Neue Wege der Infrastrukturfinanzierung für Kommunen
In Zeiten klammer Kassen stellt sich die Frage wie Kommunen alternative Wege zur Finanzierung der notwendigen Infrastrukturinvestitionen gehen können. Ein Weg zur Finanzierung von Infrastrukturinvestitionen ist über die Gebührenfähigkeit von Klimaschutz
Kommunale Entscheider stehen in einem doppelten Spannungsfeld: Einerseits verschärfen rechtliche Vorgaben und Berichtspflichten den Handlungsdruck (u. a. Klimaanpassung verbindlich in Planungen integrieren; kommunale Klimaberichte vorbereiten), andererseits sind die Haushalte vielerorts ausgereizt – Eigenmittel für Investitionen fehlen oft, Fördermittel erfordern komplexe Anträge, Nachweise und Kofinanzierung. In dieser Lage wächst der Bedarf an neuen, transparenten Finanzierungswegen jenseits klassischer Zuschüsse und Kredite. Ein moderner Ansatz sind regionale Marktplätze für geprüfte Treibhausgas Reduktionsprojekte, die Kommunen mit externen Klimafinanzierern zusammenbringen. Dort werden Projekte ISO 14064 2 konform validiert, Reduktionsmengen in der Blockchain dokumentiert und die Preisbildung an Marktwerten (z. B. EU ETS Referenzen) ausgerichtet – das reduziert Greenwashing Risiken, schafft Kalkulationssicherheit und kann als objektive Grundlage für Gebührendiskussionen dienen. So entsteht trotz knapper Kassen eine realistische Chance, zusätzlichkeitsfähige Maßnahmen (etwa Sanierungen, Nahwärme, Effizienzupgrades) voranzubringen und die Finanzierungslücke zu schließen – weil externe Beiträge Projekte ermöglichen, die ohne neue Wege nicht realisierbar wären.
Inhalte des Webinars
1. Einstieg: Die Herausforderung der Finanzierung in Zeiten knapper Kassen
- Kommunale Haushalte unter Druck, steigende Anforderungen durch Klimaschutz und Infrastrukturbedarf
- Warum klassische Eigenfinanzierung und Kredite oft nicht mehr ausreichen
2. Fördermittel als zentrale Säule der Infrastrukturfinanzierung
- Überblick über aktuelle Förderprogramme von Bund und Land (Kommunalrichtlinie, BayKlimaG, KfW, EU-Förderungen)
- Voraussetzungen, typische Förderquoten, Beispiele für förderfähige Maßnahmen
- Herausforderungen: Eigenmittel, Berichtspflichten, Konkurrenz um Mittel
3. Gebührenfinanzierung: Rechtliche Möglichkeiten und Grenzen
- Grundlagen: Kommunalabgabengesetz (BayKAG), Gebührenfähigkeit von Klimaschutzmaßnahmen
- Einbindung von Klimaschutzkosten in Gebührenkalkulation
- Objektivierung über Marktplatz und ISO-Validierung
4. Innovative Ansätze: Klimafinanzierung über Marktplätze (z.B. KOM2KOM)
- Funktionsweise von KOM2KOM: Marktplatz für CO₂-Reduktionen, Contribution Claim statt Kompensation
- Qualitätskriterien: Zusätzlichkeit, Dauerhaftigkeit, externe Gutachten, ISO 14064-2 Validierung
- Praxisbeispiele: Schulsanierung, Nahwärme, Abfallwirtschaft, Biogas, Moorwiedervernässung
- Vorteile für Kommunen: Projekte werden möglich, die sonst nicht finanzierbar wären
5. Bilanzielle und steuerliche Einordnung
- Behandlung von Förderungen, CO₂-Vergütungen und Gebühren in Bilanz und Haushalt
- Aktivierung, Abschreibung und steuerliche Aspekte
6. Erfolgsfaktoren und nächste Schritte für Kommunen
- Eigene THG-Bilanz erstellen, Projekte identifizieren, Förderfähigkeit prüfen
- Zusammenarbeit mit externen Partnern
- Transparente Kommunikation gegenüber Bürgern und Gremien
7. Fazit und Ausblick
Zielgruppe
Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger
Bürgermeisterinnen und Bürgermeister
Kämmerinnen und Kämmerer
Werksleiterinnen und Werksleiter
Ratsmitglieder
Verwaltungsmitarbeitende
Mitarbeitende kommunaler Unternehmen
Bestandteile
Im Preis sind folgende Leistungen enthalten:
Zugang zum rehm Campus
Teilnahme am Live-Webinar
Webinar-Mitschnitt (Aufzeichnung)*
Präsentationsunterlagen des Webinars
Fragenkatalog mit Antworten der Vortragenden*
Personalisiertes Teilnahmezertifikat
*Vorbehaltlich der Zustimmung des/der Vortragenden