Stichwort „Beschränkt steuerpflichtige Arbeitnehmer").

  • Die Steuervergünstigungen für Kinder (vgl. Anhang 9) sind auch zu Beginn des Jahres 2020 erhöht worden. Dadurch ergeben sich auch Änderungen bei den Stichwörtern „Solidaritätszuschlag“ und „Kirchensteuer“.

  • Verbesserungen ergeben sich auch beim Sonderausgabenabzug für die private Altersvorsorge der Arbeitnehmer (vgl. Anhang 8a).

  • Neue Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs ist zum Werbungskostenabzug ergangen (vgl. u.a. „Arbeitszimmer“ sowie Anhang 7 Abschnitt B).


Sozialversicherung


Beitragssätze

Für 2020 gelten folgende Beitragssätze

  • in der Rentenversicherung 18,6%,
  • in der Arbeitslosenversicherung 2,4%,
  • in der Pflegeversicherung 3,05% (zuzüglich 0,25% für Kinderlose),
  • in der Krankenversicherung 14,6% (ermäßigter Beitragssatz 14,0%).


Der Umlagesatz für die Insolvenzgeldumlage beträgt wie bisher 0,06% (vgl. das Stichwort „Insolvenzgeldumlage“). Auch die Künstlersozialabgabe beträgt unverändert 4,2% (vgl. das Stichwort „Künstlersozialabgabe“).


Beitragsbemessungsgrenze

Die Beitragsbemessungsgrenze in der Kranken- und Pflegeversicherung ist ab 1.1.2020 von bisher 4537,50 € monatlich auf 4687,50 € monatlich angehoben worden.

Die Beitragsbemessungsgrenze in der Renten- und Arbeitslosenversicherung ist in den alten Bundesländern ab 1.1.2020 von bisher 6700 € monatlich (80 400 € jährlich) auf 6900 € monatlich (82 800 € jährlich) gestiegen.

In den neuen Bundesländern ist die Beitragsbemessungsgrenze in der Renten- und Arbeitslosenversicherung ab 1.1.2020 von bisher 6150 € monatlich (73 800 € jährlich) auf 6450 € monatlich (77 400 € jährlich) angehoben worden.


Krankenversicherungspflichtgrenze

Die allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze erhöht sich zum 1.1.2020 von bisher 60 750 € auf 62 550 €. Die besondere Jahresarbeitsentgeltgrenze wird zum 1.1.2020 von bisher 54 450 € auf 56 250 € angehoben.


Arbeitgeberzuschuss

Der Höchstbetrag für den Beitragszuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung beträgt ab 1.1.2020 in den alten und neuen Bundesländern

  • 367,97 € monatlich bei einem angenommenen Zusatzbeitrag von 1,1% in der Krankenversicherung,
  • 71,48 € monatlich in der Pflegeversicherung,
  • in Sachsen beträgt der Beitragszuschuss zur Pflegeversicherung höchstens 48,05 € monatlich.


Versorgungsbezüge

Bei der Berechnung der Krankenversicherungsbeiträge für Versorgungsbezüge ist es durch die Einführung eines zusätzlichen Freibetrags zu einer deutlichen Entlastung der Versorgungsempfänger gekommen.

 


 

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