Parlamentarischer Staatssekretär Florian Pronold zeichnet die recyclingpapierfreundlichsten Kommunen und Hochschulen Deutschlands aus

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Unter der Schirmherrschaft von Bundesumweltministerin Svenja Schulze findet jährlich der „Papieratlas“-Wettbewerb statt. Mit dem Wettbewerb sucht die „Initiative Pro Recyclingpapier“ gemeinsam mit dem Bundesumweltministerium, dem Umweltbundesamt, dem Deutschen Städtetag, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund, dem Deutschen Landkreistag sowie dem Deutschen Hochschulverband jedes Jahr die recyclingpapierfreundlichsten Städte, Landkreise und Hochschulen Deutschlands. Städte mit mehr als 40.000 Einwohnern, alle deutschen Landkreise sowie Hochschulen mit über 1.000 Studierenden waren aufgerufen, ihren Papierverbrauch und ihre Recyclingpapierquoten transparent zu machen.

Der Papieratlas würdigt alle Teilnehmenden für die Nutzung von Recyclingpapier mit dem Blauen Engel und stellt die ökologischen Einspareffekte in den Bereichen Energie, Wasser und CO2-Emissionen anschaulich dar.

Das Umweltbundesamt unterstreicht in seinem Aufruf zur Teilnahme am Papieratlas 2021 die besondere Vorbildfunktion der öffentlichen Hand für eine nachhaltige Beschaffung, die insbesondere auch durch die Verwendung von Recyclingpapier mit dem „Blauen Engel“ erzielt werden könne, insbesondere da seit der Novellierung des Vergaberechts, Umweltzeichen direkt in der Leistungsbeschreibung einschließlich deren technischen Anforderungen genannt werden können.

Das Umweltzeichen „Blauer Engel“ und seine Vergabekriterien erfüllen grundsätzlich die vergaberechtlichen Maßgaben. Für Bundesbehörden ist die Verwendung von Papier mit dem „Blauen Engel“ nicht nur eine Möglichkeit, sondern ein erklärtes Ziel. Im „Maßnahmenprogramm Nachhaltigkeit“ schreibt die Bundesregierung die Nutzung von 100 Prozent Recyclingpapier vor (https://www.bundesregierung.de/resource/blob/998008/1953740/cfcc4422222f013844c6b6f02dd31144/2021-08-25-massnahmenprogramm-nachhaltigkeit-2021-data.pdf?download=1).

Am 1. Februar 2021 erfolgte der Startschuss zum Papieratlas 2021. Städte und Landkreise sowie Hochschulen waren eingeladen, ihre Daten zum Papierverbrauch und zur Verwendung von mit dem „Blauen Engel“ zertifizierten Recyclingpapier bei

der „Initiative Pro Recyclingpapier“ einzureichen. Der Papieratlas 2021 verdeutlicht in eindrucksvoller Weise das Engagement für eine nachhaltige Papierbeschaffung und stellt zugleich die Einspareffekte durch die Nutzung von Recyclingpapier in Bezug auf die Einsparung von Ressourcen im Verbrauch an Wasser, Holz sowie Energie und CO2- Emissionen dar.

Im Rahmen einer feierlichen Preisverleihung im Bundesumweltministerium in Berlin wurden am 5.10.2021 die Ergebnisse des Papieratlas 2021 vorgestellt und die Siegerinnen und Sieger in den Kategorien „Recyclingpapierfreundlichste/r Stadt/Landkreis/Hochschule“, „Aufsteiger des Jahres“ und „Mehrfachsieger“ von der BMU-Hausleitung ausgezeichnet.

Der Papieratlas 2021 bildet den Papierverbrauch und die Recyclingpapierquoten von 220 Teilnehmern (Städte, Landkreise und Hochschulen) ab. Nach dem Ergebnis der Teilnehmerangaben erreichten die 103 teilnehmenden deutschen Groß- und Mittelstädte eine durchschnittlichen Recyclingpapierquote von 92,58 Prozent.

Gegenüber dem Jahr 2020 konnte nochmals eine Steigerung um 1,52 Prozentpunkte erzielt werden.

Die durch die IPR erhobenen Daten zeigen, dass der Einsatz von Recyclingpapier gegenüber der Verwendung von Frischfaserpapieren in der öffentlichen Verwaltung deutlich in den Vordergrund gerückt ist. Ein deutliches Zeichen für die verstärkte Akzeptanz hinsichtlich des Einsatzes von Recyclingpapier ist die stetig steigende Beteiligung von öffentlichen Verwaltungen einschließlich der Hochschulen an der von der „Initiative Pro Recyclingpapier“, dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit, dem Umweltbundesamt, dem Deutschen Städtetag und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund bereits seit vierzehn Jahren initiierten Umfrage zur Nutzung von Recyclingpapier im kommunalen Verwaltungsbereich.

