Die Initiativen „Enough!“ und das Töchterkollektiv rufen in Deutschland zur Teilnahme am Globalen Frauen*streik am 9. März 2026 auf.
Die Reaktion vieler Feministinnen auf den Streikaufruf ist ein erleichtertes „Endlich!“. Spätestens seit Ausstrahlung des Films „Ein Tag ohne Frauen“ über den Frauenstreik in Island 1975 ist bei vielen die Sehnsucht nach einem Aktionstag in Deutschland gewachsen.
Das Töchterkollektiv schreibt dazu auf Instagram: „Am 9. März stehen wir still, weil zu viele von uns seit Generationen funktionieren mussten. Weil Sorge, Stärke und Belastung zu oft als selbstverständlich gelten. Weil es immer noch Körper gibt, die weniger wert sind. Stimmen, die weniger gehört werden.“
Die nationale Streik-Aktionsseite von „Enough!“ kündigt an: „Die Zeit ist reif. Für einen Protest, der so vielfältig ist, wie wir es sind. Und so sichtbar ist, wie die Probleme es sind. Als eine starke Antwort auf die nicht endenden Kriege, geführt von Autokraten, die in Tateinheit Andersdenkende, die Menschenrechte, das Völkerrecht, Meinungs- und Pressefreiheit missachten, die Klimakatastrophe leugnen, Menschen und Natur ausbeuten und unfassbares Geld anhäufen. All dies geht einher mit zunehmender Bedrohung, Verarmung und Diskriminierung von Frauen* in ihrem ganzen Spektrum. Es ist Zeit für einen hörbaren Aufschrei – für ein starkes ENOUGH! GENUG! BASTA!“ Dabei betont die Plattform, dass der Streik kein exklusiver Raum sei und allen gehöre, die unsichtbar gemacht und ausgebeutet werden – ob durch Rassismus, Sexismus, Klassismus oder Armut. Man streike für eine Welt, „in der Herkunft, Hautfarbe, Pass, Behinderung, Geschlecht oder Religion nicht darüber entscheiden, wer respektiert wird und wer sich rechtfertigen muss.“ Es geht somit um das Bündeln aller Kräfte gegen allgegenwärtige Diskriminierung.
Ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt, dass solch ein Streik durchaus Wirkung haben kann. Das historisch wohl erfolgreichste Beispiel ist der nationale Frauenstreik in Island im Oktober 1975, an dem über 90 Prozent der Frauen des Landes teilnahmen und der einige feministische politische Entwicklungen anstieß. Der erste Frauenstreik Deutschlands fand 19 Jahre später am 8. März 1994 statt. Es war damals die erste öffentlich sichtbare, große gemeinsame Aktion von Feminist*innen aus Ost- und Westdeutschland, bei der insgesamt über eine Million Menschen auf die Straße gingen.

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In zahlreichen Städten jeglicher Größe und quer durch die Republik sind für den 9. März 2026 bereits Aktionen in Planung. Wir wünschen gutes Gelingen!
Claudia Luz, Redaktion GiP
Eine Aktions-Karte mit Ansprechpersonen finden Sie hier.
Aktuelle Infos gibt es bei toechter.kollektiv und enough_2026 auf Instagram.
Das Positionspapier des Töchterkollektivs können Sie hier herunterladen.
Die Doku „Ein Tag ohne Frauen“ kann derzeit in der ARD-Mediathek angeschaut werden.
Infos zum deutschen Frauenstreik 1994 finden Sie hier.

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