Gender Studies (III)
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Unterrepräsentanz werde meist nur am durchschnittlichen Frauenanteil der Gesamtbevölkerungen gemessen.
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„Geschlechtergerechte“ Vergabe von Positionen sei nur dann möglich, und auch nur dann gerecht, wenn die Warteschlangen der männlichen und weiblichen Bewerber gleich lang seien.
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Das gesellschaftliche Problem der Benachteiligung von Frauen resultiere allein aus einem mangelnden Angebot.
Liebe Leserinnen und Leser,
wenn nur alles so einfach wäre. Allein schon diese Sicht der Kritiker auf das Gleichstellungsproblem zeigt, wie sehr ihr Blick noch vom Machterhaltungsstreben verkürzt wird. Die Aufrechterhaltung bestehender Herrschaftsstrukturen wird mit simpelsten Argumenten postuliert. Gerade hier zeigt sich, wie wichtig Gender Studies sind, die versuchen, das Phänomen gesamtgesellschaftlich zu erforschen und die zugrunde liegenden komplexen Mechanismen aufzudecken.
Gender Studies betreiben keine Politik, wenn auch nach manchen Theorien Wissenschaft ganz ohne Politik nicht möglich ist. Sie schaffen aber fundierte Grundlagen für eine effektive Gleichstellungspolitik. Eine Politik, die Gerechtigkeit will, muss dazu auch und zuerst Geschlechtergerechtigkeit schaffen.
Als einer der führenden Gender Studies-Kritiker versuchte, die seiner Meinung nach unzureichenden Forschungsergebnisse zu belegen und eine mangelnde Wissenschaftlichkeit nachzuweisen, verschickte er im Rahmen einer von ihm initiierten Studie entsprechend gestaltete Fragebögen an alle Lehrstühle. Die meisten weigerten sich jedoch, an diesem ideologisch gefärbten Projekt mit unausgewogenen Fragen teilzunehmen. Daraus wurde dann mehr oder weniger eine Bestätigung der unhaltbaren Thesen abgeleitet.
Letztlich ist es aber der feministische Ansatz der Gender Studies, der die Kritiker unermüdlich antreibt. Feminismus ist für viele inzwischen das rote Tuch schlechthin. Er bringt sogar solch absonderlichen Gegenbewegungen wie den Maskulinismus hervor, dessen Anhänger nicht nur für die Rechte der Männer eintreten, sondern sogar von einer Natur gegebenen Überlegenheit des männlichen Geschlechts ausgehen. Solches Denken macht aus dem Bestreben nach Gleichstellung einen Geschlechterkrieg. Aber auch das untersuchen die Gender Studies und decken die verfehlten Ansätze auf.
Daher: Gender Studies sind und bleiben wichtig, da sie der Gleichstellungspolitik helfen, dem Gesamtziel Geschlechtergerechtigkeit näher zu kommen.
Herzlich,
Ihre Kristin Rose-Möhring
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