Die Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros und Gleichstellungsstellen (BAG) hat eine Pressemitteilung veröffentlicht.
„Wir sind traurig über den Tod von Prof. Dr. Rita Süssmuth, der unermüdlichen Kämpferin für Frauenrechte und Gleichstellung. Mit Rita Süssmuth verlieren wir eine herausragende Persönlichkeit, deren Engagement für Gleichberechtigung und gesellschaftlichen Zusammenhalt über Dekaden hinweg Maßstäbe gesetzt hat. Ihr politisches Wirken war geprägt von Mut, klarem Blick und der festen Überzeugung, dass Gleichstellung kein Randthema, sondern eine grundlegende demokratische Aufgabe ist. Dafür kämpfte sie früh in ihrer Partei der CDU, wo es galt dicke Bretter zu bohren. Sie hat den Feminismus in die CDU getragen.
Eine prägende Stimme für Frauenrechte und gesellschaftlichen Zusammenhalt
Als Politikerin und Vordenkerin für frauen- und familienpolitische hat sie die politische Kultur nachhaltig mitgeprägt. Rita Süssmuth war eine Pionierin: Sie setzte sich schon früh für die Stärkung von Frauen in Politik und Gesellschaft ein. Als Bundesministerin setze den Anspruch auf Erziehungsgeld und Erziehungsurlaub durch, die Anerkennung von Erziehungszeiten für die Rente und trat im Gegensatz zu einigen männlichen Kollegen ihrer Partei für die Abschaffung der Straffreiheit bei Vergewaltigung in der Ehe ein. Schon früh forderte Rita Süssmuth die Frauenquote für Parlamente - keine typische Forderung für eine CDU-Frau. In Zeiten großer Herausforderungen hat sie mit beherzter Stimme für die Rechte von Frauen, für eine gerechte Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie für eine offene, solidarische Gesellschaft geworben. Ihr Einsatz für die Reform des § 218, und für Parité (50/50) in Parlamenten bleibt unvergessen. Bemerkenswert auch ihre Haltung in der Aids-Politik: statt Ausgrenzung setzte sie auf Aufklärung und Prävention.

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Feministin sein, heißt für Frauen einzutreten
Viele unserer Kolleginnen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte haben Rita Süssmuth in Veranstaltungen erlebt, wie auch zu 100 Jahren Wahlrecht für Frauen. „Feministin sein, heißt für Frauen einzutreten“, sagte sie bei einer Festveranstaltung in Wuppertal und, dass sie Trippelschritte leid sei. So sei Parität notwendig und auch machbar. Frauen müssten sich zusammenschließen, um das Erreichte zu verteidigen, so ihr eindrücklicher Apell.
Ihr Bestreben, stets Brücken zwischen Politik, Zivilgesellschaft und kommunaler Praxis zu bauen, ist für uns Inspiration. Sie hat gezeigt, dass entschlossenes, unbeirrtes Engagement gesellschaftliche Wirklichkeit verändern kann.
Eine große Frau hat die politische Bühne verlassen. Ein schmerzhafter politischer und menschlicher Verlust für unsere demokratische Gesellschaft, für Gleichstellung und Frauenrechte.
„Schluss mit den Trippelschritten“ diesen Staffelstab übernehmen wir gerne!“
Quelle: Pressemitteilung der BAG vom 3.2.2026
Auch der Deutsche Frauenrat hat die Politikerin gewürdigt.

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