TERRE DES FEMMES fordert Schutz für Geflüchtete aus der Ukraine

Jetzt bewerten!

Diesen Offenen Brief hat TERRE DES FEMMES e.V. am 16. März 2022 an die Regierungen von Bund und Ländern geschickt.

„Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Scholz,
sehr geehrte Frau Bundesministerin Faeser,
sehr geehrter Herr Ministerpräsident Wüst,

seit der russischen Invasion in der Ukraine sind mehr als zwei Millionen Menschen – hauptsächlich Mädchen und Frauen – geflohen. In Deutschland sind seit Ausbruch des Krieges bereits 150.000 Kriegsflüchtlinge angekommen. Als Frauenrechtsorganisation setzen wir uns für geflüchtete Mädchen und Frauen ein, unbegleitete Minderjährige, Kinder und Frauen sind besonders schutzbedürftig.

Sie befinden sich auf der Flucht in einer vulnerablen Situation und müssen vor geschlechtsspezifischer Gewalt und Ausbeutung geschützt werden. Oft haben Mädchen und Frauen bei ihrer Vertreibung bereits geschlechtsspezifische Gewalt und Diskriminierung erfahren und sind von den Kriegsereignissen traumatisiert. Spätestens bei ihrer Ankunft in Deutschland braucht es Sicherheit durch flächendeckende, langfristige, barrierefreie Schutzräume, wo ihre (Gesundheits- und Erst-)Versorgung gewährleistet wird.

Wir begrüßen die große solidarische Hilfs- und Spendenbereitschaft in der Bevölkerung. Gleichzeitig muss diese Hilfe von anerkannten Organisationen koordiniert und den Bedürfnissen der Kinder und Frauen angepasst werden. Besonders private Hilfsangebote für die Unterbringung oder auch Mitfahrgelegenheiten müssen polizeilich registriert und überprüft werden. Menschenhändler*innen und Zuhälter*innen nutzen die Not- und Zwangslage von Frauen mit und ohne Kinder aus. Mädchen und Frauen sind akut gefährdet, durch organisierte Kriminalität zur Prostitution gezwungen zu werden, geschlechtsspezifische Gewalt zu erfahren und vergewaltigt zu werden.

Wir sind schockiert, dass es in Berlin bereits erste Hinweise und Verdachtsmomente von Menschenhandel gegeben hat. Wir fordern die Regierungen von Bund und Ländern auf, mit aller Stärke dagegen vorzugehen.

TERRE DES FEMMES fordert:

  • Ausbau einer sicheren Ankunftsinfrastruktur, angepasst an die Bedürfnisse von Frauen und Kindern,

  • Sensibilisierung und Aufklärung von Geflüchteten sowie Helfer*innen auf dem Fluchtweg und bei der Ankunft zu möglichen Gefahren in die Hände von Zuhälter*innen und Menschenhändler*innen zu geraten, etwa durch Durchsagen in den (Sonder-)Zügen der Deutschen Bahn,

  • Gewährleistung der Gesundheitsversorgung durch niedrigschwelligen und flächendeckenden Zugang zu psychologischer Betreuung, Ärzt*innen sowie Test- und Impfzentren,

  • Betreuung, Unterstützung, Gewaltprävention bei der Unterbringung ukrainischer Mädchen und Frauen in Deutschland und Unterrichtung aller Geflüchteten durch ausgebildetes und kultursensibles Fachpersonal in ihrer Muttersprache über ihre Rechte sowie über Unterstützungsmöglichkeiten z. B. in Fällen geschlechtsspezifischer Gewalt,

  • Registrierung aller Helfenden und ihrer Hilfsangebote, wie z. B. beim Angebot der privaten Unterbringung und Mitfahrgelegenheiten,

  • Konsequentes Nachgehen der Polizei beim Verdacht auf Frauenhandel und Ausbeutung von Geflüchteten und die sofortige Aushändigung von Platzverweisen von verdächtigen Personen (z. B. an Bahnhöfen).

Als Frauenrechtsorganisation beobachten wir, dass geflüchtete Mädchen und Frauen bei ihrer Ankunft in Deutschland in die Hände von äußerst brutalen Menschenhändler*innen geraten können. Wir fordern daher die Regierungen von Bund und Ländern auf: Handeln Sie sofort!

Mit freundlichen Grüßen
Christa Stolle
Bundesgeschäftsführerin TERRE DES FEMMES e.V.“


Quelle: Pressemitteilung von TdF vom 16.3.2022

Weitere Artikel zu folgenden Schlagworten:
Mein Kommentar
Sie sind nicht eingeloggt
Bitte benachrichtigen Sie mich bei neuen Kommentaren.
Ihr Kommentar erscheint unter Verwendung Ihres Namens. Weitere Einzelheiten zur Speicherung und Nutzung Ihrer Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
0 Kommentare zu diesem Beitrag
Twitterlogo

Folgen Sie uns auch auf Twitter!
Wir informieren Sie rund um das Thema Gleichstellungrecht.
https://twitter.com/GleichstellungR

banner-gleichstellungs-und-gleichbehandlungsrecht.png
Gleichstellung.png
rehm_e-line_banner_355x355_L1_Var1.jpg

Wählen Sie unter 14 kostenlosen Newslettern!

Mit den rehm Newslettern zu vielen Fachbereichen sind Sie immer auf dem Laufenden.

Login
 
Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Kostenlose Hotline: 0800-2183-333
Kontaktformular

Gerne können Sie auch unser Kontaktformular benutzen und wir melden uns bei Ihnen.

Kontaktformular
Beste Antworten. Mit den kostenlosen rehm Newslettern.
Jetzt aus zahlreichen Themen wählen und gratis abonnieren  

Kundenservice

  • Montag – Donnerstag 8-17 Uhr
  • Freitag 8-15 Uhr
  • Sie können uns auch über unser Kontaktformular Ihre Fragen und Anregungen mitteilen.

Verlag und Marken

Unsere Themen und Produkte

 

Service

Rechtliches

Partner der



Zahlungsarten 

Rechnung Bankeinzug   MastercardVisa

PayPal Giropay Sofortüberweisung