Diversitätsaspekte in Videos zur Personalwerbung

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Videos zur Anwerbung von Personal werden inzwischen von vielen Behörden und Verwaltungen eingesetzt. Allerdings sind diese Werbevideos unter Diversitätsaspekten optimierbar, wie die Studie von Pricken zeigt.

Liebe Leserinnen und Leser,

im Blog vom 4. Februar 2020 wurde erläutert, ob und wie in Personalwerbevideos des öffentlichen Sektors Menschen mit Migrationshintergrund dargestellt werden. Das ernüchternde Ergebnis war, dass in 57 % der 122 untersuchten Videos Menschen mit Migrationshintergrund nicht dargestellt werden. In den restlichen 43 % der Werbevideos kommen Personen mit Migrationshintergrund vor, teilweise allerdings nur sehr kurz oder im Hintergrund. Personen mit Migrationshintergrund werden nur in wenigen Videos ausdrücklich aufgefordert sich zu bewerben.

Neue Studie

Michèl Pricken, Absolvent der Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW, führte im Juni 2021 eine neue Studie durch. Dabei analysierte er Videos zur Personalwerbung u. a. im Hinblick darauf, ob und wie Menschen mit Behinderung und Menschen mit Migrationshintergrund dargestellt werden.

Methodik

Insgesamt untersuchte Pricken 80 Werbevideos. In die Analyse wurden Videos von Bundes-, Landes- und Kommunalverwaltungen aller Regionen Deutschlands einbezogen. Es wurden nur Videos analysiert, die über Youtube zugänglich waren. Für die Analyse der Videos wurde vorab eine Checkliste entwickelt und im Hinblick auf die Beurteilerübereinstimmung erprobt.

Ergebnisse

In 7,5 % der Videos wurden Menschen mit Behinderungen dargestellt. In diesen Videos werden Menschen mit Behinderungen zumeist im Vordergrund eingeblendet und haben einen Redeanteil. In keinem der 80 Werbevideos werden Menschen mit Behinderungen explizit zur Bewerbung aufgefordert. Als Positivbeispiel führt Pricken das Video des Ministeriums für Finanzen des Landes Baden-Württemberg an. Hierin thematisiert der Hauptdarsteller seine Behinderung und erläutert seinen beruflichen Werdegang beim Ministerium.

In Bezug auf Menschen mit Migrationshintergrund kommt Pricken zu einem vergleichbaren Ergebnis wie die Studie, deren Ergebnisse im Blog vom 4. Februar 2020 veröffentlicht wurden: In 45 % der Videos werden Menschen mit Migrationshintergrund dargestellt. Nur in zwei der 80 Videos werden Menschen mit Migrationshintergrund zur Bewerbung aufgefordert.

Folgerungen

Die Verwaltungen vernachlässigen in ihren Werbevideos den Diversitätsgedanken. Dadurch erschweren sie es sich, geeignete Bewerberinnen und Bewerber am stark angespannten Arbeitsmarkt anzulocken. Zudem kommen viele Verwaltungen im Hinblick auf den Diversitätsgedanken nicht ihrer Vorbildfunktion nach.

Herzlichst
Andreas Gourmelon


Quelle:

Pricken, M. (2021). Analyse von Personalwerbevideos des öffentlichen Sektors unter Diversitätsaspekten. Duisburg: Hochschule für Polizei und öffentliche Verwaltung NRW.

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