Mal ehrlich: Zu viel Harmonie schadet Ihrem Team!

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Harmonie im Team ist für viele Beschäftigte im öffentlichen Dienst sehr wichtig. Eine gute Team-Atmosphäre steigert Motivation und Leistungsfähigkeit – das wünscht sich jeder. Doch ab einem gewissen Punkt wird es zu viel des Guten und die Teammitglieder schalten innerlich auf „Autopilot“. Darunter leiden dann nicht nur Kritikfähigkeit, Kreativität und Innovationskraft, sondern das Individuum wird schließlich so stark dem Harmoniebedürfnis der Gruppe untergeordnet, dass Motivation und Spaß bei der Arbeit rapide sinken.

Harmonie

Es fehlt eine positive Konfliktkultur

Wir alle haben schon einmal die Erfahrung gemacht, dass ein Streit der Beziehung schadet. Schwimmt man zu häufig gegen den Strom, äußert man sich wiederholt kritisch oder sticht man z.B. durch ungewöhnliche Ideen und besondere Leistungen zu oft aus der Gruppe hervor, wird man schnell zum Außenseiter. Wer hat schon Lust auf eine angespannte Stimmung am Arbeitsplatz? Wenn das so ist, halten sich viele Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Behörden lieber zurück.

 

 

Wenn Soziale Bedürfnisse aus der Balance geraten

Wir Menschen neigen dazu, uns dem kollektiven Harmoniebedürfnis zu fügen und potenziellen Ärger zu vermeiden. Auch in lang vertrauten Gruppen, also Teams mit wenig oder keiner Fluktuation bzw. Neuzugängen, wird Gruppenbedürfnissen zunehmend Vorrang vor individuellen Bedürfnissen eingeräumt. Es entsteht ein „Einheitsbrei“, denn es fehlen Impulse, die das Team aus der Routine herausholen und den Einzelnen auf neue Art (heraus-)fordern – und damit die Chance geben, dass jedes Teammitglied seine individuellen Talente und Stärken einbringt. Nur so kann ein Team auch Spitzenleistungen erbringen.

 

Individualität und die Entfaltung des ICH sind genauso grundlegende soziale Bedürfnisse, wie Zugehörigkeit und das Gefühl von Sicherheit in einem Team. Beides braucht seinen Raum und keines sollte zugunsten des anderen untergehen.

 

Andernfalls leidet nicht nur das Arbeitsergebnis, sondern es entsteht auch die Art von Stress und Unzufriedenheit, die psychisch belastend und auf längere Sicht gesundheitsschädigend wirkt.

 

Gruppenbild Harmonie

 

Führungskräfte und Personalverantwortliche sollten behutsam und konsequent gegen die Harmonie-Überdosis vorgehen

 

 

Prüfen Sie selbst:

Leidet Ihr Team schon an den Symptomen der Harmonie-Überdosis?

 

Konflikte, Störungen, Ärger und Probleme werden nicht offen angesprochen, ein differenziertes Feedback fehlt. Kritik, Anerkennung oder Lob werden immer seltener in Worte gefasst. Es bleibt bei einem allgemeinen „War ok“ oder „Ist gut gelaufen“. Verbesserungs- und Entwicklungspotenziale werden weder ausgelotet noch genutzt. Konflikte auf der Beziehungsebene werden mit dem Wunsch „Lass uns sachlich bleiben!“ erfolgreich bei Seite geschoben.

 

In Meetings geht die aktive Beteiligung zurück. Es werden kaum noch eigene Meinungen und Ideen eingebracht, die Beiträge der anderen werden nicht mehr mit kritischen Fragen oder Anmerkungen diskutiert und gewürdigt. Es wird verstohlen auf den Vorgesetzten (oder auf die „informelle Führungskraft“ eines Teams) geschielt, um herauszufinden, was man sagen kann und was besser nicht. Widerspruch wird still runtergeschluckt, und wer doch kritische Gedanken ausspricht, wird nicht selten „nieder geschwiegen“ und buchstäblich „mit Blicken attackiert“. Betroffenes Schweigen drückt allgemein die Stimmung, Fragen bleiben unbeantwortet.

 

Individualität verschwindet, das Verantwortungsbewusstsein des Einzelnen nimmt deutlich ab. In den verbleibenden Wortbeiträgen ist von „man“, „jemand“ oder „wir“ die Rede („Jemand müsste mal das Formular überarbeiten“, „Wir könnten mal …“), nicht mehr von „ich“ oder einer konkreten Einzelperson. Verantwortung will keiner so richtig übernehmen.

 

Fehler bleiben ohne weitere Konsequenzen, die Fehlerhäufigkeit steigt. Patzer werden vertuscht oder verharmlost und weg diskutiert („War nicht meine Schuld“, „Das konnte ja keiner wissen“, „Das wäre jedem passiert“), statt sie als Chance für konstruktive und nachhaltige Lösungen zu nutzen.

 

Entscheidungen und „Vereinbarungen“ werden meist einseitig getroffen und nicht umgesetzt. Die Anwesenden nicken zwar dazu, sind innerlich aber nicht mit im Boot, das Commitment fehlt.

 

Insgesamt herrscht eine angespannte Atmosphäre. Entweder reagieren die Teammitglieder schnell gereizt auf einander oder sie sind so betont freundlich, dass es nicht mehr glaubwürdig und authentisch erscheint. Ein typisches Symptom: Gemeinsame Aktivitäten wie Betriebsausflüge, Julklapp und Weihnachtsfeiern etc. werden von der Mehrheit gemieden.

 

 

Birgit Schiche

setzt gezielte Impulse für Personalstrategie und Führung mit einem besonderen Augenmerk für Frauen in Führungspositionen. Als ehemalige Führungskraft im Public Sector hat die Organisations- und Personalentwicklerin den Sprung in die freie Wirtschaft gewagt und u.a. für eine renommierte Unternehmensberatung gearbeitet. Ihren Wurzeln im öff entlichen Dienst ist sie trotzdem treu geblieben: Mit Plan B. Schiche unterstützt sie heute bundesweit Organisationen im Public Sector.

 

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