Politik gibt Männern Hoffnung

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Männer haben Angst vor der Gleichstellung. Nicht jeder einzelne Mann, sondern das physiologische Konstrukt und psychologische Phänomen Mann in seiner mehr oder weniger relevanten Gesamtheit. Sein Sicherheitsvorsprung vor Frauen, den er sich in Jahrhunderten der Evolution mühsam erkämpft hat, schwindet unablässig dahin.

Liebe Leserin, lieber Leser,

was passiert, wenn jemandem etwas weggenommen wird, das er sich, gleich ob mit fairen und legalen Mitteln oder nicht, über lange Zeit erkämpft, ertrotzt und zusammengerafft hat? Er wird wütend und gemein und verteidigt den letzten Rest seiner Beute mit allen Mitteln. Leider gibt es dabei auch willfährige Frauen, die ihn in Politik und Verwaltung und wo auch immer sonst dabei unterstützen.

Ein Beispiel ist die sogenannte ‚Große Koalition‘. Kanzlerin weichlich, Frauen- und Gleichstellungsministerin weiblich, in einigen Behörden eine laufbahnübergreifend weiblich geprägte Verwaltung und das Ergebnis? Eine scheinbar starke Erklärung: „Wir wollen die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Leitungsfunktionen des öffentlichen Dienstes bis 2025 erreichen. Dazu werden wir dieses Ziel für den Geltungsbereich des Bundesgleichstellungsgesetzes festschreiben.“

So steht es im Koalitionsvertrag. Wohlgemerkt: für den Geltungsbereich des Gesetzes festschreiben – das ist etwas anderes als es im Gesetz festschreiben.

Da von den sieben Jahren der ins Auge gefassten Frist zwischen Koalitionsvertrag und dem Ziel 2025 schon zwei Jahre vergangen sind, ohne dass etwas geschehen ist, und mindestens die letzten vier in eine neue Legislaturperiode mit einer vermutlich anderen Koalition fallen werden, darf dies wohl mit Fug und Recht als belanglose Absichtserklärung gedeutet werden.

Dabei ist die Bedeutung, die die Politik der Gleichstellung zumisst, auch daran zu sehen, dass sie im Koalitionsvertrag im Kapitel „Familie“ auftaucht, nicht unter „Frauen“ oder „Gleichstellung“ wie bei der Regierung davor.

Ist diese Abwertung und Reduktion auf eine einfache Absichtserklärung noch Frauen- und Gleichstellungspolitik oder doch schon der Beginn einer neuen Ära von Männerpolitik?

Jetzt gab es die Halbzeitbilanz der Großen Koalition und jemand hat sich tatsächlich dieses Versprechens (dieser Absichtserklärung) im Vertrag erinnert. Und nun? Das Ziel war ehrgeizig, 2 Jahre ist nichts geschehen und jetzt wird es unrealistisch. Aber versprochen ist versprochen, also verspricht man/frau erneut: Dieses Mal, noch in diesem Jahr, eine Weiterentwicklung des Gesetzes für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männer an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst vorzulegen.

Keine konkreten Maßnahmen bisher, keine konkreten Maßnahmen für die Zukunft. Einen Plan, wie das Ziel zu erreichen sei, scheint es nicht zu geben.

Gerüchteweise höre ich davon, dass die Absichtserklärung aus dem Koalitionsvertrag mehr oder weniger wörtlich ins BGleiG übernommen werde. Soll es das dann gewesen sein?

Ich sehe schon, wie die Erklärung hervorgeholt wird, um punktuelle Männerförderung zu betreiben. Schließlich soll es dem Vernehmen nach schon ganze 2 –in Worten: zwei – Behörden geben, in denen Frauen den Männern voraus sind.

Liebe Männer, ihr könnt ganz beruhigt sein. Es besteht nicht nur Hoffnung, sondern es wird allenthalben für euch gearbeitet. Und bis zum Erreichen einer konkreten vollwertigen Männerförderung gibt es schon einmal ein Trostleckerli.

Gerade war Weltmännertag; bereits der 2. in diesem Jahr (siehe Blog „3. November – Weltmännertagvom 1.11.2010).

Ihr seht, man denkt an euch! Und gerade hat, wenn bisher auch noch erfolglos, die AfD versucht, in Schleswig-Holstein die Gleichstellungsbeauftragten per Gesetz abzuschaffen.

Oh, du schöne neue Welt!


Mit ambivalenten Grüßen

Ihre Kristin Rose-Möhring

| Gleichstellungsrecht/Berufswelt | Gleichstellungsrecht/Berufswahl
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