Neue Prognose zur Anzahl der Schulabsolventen

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Die Kultusministerkonferenz hat im Mai 2018 ihre Vorausberechnung der Schüler- und Absolventenzahlen 2016 bis 2030 veröffentlicht. Trotz derzeit steigender Schülerzahlen bleibt die Lage am Markt für Nachwuchskräfte in den nächsten Jahren erstmal angespannt.

Liebe Leserinnen und Leser,

 

in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends wurde das Schlagwort „war for talents“ intensiv verwendet. Es sollte ausdrücken, dass die Arbeitgeber in einem intensiven Wettbewerb um besonders befähigte Nachwuchskräfte stehen. Die Lage hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Derzeit geht es in vielen Regionen Deutschlands für die Arbeitgeber des öffentlichen Sektors nicht mehr darum, Talente anzulocken, als vielmehr darum, überhaupt noch genügend Personal anzuwerben. Insofern ist heutzutage das Schlagwort „war for personnel“ zutreffender: Insbesondere jüngere Erwerbspersonen finden derzeit einen Arbeitsmarkt vor, in dem sie sich nicht mehr um Jobs, sondern umgekehrt die Arbeitgeber sich um hinreichend qualifizierte Mitarbeiter bemühen müssen.

 

Die Angebote für Nachwuchskräfte sind vielfältig und allgegenwärtig. Selbst beim Einkauf im Discounter werden Schulabsolventen plakativ Studienplätze und Karrierechancen angeboten. Die Nachwuchskräfte sind sich – so meine persönlichen Erlebnisse – ihrer Möglichkeiten (und ihrer Machtposition) durchaus bewusst. Ein Wertewandel findet statt; Work-Life-Balance wird offensiv vertreten und spielt bei den Entscheidungen vieler junger Menschen eine bedeutsame Rolle. Ein Schüler meinte neulich: „Weshalb soll ich mich um ein Praktikum bewerben? Die Unternehmen wollen mich doch - sollen die sich doch um mich bewerben“.

 

Wird der Arbeitsmarkt für Nachwuchskräfte aus Sicht der Arbeitgeber so anspannt bleiben? Neben der wirtschaftlichen / technischen Entwicklung und der hieraus resultierenden Nachfrage nach Arbeitskräften einerseits wird andererseits auch entscheidend sein, wie viele Schulabsolventen zukünftig dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.


 

Zahlen der KMK


Seit  1963  veröffentlicht die Kultusministerkonferenz regelmäßig  Vorausberechnungen  der  Schüler-  und  Absolventenzahlen. Die vorausberechneten Zahlen der Schüler dienen als Grundlage zur Ermittlung des Lehrerbedarfs und sind Eingangsdaten zur Prognose der Entwicklung im Hochschulbereich. Zweifelsohne sind diese Zahlen aber auch für das Personalmarketing von großem Interesse, insbesondere die Vorausberechnungen der Absolventenzahlen.

 

Die Kultusministerkonferenz geht im Zeitraum 2016 bis 2030 deutschlandweit von folgenden Entwicklungen aus:

  • Rückgang der Absolventen mit Hauptschulabschluss um 7,6 %
  • Rückgang der Absolventen mit Realschulabschluss um 8,6 %
  • Rückgang der Absolventen mit Fachhochschul- oder Hochschulreife um 3,7 %

 

Regional wird es erhebliche Unterschiede geben. Während in den westdeutschen Flächenländern die Anzahl der Absolventen mit Fachhochschul- oder Hochschulreife um 9 % sinken wird, steigt die Anzahl dieser Absolventen in den ostdeutschen Flächenländern um 11 % und in den Stadtstaaten sogar um 18 % (KMK, Tabelle 5.10, S. 86). In einzelnen Bundesländern kann es zu erheblichen Einbrüchen der Absolventenzahlen durch die Umstellung der Gymnasialzeiten kommen. So wird laut Kultusministerkonferenz das Bundesland Bayern im Schuljahr 2024/25, Niedersachsen im Schuljahr 2019/20 und Schleswig-Holstein im Schuljahr 2025/26 mit niedrigen Absolventenzahlen konfrontiert sein.


 

Fazit

Die Dienstherren und Arbeitgeber werden regional unterschiedlich von sinkenden oder steigenden Absolventenzahlen betroffen sein. Beispielsweise werden sich die Ausbildungsleiter in Bayern, Baden-Württemberg oder NRW auf sinkende Zahlen einstellen müssen; Hamburg, Berlin und Bremen können sich über deutlich steigende Zahlen freuen. Die Jahre 2020 und 2025 werden eine besondere Herausforderung für das Personalmarketing darstellen. Sofern die Wirtschaft weiter „brummt“, die Künstliche Intelligenz unsere Arbeitskraft nicht ersetzt und der Ruf nach einem starken Staat laut bleibt, werden die Arbeitgeber und Dienstherren ihr Personalmarketing weiter optimieren müssen.  


Herzlichst Ihr

Andreas Gourmelon


 

Quelle:

Kultusministerkonferenz (2018). Vorausberechnung der Schüler- und Absolventenzahlen 2016 bis 2030. Statistische Veröffentlichungen der Kultusministerkonferenz Nr. 213, Mai 2018. Berlin: Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland.

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