Studie zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM)

1 Bewertung

Im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales hat die Rehabilitationsforscherin Prof. Dr. Mathilde Niehaus von der Kölner Universität Methoden und Ergebnisse zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM) erforscht.

 

Das Betriebliche Eingliederungsmanagement zielt auf die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit von Beschäftigten im Betrieb ab. Es zeigt Wege für eine betriebliche Präventions- und Integrationsarbeit und greift direkt in betriebliche Abläufe ein.

 

In der Studie wurden Beschäftigten- und Schwerbehindertenvertretungen, Betriebsärzte, Geschäftsführungen, Personalabteilungen, Disability Manager und Betroffene zur Umsetzung des BEM befragt.

 

 

Die wichtigsten Ergebnisse:

 

  • Das BEM ist nicht flächendeckend in allen Betrieben, Unternehmen und Dienststellen bekannt.
  • Ungefähr die Hälfte der befragten Unternehmen und Verwaltungen führen Betrieblichesn Eingliederungsmanagement durch.
  • Die Mehrheit der großen Unternehmen und mehr als die Hälfte der mittelgroßen Unternehmen hat das BEM bereits thematisiert, kleine Betriebe dagegen nur zu 30 Prozent.
  • Zwei Drittel der Arbeitgeber haben eine Stelle, die die Arbeitsunfähigkeit und die Überschreitung der Sechs-Wochen-Frist zur Lohnfortzahlung überwacht.
  • Ebenso viele informieren ihre Beschäftigten über das BEM.
  • In Betrieben, die BEM durchführen, liegt dieser Anteil signifikant höher.

 

Die Erstansprache von Betroffenen erfolgt in der Regel durch die Personalabteilungen. Disability Manager sind noch selten, setzen aber für die Umsetzung des BEM Maßstäbe. Diese steigern z.B. die Bereitschaft von Betroffenen, dem BEM zuzustimmen.

 

Bedenklich ist, dass in jedem fünften Betrieb nicht auf die Freiwilligkeit des BEM hingewiesen wird und dass bei einem Drittel nicht über Art, Umfang und Verwendung der erhobenen Daten informiert wird. In der Mehrzahl der Betriebe scheint unklar zu sein, wo und wie die Daten überhaupt aufbewahrt werden.

 

Die Professionalisierung des Umgangs mit erkrankten und von Behinderung bedrohten Beschäftigten erfordert eine Systematisierung und die Schaffung verbindlicher Strukturen und Abläufe. Dazu gehören vor allem:

- die Standardisierung des BEM,

- das Vorhandensein eines Integrationsteams,

- eine Integrations-, Betriebs- oder Dienstvereinbarung.

 

Bei der Mehrheit der Betroffenen besteht nach Einschätzung der Befragten eine neutrale bis positive Einstellung zum BEM. Ein Viertel allerdings schätzt die Bereitschaft zur Zustimmung als sehr niedrig bzw. eher niedrig ein. Die häufigste Angst dahinter ist ein befürchteter Arbeitsplatzverlust oder die "Abschiebung" in einen vorzeitigen Ruhestand. Entscheidend für eine positive Haltung ist eine Betriebskultur, in der offene Kommunikation und Transparenz des Verfahrens gelebt werden.

 

Lohnend ist der Einsatz des BEM allemal: Es verringert die Fehlzeiten (bei einem Drittel der Befragten) und ermöglicht einen leistungsgerechten Einsatz der Betroffenen (bei 50 Prozent der BEM-Verfahren).

 


Niehaus, M./Magin, J./Marfels, B./Vater, E.G./Werkstetter,E. (2008). Betriebliches Eingliederungsmanagement. Studie

zur Umsetzung des Betrieblichen Eingliederungsmanagements nach § 84 Abs. 2 SGB IX. Köln.

 

Download der Datei als PDF (130 Seiten, 13 MB): BEM Forschungsbericht


 

Hinweis:

 

Bitte beachten Sie zu diesem Thema unseren neuen Titel "Dr. Maximilian Baßlsperger, Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) und Beendigung von Arbeits- und Beamtenverhältnissen wegen Krankheit" (E-Book oder Softcover). Mehr Infos dazu finden Sie hier.

Mein Kommentar
Sie sind nicht eingeloggt
Bitte benachrichtigen Sie mich bei neuen Kommentaren.
Ihr Kommentar erscheint unter Verwendung Ihres Namens. Weitere Einzelheiten zur Speicherung und Nutzung Ihrer Daten finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Sicherheitskontrolle: Bitte rechnen Sie die Werte aus und tragen Sie das Ergebnis in das dafür vorgesehene Feld ein. *

0 Kommentare zu diesem Beitrag
Login
 
Wie können wir Ihnen weiterhelfen?
Kostenlose Hotline: 0800-2183-333
Kontaktformular

Gerne können Sie auch unser Kontaktformular benutzen und wir melden uns bei Ihnen.

Kontaktformular
Beste Antworten. Mit den kostenlosen rehm Newslettern.
Jetzt aus zahlreichen Themen wählen und gratis abonnieren  

Kundenservice

  • +49 0800-2183-333
  • Montag - Donnerstag:    8-17 Uhr
  • Freitag:                           8-15 Uhr
  • Sie können uns auch über unser Kontaktformular Ihre Fragen und Anregungen mitteilen.

Verlag und Marken

Unsere Themen und Produkte

 

Service

 

Rechtliches

Zahlungsarten 

Rechnung Bankeinzug   MastercardVisa

PayPal Giropay Sofortüberweisung