Bereits zum vierten Mal haben auch Landkreise am Wettbewerb teilgenommen. Die teilnehmenden 67 Landkreise erzielten eine durchschnittliche Recyclingpapierquote von 84,07 %. Gegenüber dem Erhebungsjahr 2020 hat sich diese Quote leicht um ca. 1,5 % verringert. Hierbei muss allerdings berücksichtigt werden, dass im Jahr 2020 lediglich 40 Landkreise an der Erhebung teilgenommen haben.

Daneben beteiligten sich 50 Universitäten und Fachhochschulen am Wettbewerb mit einer Recyclingpapierquote von 77,99 % (Vorjahr: 75,34 %).

Nach Darstellung der IPR führte die Nutzung von Recyclingpapier im Vergleich zu Frischfaserpapier zu folgenden Einsparungen:

 

Wasser
(in Mio. Liter)

Energie
(in Mio. kWh)

CO2
(in 1000 kg)

Holz
(in Mio. kg)

Universitäten / Fachhochschulen

26,8

5,5

147

2,5

Groß- und Mittelstädte

414,8

85,4

2.276

39,2

Landkreise

59,6

12,3

327

5,6

Beim Städtewettbewerb konnten sich Leverkusen als „recyclingpapierfreundlichste Stadt“, Solingen als „Mehrfachsieger“ und Oberhausen als „Aufsteiger des Jahres“ durchsetzen.


Abb.: Anteil an der Nutzung von Recyclingpapier – Städte

Grafik Anteil am Recyclingpapier - Deutsche Städte 2021Zahlenwerte Anteil am Recyclingpapier - Deutsche Städte 2021
Daten: IPR, Papieratlas 2021


Abb.: Anteil an der Nutzung von Recyclingpapier - Städte nach Bundesländern

Grafik Anteil RC-Papier-Quote - Städte nach BundesländernZahlenwerte Anteil RC-Papier-Quote - Städte nach Bundesländern

Daten: IPR, Papieratlas 2021


Abb.: Nutzung von Recyclingpapier in den Verwaltungen, Schulen und Hausdruckereien der Städte Berlin, Hamburg, Köln und München

 

Jahr 2021

 Grafik Nutzung von Recyclingpapier in den Verwaltungen, Schulen und Hausdruckereien der Städte Ber-lin, Hamburg, Köln und München

Berlin

99,99%

Hamburg

90,33%

Köln

81,82%

München

97,15%

Daten: IPR, Papieratlas 2021


Die Nutzung von Recyclingpapier in den Millionenstädten liegt – wie bereits in den Vorjahren – auf einem sehr hohen Niveau. Insbesondere Berlin und München sind Vorbilder für die nachhaltige Papierbeschaffung mit dem „Blauen Engel“.

Auf Kreisebene konnten sich der Landkreis Ebersberg als „recyclingpapierfreundlichster Landkreis“ und der Unstrut-Hainich-Kreis als „Aufsteiger des Jahres“ durchsetzen.


Abb.: Entwicklung der Nutzung von Recyclingpapier 2021 – Landkreise

Grafik Entwicklung der Nutzung von Recyclingpapier 2021 - Landkreise

Zahlenwerte Entwicklung der Nutzung von Recyclingpapier 2021 - Landkreise

Daten: IPR, Papieratlas 2021


Die Auszeichnungen des Hochschulwettbewerbs gingen an die Universität Bremen (recyclingpapierfreundlichste Hochschule), die Universität Passau (Aufsteiger des Jahres) und an die Universität Osnabrück (Mehrfachsieger).


Abb.: Entwicklung der Nutzung von Recyclingpapier 2021 - Hochschulen

Grafik Entwicklung der Recyclingpapierquote 2021 - Hochschulen Zahlenwerte Entwicklung der Recyclingpapierquote 2021 - Hochschulen

Daten: IPR, Papieratlas 2021

Initiative Pro Recyclingpapier

Die „Initiative Pro Recyclingpapier“ (IPR) ist eine Wirtschaftsallianz aus 26 Unternehmen verschiedener Branchen, die sich am Beispiel von Recyclingpapier für nachhaltiges Handeln einsetzt. Ziel der Initiative ist es, den Nutzen von Recyclingpapier für den Klima- und Ressourcenschutz zu unterstreichen sowie Unternehmen und öffentliche Verwaltungen zur Umstellung ihres Papierbedarfs zu motivieren.

