Siebte Brühler Gleichstellungstage 2014
Liebe Leserin, lieber Leser,
zunächst führte der Präsident der BAköV, Dr. Alexander Eisvogel, in seiner hervorragenden Begrüßungsrede in das Thema ein, blickte zurück auf die Entwicklung der Gleichstellung im Bereich des Bundes und würdigte die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten.
Die Parlamentarische Staatssekretärin des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), Elke Ferner, berichtete über den Entwurf der Bundesregierung für ein „Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst“. Die anschließende Diskussion konzentrierte sich auf die Novellierung des BGleiG und machte deutlich, dass die Gleichstellungsbeauftragten mit ihrer breitgefächerten, jahrelangen Erfahrung überwiegend ganz andere Vorstellungen über eine „Schärfung“ des Gesetzes, d.h. die effizientere und stringentere Durchsetzung der Gleichstellung im Behördenalltag hatten als das für die Novelle zuständige Ressort. Hier wird noch eine intensive Diskussion erforderlich sein, insbesondere über die sogenannte Geschlechteransprache.
Der Impulsvortrag des BGleiG-Kommentators und Vorsitzenden Richters am Verwaltungsgericht Frankfurt/Main, Dr. Torsten von Roetteken, eines ständigen und aufgrund seines immensen Gleichstellungswissens sehr geschätzten Gastes der Brühler Gleichstellungstage, leitete über zu dem breiten Themenangebot der folgenden Tage, das die Gleichstellungsbeauftragten fit(ter) machen sollte für ihren Gleichstellungsalltag.
Doch zunächst ein Wort zur Geschichte der Brühler Gleichstellungstage: Nach dem legendären internationalen Kongress „Gleichstellung im Aufwind“, den das BMFSFJ unter der Leitung der damaligen Bundesfrauenministerin Dr. Christine Bergmann im Jahre 2000 in Berlin durchgeführt hatte, ging der Anstoß zu einer Fortsetzung und Institutionalisierung eines solchen Forums für den Informations- und Erfahrungsaustausch von Gleichstellungsbeauftragten vom IMA und dem Arbeitskreis Berlin unter seiner damaligen Leiterin Gitta Walter aus.
Die BAköV und die FH Bund konnten für die Durchführung einer sogenannten „Zentralfortbildung“ für Gleichstellungsbeauftragte gewonnen werden. Beide Behörden leisteten ganze Arbeit und so konnte diese Veranstaltung erstmals 2002 in Brühl stattfinden. Daraus entwickelten sich die Brühler Gleichstellungstage, die als feste Institution nun alle zwei Jahre veranstaltet werden und neben der Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten das beste Forum für intensives Netzwerken bieten, das wir Gleichstellungsbeauftragte haben.
Nachdem auf den Brühler Gleichstellungstagen zwischen 2002 und 2012 Fachthemen, d.h. Rechts- und Verwaltungskenntnisse im Vordergrund gestanden hatten, ging es in diesem Jahr erstmals darum, wie die Gleichstellungsbeauftragten durch die Vertiefung eigener personaler Kernkompetenzen ihre Arbeit, die Zusammenarbeit mit und in ihren Dienststellen und damit die Förderung der Gleichstellung effektiver gestalten können.
Im Mittelpunkt des zweiten Tages standen daher Workshops, in denen in kleinen Gruppen und unter Anleitung erfahrener Trainerinnen, Supervisorinnen und Coaches das Agieren mit Partner/inne/n im Behördenalltag, Durchführung optimaler Beratungsgespräche von Kolleginnen und Kollegen, Gleichstellungsengagement einerseits und gesundes Abgrenzen andererseits sowie der Umgang mit Konflikten diskutiert und mit verteilten Rollen durchgespielt wurden.
Den Abschluss des dritten Tages bildeten eine intensive Diskussion der Gleichstellungsbeauftragten mit der Leiterin der Abteilung „Gleichstellung“ des BMFSFJ, Renate Augstein, über die aktuellen Aspekte der Gleichstellungs(beauftragten-)Arbeit – hier standen erneut die BGleiG-Novelle und die unterschiedlichen Auffassungen über eine optimale Gesetzesnovellierung im Vordergrund – sowie ein hervorragender Vortrag der ehemaligen Gleichstellungsbeauftragten im BMAS und Ärztin, Dr. Sonja Schlemm zum Thema „Tatort Büro – wie bleibe ich gesund?“
So gestärkt und erfüllt von vielen neuen Eindrücken und vor allem Kontakten kehrten wir am 2. Juli wieder an unsere Arbeitsplätze zurück. Die Arbeit als Gleichstellungsbeauftragte wird auch weiterhin eine große Herausforderung für uns alle sein und die Konflikt werden nicht weniger, aber wir werden sie hoffentlich besser bewältigen können. Denn eins wurde auch allen deutlich: Die Gleichstellungszeiten werden nicht einfacher– ganz im Gegenteil!
Den Verantwortlichen und Organisator/inn/en von dieser Stelle noch einmal ein ganz herzliches Dankeschön für ihr enormes Engagement. Wir sehen uns in zwei Jahren hoffentlich wieder!
Herzlich
Ihre Kristin Rose-Möhring
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