Erkrankung während des Erholungsurlaubs

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Erkrankt ein Beamter während des Erholungsurlaubs, so werden ihm die entsprechenden Krankheitstage auf den Urlaub gutgeschrieben. Dafür bestehen jedoch besondere Voraussetzungen, die es zu beachten gilt.

 

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wird ein Beamter während des Erholungsurlaubs dienstunfähig, so wird sein Urlaubsanspruch dadurch nicht verkürzt. Voraussetzung ist allerdings, dass er seine Dienstunfähigkeit rechtzeitig bei seinem Dienstherrn anzeigt. Dies bedeutet, dass der gewährte Urlaub durch die Zeit der Erkrankung unterbrochen wird und damit die Unterbrechungszeit erneut für einen Erholungsurlaub zur Verfügung steht.

Dieser erneute Erholungsurlaub muss jedoch wiederum beantragt werden. Hält sich der Beamte nicht an diese Vorgabe und tritt seinen „Urlaub“ eigenständig an, so bleibt er unentschuldigt dem Dienst fern und verliert nicht nur seine Besoldungsansprüche für diese Tage, sondern er begeht außerdem ein Dienstvergehen.

Die Dienstunfähigkeit muss sich dabei während der urlaubsbedingten Freistellung zutragen. Erkrankungen, die sich lediglich als Folge des Urlaubs ergeben, fallen naturgemäß nicht unter die Anrechenbarkeit.

Die Anrechnung ist vor dem Grundgedanken des Erholungsurlaubs zu sehen, der darin besteht, die Gesundheit und die Leistungsfähigkeit des Beamten zu erhalten.

Erholungsurlaub wird damit sowohl im Interesse des Beamten als auch im Interesse des Dienstherrn gewährt, da er – wie oben erwähnt – der Erhaltung der Gesundheit und der Leistungsfähigkeit des Beamten dient.

Dieser Zweck kann nicht erreicht werden, wenn der Beamte während seines Urlaubs erkrankt.

Andererseits ist es aber sachgerecht, wenn der Dienstherr in einigen Fällen den Urlaubsausgleich verweigert. Dies ist etwa dann der Fall, wenn die Erkrankung auf den üblichen klimatischen Anpassungsschwierigkeiten oder auf vorhersehbaren negativen hygienischen Einflüssen bei Fernreisen beruht. Hier ist es dem Dienstherrn nicht zuzumuten dieses erhöhte und voraussehbare Risiko durch einen weiteren Erholungsurlaub zu tragen. Gleiches gilt bei reisetypischen Beschwerden, wie Seekrankheit, Anpassung an Klima- oder Zeitzonen („Jetlag“).

Die Gutschrift der verlorengegangenen Urlaubstage setzt stets die unverzügliche Anzeige durch den Beamten voraus. Der Beamte hat alles in seiner Macht Stehende zu tun, den Dienstherrn so früh wie möglich über seine Krankheit zu informieren. Eine telefonische Unterrichtung reicht dafür aber ebenso aus wie eine schriftliche Übermittlung auf dem Postweg. Die Verpflichtung bezieht sich dabei nur auf den Beginn der Erkrankung, das Ende kann auch bei Rückkehr in den Dienst angezeigt werden. Die Dienstunfähigkeit ist dabei stets durch ein ärztliches Attest nachzuweisen – auch dann, wenn die Erkrankung weniger als drei Tage dauern sollte (vgl. z.B. in Bayern § 9 Abs. 1 Satz 2 UrlV). Die entsprechende Bescheinigung kann selbstverständlich auch durch einen ausländischen Arzt in einer Fremdsprache erfolgen. Entsprechende Übersetzungskosten trägt der Dienstherr.

 

Ihr

Dr. Maximilian Baßlsperger

 

Zur Erkrankung während des Erholungsurlaubs vgl.:

 

Baßlsperger in Weiß/Niedermaier/Summer/Zängl, Beamtenrecht in Bayern, Art. 93 BayBG, Rn. 67 ff.

 

 

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