Die IPR wurde im Jahr 2000 gegründet, um das Image und die Akzeptanz von Papier mit dem Blauen Engel zu verbessern und mittels eines positiven Wettbewerbs die ökologischen Einsparpotentiale von Recyclingpapier in den Verwaltungen auszuschöpfen.

Mit bundesweiten Projekten und Kampagnen ist es der IPR seit ihrer Gründung gelungen, Recyclingpapier aus der Öko-Nische zu heben, ganze Sektoren zur Umstellung zu bewegen, Vorurteile abzubauen und den Blauen Engel als Wegweiser für eine nachhaltige Papierbeschaffung zu positionieren.

Die aktuellen Leitprojekte richten sich an Kommunen und Hochschulen (Papieratlas), Unternehmen (CEOs bekennen Farbe), Schulen (Recyclingpapier bildet!) sowie Bundesbehörden und weitere Organisationen (Grüner beschaffen).

Wichtige Partner der IPR sind das Bundesumweltministerium, das Umweltbundesamt, der Deutsche Städtetag, der Deutsche Städte- und Gemeindebund, der Deutsche Landkreistag, der Deutsche Hochschulverband sowie Umwelt- und Verbraucherorganisationen.


Abb.: Produktion und Verbrauch von Papier, Karton und Pappe in Deutschland 1950 – 2020 (Daten: vdp Leistungsbericht Papier 2021)

Zahlenwerte Papierproduktion und Papierverbrauch 

Grafik Papierproduktion_Papierverbrauch in Deutschland 1950-2020 

Nach Erhebungen des Verbandes Deutscher Papierfabriken (vdp) verzeichnete der Papierverbrauch in Deutschland bis zum Jahr 2017 eine stetige Zunahme von 1,6 Mio. t im Jahr 1950 bis zu 20,614 Mio. t im Jahr 2017. Im Jahr 2018 wurde erstmals beim Papierverbrauch ein leichter Rückgang um ca. 460.000 t verzeichnet. Gegenüber dem Jahr 2017 betrug der Rückgang im Erfassungsjahr 2020 ca. 1,6 Mio. t und erreichte damit einen Stand von vor dem Jahr 2000.

In Deutschland beträgt der Marktanteil von Recyclingpapier bei den Büropapieren ca. 16 %. Zum Zeitpunkt der Gründung der Initiative Recyclingpapier in Jahr 2000 betrug der Marktanteil in diesem Segment lediglich 7 %.


Abb.: Rechnerischer Verbrauch von Papier, Karton und Pappe nach Ländernin 1000 t (Daten: vdp-Statistiken zum Leistungsbericht 2021)

Grafik Rechnerischer Verbrauch nach Ländern bis 2019 

Der Überblick ausgewählter Länder zeigt, dass hier grundsätzlich Bemühungen zu erkennen sind, den Verbrauch an Papier zu reduzieren. Ausgehend vom Erhebungsjahr 2014 konnten bis zum Jahr 2019 Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Schweden, Brasilien, Japan, Kanada und die USA eine Reduzierung des Papierverbrauchs erreichen.

Der Weg zum Recyclingpapier

Die Vergabekriterien gelten für Produkte und Erzeugnisse gemäß Anhang A der RAL-UZ 14a, z.B. Recyclingpapiere für den grafischen Bereich gemäß der Sortenstatistik „Grafische Papiere“, z.B. Zeitungsdruckpapier, Druck- und Schreibpapiere, Wertzeichen- und Dokumentenpapiere, Digitaldruck- und Inkjetpapiere sowie Abdeckpapiere für den Einsatz bei Maler- und Lackierarbeiten.

Die Auszeichnung der Gewinner des Papieratlas 2021 durch Herrn Parlamentarischen Staatssekretär Florian Pronold gibt Anlass, sich mit dem Thema Recyclingpapier zu befassen.

Abfälle aus Papierfabriken wurden schon früh wieder in den Produktionsprozess zurückgeführt. Gebrauchte Papiere (Altpapiere) fanden in Deutschland bereits in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts als „Rohstoffquelle“ Verwendung. Nach Erhebungen der Interessengemeinschaft von Papiergroßhändlern (IGEPA) aus dem Jahr 1998 betrugt der Altpapier-Rohstoffanteil seinerzeit ca. 20 %.

