Leistungen zur Kinderbetreuung

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Zusätzliche Arbeitgeberleistungen zur Unterbringung, einschließlich Unterkunft und Verpflegung, und Betreuung von nicht schulpflichtigen Kindern des Arbeitnehmers in Kindergärten oder vergleichbaren Einrichtungen sind steuerfrei. Im Rahmen der Einkommensteuererklärung haben Steuerpflichtige die Möglichkeit eigene Kosten für die Betreuung für Kinder ab Geburt des Kindes bis zur Vollendung seines 14. Lebensjahres bis zu einem Maximalbetrag von 4.000 Euro je Kind als Sonderausgaben geltend zu machen.
Da zum jetzigen Zeitpunkt bereits der ein oder andere über der Erstellung seiner Jahreserklärung zur Einkommensteuer brütet, möchte ich im folgenden Beitrag auf die Wechselwirkung zwischen steuerfreien Leistungen des Arbeitgebers und eigenen Kosten zur Kinderbetreuung hinweisen.

Liebe Leserin, lieber Leser,

 

übernimmt ihr Arbeitgeber steuerfrei die Kosten der Kinderbetreuung ihres nicht schulpflichtigen Kindes? Wenn ja, herzlichen Glückwunsch! Dann sind sie in derselben glücklichen Situation wie mein Freund Frank. Auch ihm erstattet sein Arbeitgeber steuerfrei die Kosten für den Kindergartenbesuch seiner noch nicht schulpflichtigen Tochter. Allerdings sind der Steuerfreiheit leider Grenzen gesetzt. Steuerfrei sind zusätzliche Arbeitgeberleistungen zur Unterbringung, einschließlich Unterkunft und Verpflegung, und Betreuung von nicht schulpflichtigen Kindern des Arbeitnehmers in Kindergärten oder vergleichbaren Einrichtungen. Den nicht schulpflichtigen Kindern stehen schulpflichtige Kinder gleich, solange sie mangels Schulreife vom Schulbesuch zurückgestellt oder noch nicht eingeschult sind. Das heißt, erst ab dem Zeitpunkt der Einschulung entfällt auch die Steuerfreiheit für Leistungen des Arbeitgebers zur Kinderbetreuung.

 

Unabhängig davon besteht für Kinder, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben oder die sich wegen einer vor Vollendung des 25. Lebensjahres eingetretenen körperlichen, geistigen oder seelischen Behinderung nicht selbst unterhalten können, die Möglichkeit, selbst getragene Kinderbetreuungskosten, im Rahmen der persönlichen Einkommensteuererklärung als Sonderausgabe gelten zu machen.    

 

In Deutschland leben derzeit mehr als 11 Millionen Kinder im Alter zwischen 0 und 14 Jahren (Stand: 2016)1. Die Anzahl der Kinder unter 3 Jahren, die in Kindertageseinrichtungen betreut wurden lag im März 2018 bei rund 665.000. Bei den 3 bis unter 6 Jahre alten Kindern betrug die Anzahl rund 2.054.000 und bei den 6 – unter 14 Jahre alten Kindern rund 858.0002. Die Eltern, die Kinder betreuen lassen, wissen, dass Kinderbetreuung sehr kostspielig ist. Geld, das man im Rahmen der Einkommensteuererklärung bis zu einem Maximalbetrag von 4.000 Euro je Kind als Sonderausgaben geltend machen kann.

 

Auch wenn die allgemeine Abgabefrist für die Einkommensteuererklärung 2018 von Ende Mai auf Ende Juli 2019 verlängert wurde, hat der eine oder andere sicher schon die Herausforderung angenommen und kämpft sich durch den Papierwust seiner Unterlagen. Mantelbogen, Anlage N, Riester-Förderung, Anlagen über Anlagen warten darauf mit Leben gefüllt zu werden. Wer Kinder hat, der benötigt dann auf jeden Fall auch die Anlage Kind, sofern das Kind steuerlich noch zu berücksichtigen ist. Auf dieser Anlage können (ab Zeile 67) auch die Eintragungen zur Berücksichtigung selbst getragener Kinderbetreuungskosten vorgenommen werden.

 

Allerdings werden als Kinderbetreuungskosten nur Ausgaben berücksichtigt, die - in Geld oder Geldeswert - für Dienstleistungen zur Betreuung eines Kindes einschließlich der Erstattungen an die Betreuungsperson (z. B. Fahrtkosten) gezahlt werden, wenn die Leistungen im Einzelnen in einer Rechnung oder einem Vertrag aufgeführt sind. Das gilt auch dann, wenn die Kinderbetreuung durch eine(n) Angehörige(n) des Steuerpflichtigen erfolgt. Von der Berücksichtigung ausgenommen sind Aufwendungen für Unterricht, die Vermittlung besonderer Fähigkeiten sowie für sportliche und andere Freizeitbetätigungen. Auch Aufwendungen für die Verpflegung des Kindes sind nicht als Sonderausgaben zu berücksichtigen. Unabhängig davon gilt auch hier nicht der Grundsatz „nur Bares ist Wahres“. Anerkannt werden nur die Aufwendungen, für die eine Rechnung vorliegt und die Zahlung auf das Konto des Betreuenden geflossen ist.

 

Abschließend noch der Hinweis an diejenigen, deren Arbeitgeber die Kinderbetreuungskosten steuerfrei übernommen hat.  Auch in diesem Bereich ist eine doppelte steuerliche Begünstigung ausgeschlossen. Bei der Ermittlung der Bemessungsgrundlage der als Sonderausgaben abziehbaren Kinderbetreuungskosten werden vom Arbeitgeber steuerfrei gezahlte Zuschüsse zur Betreuung des Kindes auf den Bruttobetrag der Kinderbetreuungskosten angerechnet. Der Arbeitgeber ist nicht zum betragsmäßigen Ausweis der von ihm steuerfrei geleisteten Kinderbetreuungskosten auf der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung des jeweiligen Arbeitnehmers verpflichtet. Auch ein freiwilliger Eintrag des Arbeitgebers in den freien Zeilen der Lohnsteuerbescheinigung führt nicht zu einer automatischen Übernahme dieser Daten in die Einkommensteuererklärung des Arbeitnehmers. Zahlt der Arbeitgeber also Kinderbetreuungskosten steuerfrei aus, ist der entsprechende Wert in der Zeile 68 der Anlage Kind einzutragen.  

 

 

Es grüßt Sie,   

Ihr Matthias Janitzky   

Schönfeld / Plenker

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