Jede zweite Nachwuchskraft der Verwaltung möchte einen Master-Abschluss

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Befragungsergebnisse aus dem Frühjahr 2019 zeigen: Weiterhin ist der Wunsch von Nachwuchskräften der Verwaltung ausgeprägt, nach dem Bachelorstudium einen Master-Abschluss zu erlangen. Für den Dienstherrn ergeben sich Möglichkeiten zur Personalbindung.

Liebe Leserinnen und Leser,

im August und September 2015 habe ich Ihnen im Blog beschrieben, in welchem Ausmaß sich Absolventen des Bachelor-Studiums (FHöV NRW) weiterqualifizieren wollen und wie aus deren Sicht ein idealer Masterstudiengang gestaltet sein sollte. Die damalige Studie ergab, dass rund 60% der Befragten einen Master-Studiengang anstrebten. Die Gründe hierfür waren:

  • mit dem Masterabschluss die Karrierechancen zu erhöhen,
  • mehr Geld zu verdienen,
  • einen interessanteren Job zu bekommen,
  • Lust Neues zu lernen sowie
  • der persönliche Ehrgeiz.


Rund vier von zehn Bachelorstudierenden hatten ein Interesse daran, zügig ein Masterstudium aufzunehmen. Einige hatten sich bereits für einen konkreten Master-Studiengang entschieden. Bedeutsam waren für die Interessenten vor allem juristische und betriebswirtschaftliche Studieninhalte. Das Master-Studium sollte in zwei bis drei Jahren zu bewältigen sein. Dabei wurde ein berufsbegleitendes Studium favorisiert, welches bei den Dienstherren Anerkennung findet.


Neue Datenerhebung

Im Frühjahr 2019 hat Patrick Lenarz erneut eine Befragung bei Studierenden des Fachbereichs Allgemeine Verwaltung/Rentenversicherung der FHöV NRW durchgeführt, die kurz vor dem Abschluss ihres Bachelor-Studiums standen. Diesmal wurde die Befragung online durchgeführt. Es wurden 1.203 Studierende kontaktiert, von denen 312 den Fragebogen komplett ausfüllten (Teilnahmequote: rund 27%). Von den antwortenden Studierenden geben 26,3% an männlichen und 73,7% weiblichen Geschlechts zu sein (alle Ergebnisse finden Sie hier).


Ergebnisse der neuen Datenerhebung

Erneut zeigt sich eine hohe Weiterbildungsbereitschaft der baldigen Absolventen: 55,8% der Befragten streben einen Masterabschluss an. Von diesen haben sich knapp zwei Drittel bereits über Masterstudiengänge informiert.  Die überwiegende Mehrheit (84,8%) der Studierenden, die einen Masterabschluss anstreben, hat noch keine Entscheidung für einen konkreten Masterstudiengang getroffen. Die Obergrenze für akzeptable Studiengebühren scheint bei 20.000 Euro zu liegen, nur 3,5% sind bereit, mehr zu zahlen. Dabei wünscht sich die große Mehrheit (89,5%), dass das Studium spätestens nach drei Jahren beendet ist. Ein weiterbildender Masterstudiengang (parallel zur Berufstätigkeit) ist von der großen Mehrheit erwünscht (85%).


Unterschiede zu 2015

Gegenüber den Daten aus dem Jahr 2015 zeigen sich viele Übereinstimmungen aber auch folgende Unterschiede:

  • deutlich häufiger als im Jahr 2015 wird im Jahr 2019 ein Masterstudium wegen einer höheren Freizeitorientierung ablehnt (82% im Jahr 2019 zu 49% im Jahr 2015),

  • deutlich häufiger als im Jahr 2015 wird im Jahr 2019 ein Masterstudium wegen einer höheren Belastung in Beruf und Familie ablehnt (50% im Jahr 2019 zu 38% im Jahr 2015),

  • deutlich häufiger als im Jahr 2015 wird im Jahr 2019 ein Masterstudium wegen dem Grund „habe keine Lust zum Lernen“ ablehnt (74% im Jahr 2019 zu 52% im Jahr 2015),

  • das Interesse an juristischen Studieninhalten im Masterstudiengang ist ungebrochen hoch, das Interesse an betriebswirtschaftlichen Inhalten ist leicht zurückgegangen, an sozialwissenschaftlichen Inhalten leicht gestiegen,

  • die Studierenden sind gegenüber 2015 bereit, etwas mehr für ein Masterstudium zu bezahlen,

  • der Drang, gleich unmittelbar nach dem Bachelorstudium ein Masterstudium aufzunehmen, hat nachgelassen.



Unterschiede zwischen Männern und Frauen

Im Jahr 2019 streben Männer in größerer Häufigkeit ein Masterstudium an als Frauen (69% zu 51%). Gegen die Aufnahme eines Masterstudiums spricht für ...

  • ... 40% der Frauen der Umstand, sich Sorgen darum zu machen, ob man selbst ein Masterstudium erfolgreich abschließen könne. Dieser Grund ist nur für 20% der Männer zutreffend,

  • ... 77% der Frauen die Überlegung, keine Lust zum Lernen zu haben. Bei Männern haben 56% keine Lust zum Lernen,

  • ... 76% der Männer, dass es andere Möglichkeiten gebe, Karriere zu machen. Diese Möglichkeiten sehen 64% der Frauen.


Männer erwarten sich durch die Aufnahme eines Masterstudiums in größerer Häufigkeit als Frauen einen interessanteren und besser bezahlten Job sowie bessere Karrierechancen in der Privatwirtschaft. Frauen (62%) interessieren sich deutlich häufiger für ein Masterstudium als Männer (41%), weil es schon immer ihr Wunsch gewesen sei, einen Masterabschluss zu erlangen.


Chance zur Personalbindung

Seit 2015 hat sich der Weiterbildungswunsch der Absolventen der FHöV NRW leicht abgeschwächt. Dennoch befindet er sich weiterhin auf einem hohen Niveau: jeder zweite Absolvent möchte sich weiterbilden und ein Masterstudium beginnen – über diesen Ehrgeiz und Leistungswillen freue ich mich. Für proaktiv handelnde Dienstherren ergibt sich aus dem Wunsch nach einem berufsbegleitenden Studium Ansatzpunkte für Personalbindungsmaßnahmen: Fordern Sie von den Berufseinsteigern einige Jahre der Bewährung auf ihren Stellen ein. Wählen Sie dann gemeinsam mit den Weiterbildungswilligen Studiengänge aus, die von den Studieninhalten her nützlich für die dienstlichen Aufgaben sind. Sagen Sie Unterstützung (z. B. teilweise Übernahme der Studiengebühren, flexible Arbeitszeitregelungen) für den Fall zu, dass weiterhin erfolgreich gearbeitet und studiert wird.


Herzlichst
Ihr Andreas Gourmelon

 



Quelle:

Lenarz, P. (2019). Weiterqualifizierungswünsche der Bachelorabsolventen der FHöV NRW. Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW, Gelsenkirchen: unveröffentlichte Bachelorarbeit.

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