Reine Recyclingpapiere stehen dem Markt seit mehr als 40 Jahren zur Verfügung. Galten Recyclingpapiere in den frühen Jahren ihrer Markteinführung Anfang der 70-Jahre noch als grau und unansehnlich, so hat sich in der Wahrnehmung von Recyclingpapier in den ersten Jahren nach der Jahrtausendwende ein Bewusstsein- und Imagewandel vollzogen, der eine steigende Akzeptanz des Recyclingpapiers sowohl im Bereich der grafischen Papiere als auch der Hygienepapiere bewirkt hat. Heutige grafische Recyclingpapiere erfüllen höchste Ansprüche sowohl hinsichtlich einer störungsfreien Verwendung in Druckern unabhängig vom Druckmedium als auch bei der Farbwiedergabe sowie der Alterungsbeständigkeit.


Abb.: Altpapieraufkommen in 1000 t (vdp, Statistiken zum Leistungsbericht 2021)

Tabelle Altpapieraufkommen und Altpapierverbrauch

Grafik Altpapieraufkommen - Altpapierverbrauch

Laut aktuellen Daten des Verbandes Deutscher Papierfabriken e.V. wurde in Deutschland im Jahr 2019 gegenüber dem Erhebungsjahr 2018 ein rückläufiger Papierverbrauch in Höhe von ca. 1,27 Mio. t verzeichnet. Der Rückgang des Papierverbrauches insgesamt spiegelt sich auch im leichten Rückgang des Verbrauchs an Altpapier um ca. 248 t im Jahr 2020 in Bezug auf das Jahr 2019 wider. Demgegenüber stiegen die Altpapierrücklaufquote und die Altpapiereinsatzquote im Jahr 2020 auf 79 %. Die Altpapierverwertungsquote konnte sich im Jahr 2020 auf 92,60 % nochmals steigern.


Abb.: Altpapierrücklaufquote, Altpapiereinsatzquote und Altpapierverwertungsquote in Deutschland 1990 bis 2020 (vdp, Statistiken zum Leistungsbericht 2021)

Grafiktabelle Altpapierrücklaufquote

Grafik Altpapierverwertung bis 1990-2020
Die Vergabegrundlage für Umweltzeichen, Recyclingpapier RAL-UZ 14a, Ausgabe Januar 201; Nr. 3.1 / Nr. 2.1 der DIN EN 643 (11/2014) definiert Altpapier als Oberbegriff für Papiere und Pappen, die nach Gebrauch oder Verarbeitung erfassbar anfallen. Das Altpapier wird beim Papierrecycling in Wasser aufgelöst, papierfremde Stoffe wie z.B. Heftklammern werden aussortiert. Das verbleibende Papier wird in seine einzelnen Papierfasern zerlegt, gereinigt und anschließend zu neuem Papier gepresst. Im Vergleich zu Frischfaser-Papieren muss kein neues Holz geschlagen werden. Um die Kriterien nach der RAL(DE)-UZ 14a (Blauer Engel) zu erfüllen, müssen die Papierfasern zu 100% aus Altpapier bestehen, davon müssen mindestens 65 % der unteren, mittleren und krafthaltigen Altpapiersorten (gebrauchte Pappe aus Wellpappe) eingesetzt werden. Betroffen sind Produkte und Erzeugnisse gemäß Anhang A der RAL-UZ 14a, z.B. Recyclingpapiere für den grafischen Bereich gemäß der Sortenstatistik „Grafische Papiere“, z.B. Zeitungsdruckpapier, Druck- und Schreibpapiere, Wertzeichen- und Dokumentenpapiere, Digitaldruck- und Inkjetpapiere (s. Umweltbundesamt,

https://www.umweltbundesamt.de/themen/recyclingpapier-eine-gute-alternative-zu)

Optische Aufheller und Gefahrstoffe wie z.B. Quecksilber-, Blei-, Cadmium- oder Chrom VI – Verbindungen sowie Farbmittel, Oberflächenveredelungsmittel, Hilfs- und Beschichtungsstoffe dürfen nicht eingesetzt werden. Hierzu gehören Stoffe, die gemäß den Kriterien der EG-Verordnung 1272/2008 (oder der Richtlinie 67/548 EWG) gentechnische Defekte verursachen, Krebs erzeugen oder die Fruchtbarkeit beeinträchtigen oder das Kind im Mutterleib schädigen können, Quelle: RAL DE-UZ 14a, Ausgabe Januar 2018, Fränkische Straße 7, 53229 Bonn).

Recyclingpapier gibt es in verschiedenen Weißgraden. Es eignet sich nahezu für jede Anwendung im Büro oder im Haushalt. Die Zertifizierung mit dem „Blauen Engel“ garantiert dabei, dass die Papierfasern zu 100 % aus der Wiederverwertung von Altpapier gewonnen werden (Der Blaue Engel; https://www.blauer-engel.de/de/produktwelt/papier-druck, aufgerufen am 01.10.2020). Der Blaue Engel garantiert zudem, dass dem Papier bei der Herstellung keine schädlichen Chemikalien oder optischen Aufheller zugesetzt werden. Die Verwendung von Altpapier bei der Herstellung von grafischen Papieren trägt zur Schonung von Ressourcen insbesondere des Ökosystems Wald und zur Verminderung des Abfallaufkommens bei, besonders beim Einsatz von Altpapier aus haushaltsnaher und gewerblicher Erfassung. Die mit der Zellstoff- und Holzstofferzeugung unmittelbar verbundenen Umweltbelastungen werden vermieden (Vergabegrundlage für Umweltzeichen, Recyclingpapier RAL-UZ 14a, Ausgabe Januar 2018, RAL gGmbH Siegburger Straße 39, 53757 Sankt Augustin).

Daneben schneiden beim ökologischen Systemvergleich Papierprodukte aus Altpapier gegenüber Papierprodukten aus Primärfasern, die Holz als Faserrohstoffquelle nutzen, im Hinblick auf die Aspekte Ressourcenverbrauch, Abwasserbelastung, Wasser- und Energieverbrauch bei gleichwertigen Gebrauchseigenschaften erheblich günstiger ab (http://www.umweltbundesamt.de/themen/wirtschaft-konsum/umweltbewusstleben/papierrecycling; Stand 10.10.2014).

Zur Herstellung von einem Kilogramm Primärfaserpapier werden ca. 50 Liter Wasser, 2,2 Kg Holz und ca. 5 Kilowattstunden Energie benötigt. Dem stehen bei der Erzeugung von einem Kilogramm Recyclingpapier ca. 1,2 kg Altpapier, 2,5 Kilowattstunden Energie und ein Wasserverbrauch von ca. 17 Liter gegenüber (http://www.umweltbundesamt.de/themen/wirtschaft-konsum/umweltbewusstleben/papierrecycling; Stand 10.10.2014).

Bereits im Jahr 1992 hatte der Deutsche Bundestag beschlossen, dass in der Bundesverwaltung der Verwendung von Recyclingpapier der Vorzug zu geben ist

(Der Blaue Engel; https://www.blauer-engel.de/de/produktwelt/papier-druck, aufgerufen am 01.10.2020). In der Fortführung dieser Entscheidung und im Hinblick auf eine stärkere Berücksichtigung von Nachhaltigkeitskriterien durch ressourceneffizientes und klimaschonendes Handeln der öffentlichen Verwaltung z.B. als Kopierpapier ausschließlich Recyclingpapier mit dem Blauen Engel (DE-UZ 14a) in 60 bis 80er Weiße einzusetzen. Hygienepapiere (z. B. Papierhandtücher, Toilettenpapier, Taschentücher, Küchentücher) müssen ebenfalls die Kriterien des Blauen Engel (DE-UZ 5) erfüllen. Auf Frischfaserpapier soll verzichtet werden.

Die Nutzung von Recyclingpapier leistet darüber hinaus einen Beitrag zur Umsetzung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, Stand: 23.10.2020. Dies gilt in besonderem Maße für den Einsatz von Altpapier aus haushaltsnaher und gewerblicher Erfassung, die nach Erhebungen des Umweltbundesamtes (http://www.umweltbundesamt.de/papier-druckerzeugnisse) mit über 80 % den Großteil des anfallenden Altpapiers ausmachen. Nach § 45 KrWG ist die öffentliche Verwaltung verpflichtet, durch ihr Verhalten zum Schutz von Mensch und Umwelt beizutragen und insbesondere bei der Gestaltung von Arbeitsabläufen, der Beschaffung oder Verwendung von Material und Gebrauchsgütern, bei Bauvorhaben und sonstigen Aufträgen zu prüfen, ob und in welchem Umfang Erzeugnisse eingesetzt werden können, die

  1. in rohstoffschonenden, energiesparenden, wassersparenden, schadstoffarmen oder abfallarmen Produktionsverfahren hergestellt worden sind,

  2. durch Vorbereitung zur Wiederverwendung oder durch Recycling von Abfällen, insbesondere unter Einsatz von Rezyklaten, oder aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt worden sind,

  3. sich durch Langlebigkeit, Reparaturfreundlichkeit, Wiederverwendbarkeit und Recyclingfähigkeit auszeichnen oder

  4. im Vergleich zu anderen Erzeugnissen zu weniger oder schadstoffärmeren Abfällen führen oder sich besser zur umweltverträglichen Abfallbewirtschaftung eignen.

Verfasser: Dietmar Altus

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